Am nächsten Tag mittags wurden eine Reihe von Frauen aus den Zellen geholt und in einen Kleinbus verfrachtet, der unverzüglich abfuhr. Linda war definitiv nicht dabei. Ich war verzweifelt. Wo war sie? Eine Stunde später wurde sie von zwei Bewaffneten des Zuhälters aus den Courthouse-Zellen rüber zum Grand-Hotel geführt. Einer der beiden fasste sie dabei grob am Arm, damit sie nicht weglaufen konnte.
Ich sah alles und konnte nicht eingreifen. Joseph kam zu mir und stellte sich einen Meter seitlich von mir auf den Gehsteig. Wir schauten uns nicht an, sondern beide auf die Straße.
„Er wird sie nie im Bordell abliefern, aber das bekomme ich raus. Ich kenne jemand im Hotel… Wenn es so ist wie ich glaube nimmt er sie persönlich mit nach Oklahoma City. Das ist deine Chance auf einen Hinterhalt. Du kannst dabei nur hoffen, dass er direkt nach Omaha City zurückfährt, denn dann kennst du seine Route und kannst ihn weit vor der Stadt abfangen. Er wird über Lawton fahren. Vor Lawton fischt du ihn ab, aber nicht zu nah an Frederik. Du musst mindestens bis Chattanooga vorausfahren. Aber dafür musst du mobiler sein. Hast du was zum Handeln? … Dann besorge ich dir ein Auto für die nächsten Tage. Aber erst mal gehe ich ins Hotel. Wir treffen uns bei mir.“
Er schlenderte gemächlich zu dem großen Hotelgebäude und ich verließ das Stadtzentrum. Wenig später kam er nach Hause. „Es ist so wie gedacht, sie bleiben bis morgen, also brauchst Du einen ‚Leihwagen‘.“
Dann verschwand er, unsere bepackten Maultiere hinter sich herziehend. Voller Ungeduld warteten wir auf seine Rückkehr. Er kam mit einem verbeulten Toyota Corolla Sedan, Baujahr 2002 zurück, die Maultiere an der Seite nebenherlaufend. „Alt, aber vollgetankt“, grinste er schief, „und die Miete gar nicht so teuer. Der Besitzer war einfach zu scharf auf die drei Flaschen Qualitätswhiskey bei deinen Tauschgütern.
Babarians Ende
Nach dem großen Sterben – Teil 13
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