Barbara war die Rolle der Nausikaa zugedacht; der Frau also, die mir Odysseus beinahe ausgespannt hätte, kurz vor seiner Rückkehr nach Ithaka. Nausikaa-Barbara trug einen schlichten Schleier, der so dünn war, dass sogar Barbaras Bauchnabel zu erahnen war. Vom Regisseur hatte sie sich nach langem dazu überreden lassen, auf einen BH zu verzichten. „Er trägt einfach auf, Barbara, und das wirkt sehr unnatürlich auf der Bühne. Hab doch etwas Mut, ist doch nichts dabei, wegen zwei Brüsten…“ Mit hochrotem Kopf trat Barbara an der Hauptprobe vor uns. Es war wirklich etwas viel zu sehen; eng schmiegte der Schleier sich an ihre prallen, tiefdunklen Nippel. Diese drohten den feinen Stoff fast zu sprengen. Den Jungs alias Poseidon, Polyphem oder dem König der Phäaker blieb die Spucke im Hals stecken, und auch der Regisseur war unüblich schweigsam.
Barbara sah aber auch wunderbar aus; die Mireille-Mathieu-Frisur stand ihr ausgezeichnet ins Gesicht, und die goldenen Sandaletten waren das Pünktchen auf dem i. Über der linken Schulter wurde ihr Schleier mit einer feinen Sicherheitsnadel zusammengehalten. „Andra moienne pemusa, polytropon hos mala polla…“ Den Anfang der Odyssee rezitierten wir auf Griechisch. Dann ging uns die Luft aus, und der Rest der Story wurde in Deutsch rübergebracht.
Das Bühnenbild hatten ein paar jüngere Klassen liebevoll gestaltet; Polyphems Schafe fehlten ebenso wenig wie die Badewanne von Penelope, also von mir. Als dann Odysseus bei den Phäakern strandete und Nausikaa hilfsbereit auf ihn zustürzte, geschah es vor riesigem Publikum; der hinterste und letzte Reservestuhl war besetzt von Eltern, sonstigen Angehörigen, Gymnasialklassen und Medienvertretern. Barbara strauchelte, und die feine Sicherheitsnadel an ihrer Schulter gab den Geist auf. Das Kleid fiel an ihr herunter und Barbara stand da, nackt wie Gott sie geschaffen hatte. Eines war dem raunenden Publikum sofort klar. Es muss ein Übergott gewesen sein. Barbara war derart reichlich gesegnet mit exorbitanter Schönheit, dass ihre 1.54 m nicht mehr zählten. Sämtliche Scheinwerfer waren auf ihre riesigen Brüste gerichtet, die trotz ihrer Reife der Schwerkraft trotzten und prall vom Brustkorb abstanden. „Hohe Brüste“, nennt das der Literat. Barbaras milchweisse Schenkel kontrastierten mit ihrem tiefschwarzen Vlies, das sie allerdings sofort verschämt verdeckte. Ihr hochrotes Gesicht leuchtete mit Poseidons Wellen im Hintergrund um die Wette.
Ich bin sicher, dass noch heute die meisten unserer Pauker, wenn sie zuhause mit ihren Weibern schlafen, an SIE denken. An unsere wunderbare, geheimnisvolle, hochintelligente, liebenswerte, verehrungswürdige und vollbusige Barbara. Sie denken allesamt an Barbara, das Busenmonster.
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