Beim Fotografen

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Beim Fotografen

Beim Fotografen

Anita Isiris

Lesbenpaare und Schwule hatten sich bisher noch nicht in sein Atelier gewagt, und Tsiris hätte nicht so genau gewusst, was er mit ihnen anfangen sollte, vor allem mit schwulen Männern nicht.  



«Relax, relax, breathe deep», sagte Tsiris immer wieder, und allmählich kam nicht nur Ayleen, sondern auch Reto in Stimmung. Er rückte näher an sein Schätzchen heran und legte den Arm um sie. Es gab eine Reihe Fotos im Stehen, eine Reihe im Sitzen, dann fotografierte Tsiris die liegende Ayleen. Sie wirkte so verführerisch, dass sich die Schwänze der beiden anwesenden Männer nicht mehr stillhalten konnten. Tsiris erkannte sofort, dass unter der Oberfläche der etwas bieder und brav wirkenden Schweizerin ein Teufelchen zuckte. Dieses Teufelchen würde er im Laufe der Session befreien, so sein Plan. Aber erst einmal bot er den beiden eine Mineralwasserpause an. Es gab unseriöse Kollegen, die die Paare in diesen Pausen abfüllen, etwa mit Ouzo, um sie zu enthemmen und zu Pornosequenzen zu überreden, die irgendwann einmal auf Pornhub landen. Aber Tsiris war nicht so einer. Klar, auch er schoss gerne intime Bilder, aber nur dann, wenn alle bei vollem Bewusstsein waren und genau wussten, was sie taten.
Dann, eine halbe Stunde später, in der Ayleen und Reto unermüdlich posiert hatten, auch sich umarmend und sich küssend, fasste sich Reto ein Herz und fragte nach «Boudoir». «Can we…», fragte er, mit unsicherem Seitenblick auf seine Ayleen. Diese errötete. Tsiris war diese typisch weibliche Reaktion mehr als nur vertraut. «Do as you like», sagte er jeweils. Er überliess die Führung dem Paar und gab am Anfang keine Anweisungen. In aller Regel war es so, dass die Frau das Szepter übernahm, wenn sie denn erst einmal horny genug war und es ihr nichts mehr ausmachte, sich einem fremden Mann, ihm, Tsiris, zu zeigen.

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