Beachvolleyball

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Yupag Chinasky

Unten war es ein knappes Höschen mit bestickten Rändern, das man oft, sehr oft aufblitzen sah, oben ein knapper, mit Spitzen verzierter Büstenhalter, der ihren Busen in dem tief ausgeschnittenen rosa Kleid exzellent zur Geltung brachte, ihre Wunderwaffe.
Die meisten der Spieler in Majenas Team stammten aus einem osteuropäischen Land. Sie riefen sich auf Russisch oder Polnisch oder in irgendeiner anderen, ihm unbekannten slawischen Sprache Befehle, Flüche, Lob und Tadel zu, dazwischen tauchte sporadisch auch mal ein deutsches Wort auf. Am lautesten rief, am meisten zwitscherte und fast als Einzige lachte Majena ständig. Sie war nicht nur die Geheimwaffe zur Verwirrung des Gegners, sondern auch eine Motivationsbombe für die eigene Mannschaft. Sie war beständig lustig und sichtlich gut gelaunt und munterte ihre Mitspieler in verzweifelten Situationen immer wieder auf. Auf diese Weise gestaltete sie das Match, zwar ohne Ahnung von Taktik und Strategie und ohne spielerisches Können, allein durch ihre bloße Präsenz. Der letzte Satzball war erfolgreich, das Match entschieden, Majena jubelte. Die einen haderten, die anderen beglückwünschten sich. Man stand ein Weilchen zusammen, kritisierte einige Passagen, freute sich noch nachträglich über gelungene Spielzüge oder bedauerte verpasste Gelegenheiten. Der eine oder andere wurde für seine guten Einsätze gelobt und unterm Strich waren alle zufrieden. Alle waren auch müde, verstaubt und durstig und man ging gemeinsam zu dem Kiosk, der mit Reklametafeln für Eis, bunten Sonnenschirmen, Klappbänken und Brauereitischen zur Erholung einlud.

Er hatte, gleich nach Spielende, angefangen Majena anzubaggern, in dem er pausenlos auf sie einredete. Er lobte sie wegen der wenigen, erfolgreichen Aktionen, bewunderte ihre Flinkheit, rühmte ihr „überirdisches“ Reaktionsvermögen und bedankte sich, speziell bei ihr, dass er hatte mitspielen dürfen.

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Gedichte auf den Leib geschrieben