Die Schwimmaufsicht erteilt hiermit sofortiges Badeverbot!“
„Super – genau das habe ich jetzt gebraucht“ sagte sie sich leise. Aber sie beschloss erst einmal abzuwarten. Vielleicht zieht das Gewitter vorüber? Wer kann das denn schon mit Gewissheit sagen? Am Ende tröpfelt es nur ein wenig. Die Badegäste wären dann aber weg und sie hätte hier ihre Ruhe. Außerdem würde die Trauerweide sowieso das meiste abfangen. Zufrieden lächelnd streckte sich Thea auf ihrem Badetuch aus, zündete sich eine weitere Zigarette an und schloss erneut die Augen.
Ein Donnergrollen ließ sie hochschrecken. Das Gewitter zog anscheinend doch schneller heran als gedacht. Und sie hatte schon wieder geschlafen! Die Zigarette in ihrer Hand war längst heruntergebrannt. Die Liegewiese und die Becken waren so gut wie leer. Leise begannen die ersten Tropfen vom Himmel zu fallen. Über ihr türmte sich mittlerweile eine pechschwarze Gewitterwand.
Schnell lief sie mit ihren Sachen zu den Umkleidekabinen. Die Schulschwänzer, die ihr vorhin schon aufgefallen waren, schien das Unwetter wenig zu beeindrucken und spielten weiter unbeirrt Fußball.
Als sie in der Umkleidekabine stand, grollte der nächste Donner. Ohrenbetäubend. Es war dunkel. Die Kabinen lagen alle nebeneinander in einem dunklen Holzverschlag. Sie war die einzige. Dachte sie.
In dem Augenblick als sie sich bückte, um ihr Bikinihöschen vom Boden aufzuheben bemerkte sie, dass sie die Tür der Kabine nicht verriegelt hatte und diese plötzlich lautlos aufschwang. Im restlichen trüben Tageslicht, das der verdunkelte Himmel noch übrig ließ, war schemenhaft ein Schatten im Türrahmen zu erkennen. Angst machte sich in jedem Winkel ihres Körpers breit. Da Thea mit dem Rücken zur Tür stand, konnte sie nicht sehen, ob diese von allein aufgeglitten war oder ob da tatsächlich jemand stand. Jedes Haar ihres Körpers stellte sich auf vor Panik.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.