Barbara, das Busenmonster

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Barbara, das Busenmonster

Barbara, das Busenmonster

Anita Isiris

Qui, quae, quod, cuius, cui, quem, quam, quod, quo, qua, quo, qui, quae, quae, quorum, quarum, quorum, quibus, quos, quas, quae, quibus.

Was sich hier wie Entengequake liest, sind die lateinischen Relativpronomina. Welcher, welche, welches etc. Sie wecken bei mir eine erotische Assoziation – die Erinnerung an Barbara, das Busenmonster. In jenen Jahren war es noch gang und gäbe, dass man sich fürs Schnellrechnen, fürs Runterspulen von Italienischverben oder eben von Relativpronomina vor der ganzen Klasse präsentierte. Egal ob Jörg, der Picklige, Marc, der Muskulöse, Anna, die Bohnenstange oder Barbara, das Busenmonster: Jede und jeder musste ihre Frau bzw. seinen Mann stehen vor dem Mathe-Pauker, dem Italienisch- oder dem Lateinlehrer. Die Zahlen waren für mich das Schlimmste. Erst stand die ganze Klasse, dann durften sich die Schnellsten setzen. Ich stand immer bis am Schluss.

Das Herunterrasseln der Relativpronomina gelang mir dann schon deutlich besser – ich hatte zunehmend Spass an diesen Zungenbrecherchen. Die Klassenkollegen warteten aber nicht etwa darauf, dass ich mich exponierte. Sie warteten auf Barbara. Die dralle 18jährige Barbara mit dem beschissenen Mireille-Mathieu-Pagenschnitt und mit Brüsten, mit denen sie jeden hätte erschlagen können, der ihr zu nahe kam. Das Verrückte an der Geschichte: Barbara war bei weitem die Keuscheste von uns. Wir waren natürlich alle keusch damals in den 1970er Jahren, körperlich auf jeden Fall. Im Kopf gingen aber sehr intensive Dinge ab, die sich natürlich auch körperlich auswirkten. Wir Mädchen bildeten da keine Ausnahme… und von den Jungs weiss man ja, woran sie mit 18 denken. An Barbara, das Busenmonster.

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