Auszeit V - Gartenparty

Tinas Geschichte

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Auszeit V - Gartenparty

Auszeit V - Gartenparty

Stayhungry

Yves, den ich jetzt zum Anlehnen gut hätte gebrauchen können, war nirgends zu sehen, aber mein Blick fiel auf die beiden Gastgeber, die sich mit eng aneinander gelegten Köpfen und festem Blick zu mir herüber unterhielten. Er trug Bauch und schütteres Haar, nicht unsympathisch, aber sicherlich nicht der Traum meiner schlaflosen Nächte. Sie war eine gepflegte, schlanke, blonde Schönheit mit Falten, die zu viel der Sonne gehuldigt hatte, aber in Würde gealtert war. Und deshalb trug sie, im Gegensatz zu manchen Ihrer Gäste, keines dieser übermäßig gelifteten Pferdegesichter mit aufgespritzten Botox-Lippen-Trichtern. Schließlich nickte er in meine Richtung und sie kam von der Terrasse herab über den Rasen auf mich zu. Kann ich Ihnen etwas anbieten? fragte sie charmant, ohne mich direkt darauf anzusprechen, dass ich Hochprozentiges mangels Trainings nicht so gut vertrug. Starken Kaffee in ungesunder Menge könnte ich jetzt gut vertragen! bekannte ich freimütig. Na, dann kommen Sie mit! lachte sie, hakte sich bei mir ein und führte mich in das schattige Wohnzimmer. Zu einem großen Pott Kaffee, den mein Vater als Pangalaktischen Donnergurgler bezeichnet hätte, reichte sie mir noch ein Glas eiskaltes Wasser. Das ist mindestens so wichtig wie der Kaffee! riet sie mir schmunzelnd und tatsächlich ernüchterte ich mich zügig. Obwohl sie Haus und Garten voller Gäste hatte, nahm sie sich Zeit, um sich mit mir zu unterhalten und bekannt zu machen. Charlotte war Deutsche wie ich und hatte mit Paolo einen Portugiesen geheiratet, diese Kombination war hier im internationalen Jetset dieser Party fast exotisch. Mir entlockte sie interessiert das eine oder andere und steuerte geschickt auf ihr Anliegen hin, indem sie wohlwollend meine sexuellen Aktivitäten der letzten beiden Stunden kommentierte. Schnell waren wir beim Du angelangt und ihre unbekümmerte Art, über Sex zu reden gefiel mir, wiewohl sie nach den hier herrschenden freizügigen Verhältnissen nicht überraschend war.

Tina, ich hatte gesehen, wie sehr Sie die Double Penetration genossen hatten, nachdem Sie vorher schon meinen schwulen Freunden so vollmundig beigesprungen waren. Sie sind sexuell sehr aufgeschlossen? Nun, Charlotte, das müsste ich jetzt eigentlich sehr differenziert beantworten, aber um es abzukürzen: im Ergebnis haben Sie recht. Inwiefern beschäftigt sie meine Orientierung in dieser Dimension meines Lebens? forderte ich etwas irritiert Auskunft. Ach, Paolo hätte immer so gern Analverkehr mit mir, aber ich mag das eigentlich nicht so gern. Und Sie haben es ihm angetan, als er sie so fröhlich und spontan im Genuss erlebt hat. Nun ist er nicht der Typ, der sich aufdrängen mag, aber ich wollte fragen, ob Sie vielleicht Lust auf ein Schäferstündchen mit uns hätten. Wir würden uns dann auch zurückziehen, ihm wäre das lieber so.

Charlotte, ich danke Ihnen für Ihre Offenheit! Ich bin eigentlich nicht der Typ, der sich von Dritten klarmachen lässt. Aber ich muss sagen, Sie sind mir äußerst sympathisch und mit Ihnen würde gerne vertrauteren Umgang haben! raunte ich lasziv. Ihr Gatte ist mir als Dritter im Bunde in meinem Künstlereingang willkommen. Die Zurückgezogenheit ist mir, wie Sie ja gesehen haben, nicht allzu wichtig, aber durchaus angenehm!

Ich stand auf von meinem Loungesessel, ließ mich an der Hand nehmen und in das Schlafzimmer führen.

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