Aber wenn‘s schiefgeht und er das Auto nicht zurückbekommt, will er alle drei Maultiere samt Ladung und dein Pferd!“
„Einverstanden, das ist fair!“
Eine Stunde später hatte ich alles Notwendige für zwei, drei Übernachtungen und das Überleben in der Wildnis gepackt und machte mich mit meinem ‚Mietwagen‘ Richtung Chattanooga auf. Vor der Stadt Lawton suchte ich mir am Provincial Highway eine der selten Kurven, von denen aus man natürlich den Verkehr am besten beobachten konnte, tarnte das Auto im Unterholz und richtete mir auf einer Matte einen bequemen Beobachtungspunkt ein. Ich suchte mir eine Auflage für das Gewehr und fand sie im Kofferraum des Toyota in Form einer Kiste, in der der Autobesitzer sein Werkzeug aufbewahrte. Mein M24 und die Winchester legte ich schussbereit neben mich. Mein Glück würde sein, dass seit dem großen Sterben im Normalfall niemand nachts unterwegs war. Das war viel zu gefährlich. Ich konnte nachts also schlafen. Tagsüber musste ich allerdings hellwach sein. Verpasste ich sie, hatte ich verloren. Joseph hatte Recht. An diesem Tag passierte nichts mehr und ich hatte sie auf keinen Fall verpasst, denn als ich in Frederik auf die E. Grant Avenue Richtung Lawton abbog, hatte ich den Plymouth vor dem ‚Grand Hotel‘ stehen sehen.
Am nächsten Morgen machte ich mir einen starken Kaffee auf einem kleinen Lagerfeuer und frühstückte gut. Den Rest des Tages würde ich nichts Warmes mehr bekommen, denn ich durfte den Beobachtungspunkt nicht verlassen und nicht durch irgendwas abgelenkt werden. Der Verkehr war sehr mäßig, was natürlich vorteilhaft für mein Vorhaben war. Ich konnte keine Zeugen gebrauchen! Etwa alle 10 Minuten kamen bespannte Fahrzeuge, seltener mal ein Pkw oder ein Truck vorbei.
Gegen Mittag, die Sonne stand hoch am Himmel und die heiße Luft flirrend über dem Asphalt, hörte ich erneut das Dröhnen eines schweren Motors von Südwesten herannahen. Jede Faser meines Körpers spannte sich an. Ich schaute durch die Optik meines Zielfernrohrs. Tatsächlich, der rote Plymouth! In diesem Moment war ich richtig froh, dass der Zuhälter so ein auffälliges Auto fuhr.
Jetzt galt es. Einen Fehler konnte ich mir nicht erlauben. Der erste Schuss musste den Fahrer erledigen.
Babarians Ende
Nach dem großen Sterben – Teil 13
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