Systematisch sondierte er das Gelände rund um die Bäckerei Farneyn. Es gab einen Hinterhof, der aber bis spät in die Nacht gut ausgeleuchtet war, weil die Menschen in den angrenzenden Wohnungen erst gegen Mitternacht ins Bett gingen und in den Wohnzimmern das Licht löschten. Aber es gab da eine Nische, wie Roano mit Herzklopfen feststellte. Eine mit einem kleinen Gebüsch abgegrenzte Nische, und von dort aus, wenn er sich geschickt anstellte, sah er direkt hoch zu den drei Schlafzimmern der Bäckerinnen. Die drei teilten sich eine 4-Raum-Wohnung, und jede hatte in einem eigenen Schlafraum die verdiente Privatsphäre. Es begab sich also, dass Roano sich Abend für Abend zu besagtem Gebüsch schlich, bis spät in die Nacht wartete und seine Smartphone-Kamera auf die drei Schlafräume richtete. Die drei Frauen gingen allerdings sehr früh zu Bett – weil sie ja in den Morgenstunden an ihren Leckereien arbeiteten. Wie das bei Voyeuren so üblich ist, verfolgte Roano den Lebensrhythmus der drei. IN der Regel gingen sie um 19:00 Uhr zu Bett. Zu früh und zu hell für Fotos oder Filme. Aber die frühen Morgenstunden waren ideal. Nach Mitternacht war der Hinterhof in pittoreskes Dunkel gehüllt, pittoresk deshalb, weil drei Fenster, die begehrten Ausschnitte auf die wahre Welt, erleuchtet waren. Die drei Bäckerinnen standen auf und machten sich bereit für eine weitere anstrengende Zeit in der Backstube, so, dass bereits um 06:00 Uhr die ersten Kunden empfangen werden konnten.
Roanos Herz stand still, als er das äusserste Fenster links heranzoomte. Shoane! In einem geblümten Nachthemd. Welch Begehren! Welche Pracht! Sie zog sich das Nachthemd kurzerhand über den Kopf und stellte sich an ein Waschbecken, das sich im Zimmer befand. Diese weichen, warmen Riesenbrüste! Wie sie ihr Haar zurückwarf! Roano filmte und filmte… und bannte die junge Frau für alle Ewigkeit auf seine Speicherkarte.
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