Bäckerinnenvoyeur

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Bäckerinnenvoyeur

Bäckerinnenvoyeur

Anita Isiris

Dort war es auch, wo er seine überschüssige Energie ausspielte. Er trainierte mehr denn je, raste über den Platz, war der beste Stürmer, den seine Mannschaft je gesehen hatte. «Roanos Batterie hält ewig», hatte der Trainer einmal zu seinen Kollegen gesagt – und Neid war mehr und mehr Bewunderung gewichen. Benieden werden Menschen, deren Status man selber allenfalls noch erreichen kann. Bewundert werden solche, die sich in einem eigenen Universum bewegen und den Nimbus des Stars ausstrahlen. In Roanos Kopf rotierten aber nicht die zu schiessenden Tore, sondern… Abend für Abend in seiner Dachkammer… Shoane und Hazel mit ihren geilen, begehrenswerten Titten. Klar hatte er Vorbehalte. Er wusste, wie man sich im #metoo Zeitalter zu verhalten hatte. Er wusste, dass sich viele Frauen als Gesamtkunstwerk verstanden – mit ihren tollen Körpern als Verführungselement, klar, aber sie hatten auch einen Geist und eine Seele. Ohne Geist und Seele der Frauen, vermutete Roano, wäre der Planet schon längst vor die Hunde gegangen. Das war ihm klar. Aber diese verdammte… verdammte… Geilheit… er war halt doch nur ein Mann und ausgesprochen titten- arsch- und muschifixiert. Von Frauenlippen schon gar nicht zu reden, von Frauenhaar sowieso nicht. Er war von Leidenschaft durchflutet und wollte nur noch eins: verschlingen.

Dann wurde ihm die Zeit doch zu lang. Wenn er doch nur… ein einziges Mal… sehen könnte, was Shoane und Hazel unter ihrer Kleidung zu bieten hatten? Die beiden… in voller, ungezügelter, naturnaher Nacktheit? Am Badesee vor dem Dorf, wo sich trotz dünner Ozonschicht noch immer viele Frauen mit nackten Brüsten sehen liessen, waren die beiden nie. Sie waren wohl zu bekannt als dass sie ihre Körperfülle in der Öffentlichkeit präsentieren mochten, so Roanos Hyptohese. Er verstand das, denn er war nicht dumm. Dann erstand er aus seinem Ersparten dieses Smartphone der neuesten Generation – mit eingebautem Mehrfachzoom und Nachtsichtgerät. Er hatte es direkt aus China kommen lassen, zu einem annehmbaren Preis, und er vermutete, dass niemand ausser ihm in diesem Land über eine derartige Kleinstmaschine verfügte. Sie übertraf, was den Prozessor anging, die technische Infrastruktur, die bei der ersten Mondlandung 1969 zur Verfügung gestanden hatte, um ein Vielfaches. Ach Gott! So wurde Roaldo zum Bäckerinnenvoyeur.

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