Autopanne im Nirgendwo

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Autopanne im Nirgendwo

Autopanne im Nirgendwo

Sven Solge

Ihre Gesichter waren so dicht voreinander, dass Henrik die winzigen Fältchen an ihren Mundwinkeln erkennen konnte.

„Das kam…“ Er stockte kurz, weil Maja gerade mit ihrer Zungenspitze ihre Lippen befeuchtete. Dieser Mund brachte ihn fast um den Verstand, sodass er schnell wegschauen musste. „…dass kam von dem Benzin, das im Zylinder nicht verbrannt war!“, erklärte er ihr. „Das ist jetzt aber weg, nun läuft der Motor wieder rund! Vielleicht solltest du das Zündkabel in der nächsten Werkstatt mal austauschen lassen, mir scheint, dass die Feder im Stecker kaputt ist.“

Plötzlich hing Maja an seinem Hals und küsste ihn auf die Wange. Impulsiv umfasste Henrik ihre Taille und seine Sinne spielten verrückt, als er diesen schlanken Frauenkörper spürte.

„Ich danke dir!“, hauchte sie ihm ins Ohr. „Ich hätte nicht gewusst was ich machen sollte. Ich bin in solchen Dingen so hilflos.“ Dabei löste sie sich von ihm, blieb aber dicht vor ihm stehen. „Darf ich dich zu einem Kaffee einladen?“

„Ja gerne, den könnte ich jetzt wirklich gebrauchen! Ich muss noch mindestens 3 Stunden fahren.“

„Gut dann komm mit in meine Wohnung!“, sagte Maja lachend. Nahm ihn bei der Hand und zog ihn mit zum Eingang des Wohnmobils.

„Setzt dich, ich stelle eben den Wasserkessel auf.“

Henrik schaute sich in dem gemütlichen Wohnmobil um. Er hatte mit Ilona oft darüber gesprochen, mal Urlaub in einem Wohnmobil zu machen, aber für sie war Camping nichts. Sie liebte die Atmosphäre in Hotels und ließ sich gerne bewirten.

Der Wasserkessel fing leise an zu summen und Maja stellte Kaffeetassen hin und eine kleine Schüssel mit Keksen. „Nimmst du Zucker und Milch?“, fragte sie. „Ja bitte beides, wenn du hast!“ Maja nickte und stellte eine Zuckerdose und eine Tüte Milch auf den Tisch.

Wenig später war auch der Kaffee durchgelaufen und Maja setzte sich ihm gegenüber an den Tisch. Dabei berührten sich ihre Knie, was bei Henrik kurz den Herzschlag aussetzen ließ, um dann um so heftiger weiter zu schlagen.

„Wo musst du denn noch ganz hin?“, fragte sie. „Es ist doch schon recht spät!“, stellte sie mit Blick auf die Uhr fest.

Henrik erzählte ihr, wo er noch hin musste und woher er kam. Auch so persönliche Fragen, wie nach seinem Beziehungsstatus beantwortete er wahrheitsgemäß. Es wurde eine lustige Unterhaltung. Dabei stießen sie immer wieder unabsichtlich mit den Knien zusammen. Am Anfang zuckte Maja leicht zurück, doch je länger sie sich unterhielten, umso intensiver wurde dieser Kontakt. Bis sie schließlich ihr Knie an seines presste und es leicht an seinem rieb.

Maja nestelte etwas gedankenverloren an ihrer Serviette herum, bis sie ihn plötzlich mit ihren hellen Augen ansah und fragte: „Würdest du heute Nacht bei mir bleiben? Ich habe etwas Angst hier alleine zu übernachten. Ich fahre sonst immer auf Campingplätze, aber der, den ich heute Anfahren wollte, schaffe ich nicht mehr wegen der Panne, da die nur bis 20:00 Uhr noch rein lassen.“ Dabei legte sie ihm eine Hand auf seine Hand und drückte sie leicht. „Oder willst du lieber weiter fahren?“

Diese Angebot kam für Henrik sehr überraschen, sodass er nicht sofort antworten konnte. Zu sehr wühlte ihn dieser Gedanke auf, mit dieser schönen Frau eine Nacht zu verbringen.

Maja fasste sein zögern aber falsch auf und wollte ihre Hand enttäuscht zurückziehen, doch Henrik hielt sie fest.

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