Bäckerinnenvoyeur

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Bäckerinnenvoyeur

Bäckerinnenvoyeur

Anita Isiris

Selbstverständlich hätte er diese Farben auch Shoane und Hazel gegönnt… aber diese Chance hatte er sich wohl für längere Zeit verspielt. Roano war Fussballer und nahm es sportlich. Irgendwann würde sich die Aufregung gelegt haben. Zudem wusste er auf seine Wirkung auf Frauen – und beide Töchter waren, wie er auch wusste, keine Kinder von Traurigkeit. Nach der Mutter würde er auch die «inneren Werte» der beiden jungen Bäckerinnen kennenlernen. Er musste einfach Geduld aufbringen. Das war alles.

Einen Monat nach dem kompromittierenden Backstuben-Ereignis betrat er die Bäckerei Farneyn zum ersten Mal wieder und bestellte ein Rosinenbrötchen und einen Cappucino, als wäre nichts gewesen. Eigentlich war ja auch nichts. Der Sex mit Myriam war mehr als nur einvernehmlich gewesen – also musste er sich im Grunde keine Gedanken machen. Mit gerötetem Gesicht und sibyllinischem Gesichtsausdruck stellte Shoane den Cappucino und das Brötchen vor ihn hin. «Wohl bekomm’s», sagte sie – aber das sagte sie zu allen. Roano wusste sofort: Er wollte nicht nur dieses Bäckerinnenherz. Er wollte ihren Körper ganz und gar. Naschen war die Devise – und diese Devise passte ja auf eine Bäckerei wie die Faust aufs Auge. Was ihn an Bäckerinnen derart anzog? Er hatte eine Vermutung. Es waren die Hände. Diese wundervollen Bäckerinnenhände, die all die Carac-, Crèmeschnitten- und Käsekuchen-Wunderwerke zustande brachten, unter deren Last sich die Auslage schon wieder bog. Und, klar, die viel versprechenden Körper unter der schneeweissen Berufskleidung. Wie die Mutter, so die Töchter. Riesentitten, schmale Taille, breite Hüften, alles für die Liebe gemacht. Für die Liebe mit Fussballer Roano.

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