Baltimore und nordostwärts

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Baltimore und nordostwärts

Baltimore und nordostwärts

Reinhard Baer


Frühmorgens traten wir vor dem Zug an. Ein örtlicher Commander der New-USA-Kräfte verpflichtete uns auf den Regierungsauftrag. Wir steckten uns die Bundesmarschall-Plaketten an die Overalls und besetzten die Kampfstände. Dann ging es endlich los über Newark/New Jersey. Durch den North River Tunnel gelangten wir unter dem Hudson River hindurch nach Manhattan. Wir sahen aber weder das eine noch das andere, denn Fluss und Stadtteil waren komplett untertunnelt. Es war ein bisschen unheimlich, so lange unter der Erdoberfläche zu sein. Dann noch der East-River-Tunnel und endlich kamen wir in Long Island wieder ans Tageslicht.

Die Stadt sollte aber nicht unsere Baustelle sein. Sie war faktisch abgeriegelt und würde später gesäubert werden. Was wir sahen, sah übel aus. Alle Großstädte hatte es ungleich schlimmer getroffen als die ländlichen Regionen. Man sah Queens und der Bronx die Dramen immer noch an, die sich hier abgespielt hatten. Selbst Manhattan sah aus der Ferne noch schlimm aus. Zahlreiche verlassene Gebäude mit leeren Fensterhöhlen schauten uns an, an vielen Stellen hatte es gebrannt. Das Überleben in einem Ballungsraum war ungleich schwieriger als auf dem Land, da es kaum Möglichkeiten der Selbstversorgung gab. Die wahren Dramen spielten sich ab, nachdem alles geplündert war und die Lebensmittel ausgingen. Raub, Totschlag, Hungerprostitution. Downtown würden nur noch etwa 10 % der Ursprungsbevölkerung leben, erzählte uns einer der Männer der New-USA-Kräfte. Terry stand mit dem Commander der Ortskräfte über Funk in Kontakt. Auf seine Anforderung hin booteten unsere Buggies aus dem Zug aus und griffen in die Kämpfe ein. Unsere Beweglichkeit war unser Trumpf. Ohne Blechgehäuse um uns herum hatten wir rundherum freies Schussfeld, konnten auftauchen und verschwinden, bevor der Gegner überhaupt begriff, was vor sich ging.

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