Avaritia

„Sieben“

39 5-9 Minuten 2 Kommentare
Avaritia

Avaritia

Svenja Ansbach

Und dann, etwa vier Wochen nachdem Marc in den Nahen Osten gereist ist, trifft er Jenni nach der Arbeit in der Stadt beim Tanken. Das Schicksal meinte es gut mit ihm, das fuhr ihm direkt in den Sinn, als er sie interessiert betrachtet.
Sie trägt ein äußerst knappes T-Shirt an diesem heißen Sommertag und offenbar bändigt kein Büstenhalter ihre Brüste! Durch den weißen Baumwollstoff bohren sich verwegen die Igelnasen hindurch. Sven schluckt und versucht nicht allzu deutlich hinzustarren, aber Jenni hat längst seine wohlwollenden Blicke bemerkt.
„Hej, Du, schön dich zu sehen. Sag mal, … kannst‘ mal in den nächsten Tagen vorbeikommen? Da tropft ein Wasserhahn, der im Bad. Vielleicht könntest du da eine neue Dichtung …?“
„Na klar, kein Thema, mache ich gleich morgen.“
Hatte sie herausfordernd geschaut, als sie ihn anguckte? Oder hatte er sich das nur eingebildet? Sven trat der Schweiß auf die Stirn, nicht nur wegen der Hitze. Immerhin war Marc schon vier Wochen weg. Sie hatte also vermutlich schon lange keinen mehr verplättet bekommen. Vielleicht brauchte sie es, vielleicht gab es mehr als eine feuchte Stelle in ihrem Haushalt? Er würde es rausbekommen und wenn ja, wäre er in Selbstlosigkeit da für seine Schwägerin! Vielleicht könnte er endlich seine ganz persönliche Habgier befriedigen, nicht die nach Geld und Gold, sondern die nach seines Nächsten Weib!
Der nächste Abend war sehr günstig für diese Vorhaben. Er würde einfach sein „Alte Herren – Fußballtraining“ schwänzen.
Er konnte leider nicht duschen, das hätte sein Eherochen nicht verstanden vor dem Sport, aber im Auto legte er einen Herrenduft auf, wollte auf jeden Fall gut riechen. Im Fall der Fälle konnte er sicher auch bei seiner Schwägerin duschen.
Jenni öffnete direkt nach dem Klingeln, fast als ob sie hinter der Tür gewartet hätte, und umarmte ihn.

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Öfter als man denkt?

schreibt AnMa

Mich würde interessieren, wie oft es passiert, dass der Bruder mit der Schwägerin fremdgeht. Wahrscheinlich öfter als man denkt. Für mich wäre es ein No-Go, aber die Autorin beschreibt es in der Geschichte so, als ob es quasi unausweichlich wäre. Mir gefällt, wie die wachsende Spannung geschildert wird. Zwischen beiden baut sich etwas auf, es knistert förmlich. Und er it sich zunehmend sicher, dass er sie flachlegen wird. Bei all den Signalen, kein Wunder. Interessant wäre es zu erfahren, wie beide wieder von ihrem Trip herunterkommen. Aber ich glaube das schleift sich wie im Leben halt immer von selbst ab. Wobei das Plateau, auf das sie sich zunächst begeben, sicher höher gelegen ist, als das, was man erklimmt, wenn man jemand ganz 'normal' kennenlernt. Gerade das Verbotene, das Sündhafte bringt den zusätzlichen Kick. Für mich wäre es allerdings kein Thema. Für mich sind Frauen von Verwandten und Freunden absolutes Tabu. Trotzdem gefällt mir die Geschichte sehr gut!

Beser als Kinopolis

schreibt Lenni_D._Blixen

Hallo Svenja, danke für Dein neuerliches Ticket für die nächste Kopf-Kino-Session! Ja, darüber denke ich auch des Öfteren nach, dass vermutlich 70% der Männer UND Frauen untervögelt sind, wie Du es treffend beschreibst. Wie viele davon wohl nachts in ihren Betten liegen und es sich in aller Stille machen, statt es miteinander zu treiben? Ob die Datenleitungen wohl mehr bei Männern als bei Frauen heißlaufen beim Betrachten einschlägiger Filme? Mein neuester Zyklus, „Die frühen Jahre - Dancing Queen“, thematisiert die ersten Erfahrungen eines 17-Jährigen auf dem Schlachtfeld der Liebe. Bevorzugtes Beuteschema: Frauen, die es brauchen ;-) Ist es normal, dass die Lust, zumindest die aufeinander, verschwindet, wie das Indigo aus der Jeans?  Fragen über Fragen. Jedenfalls ist dieses Portal eine willkommene Abwechslung und Inspiration zum Thema Nr.1. Toll, dass sich so viele Autoren hier austoben und die Facetten der Lust beschreiben. Freue mich, wie es bei Jenni und Sven in den nächsten drei Monaten weitergeht! Gruß, Lenni

Gedichte auf den Leib geschrieben