Beim Lieblingsitaliener

26 12-19 Minuten 1 Kommentar
Beim Lieblingsitaliener

Beim Lieblingsitaliener

Alina Soleil

Und komme zu einem Entschluss.
„OK, ich gebe zu, ich das hätte auch anders auslegen können. Aber jetzt mal ehrlich: es war doch genau das, was du wolltest. Oder?“
Anja lächelt hintergründig und nickt. „Und mal ganz ehrlich. Dieser Orgasmus eben, quasi im Beisein der scharfen Russin, das war doch auch das, was du wolltest. Insgeheim.“
Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.
„So langsam wirst du doch noch zu dem Luder, das ich mir immer gewünscht habe“, fährt Anja fort. „Also gut: Ich akzeptiere meine Niederlage und zahle. Und du akzeptierst, dass du nicht sauber gespielt hast. Und als Wiedergutmachung wirst du mich nachher lecken. Und zwar so lange, bis ich dir sage, dass es genug ist.“

Ich schaue sie an und tu so, als würde ich über ihren Vorschlag nachdenken. Dabei ist meine Entscheidung längst gefallen. Natürlich werde ich ihr geben, was sie möchte. Weil ich sie liebe. So verdorben und versaut, wie sie ist. Und um ihr zu zeigen, dass ich auf dem besten Weg bin, ein echtes Luder zu werden, sage ich mit tiefer Stimme „Ich werde dich mit meiner Zunge ficken, bis du Sternchen siehst, du Miststück.“
Zu spät registriere ich den Blick, mit dem Anja mir bedeuten wollte, dass wir nicht mehr allein sind. Ich drehe den Kopf zur Seite und sehe Toni, der wohl gerade eben an unseren Tisch gekommen ist, um uns die Rechnung zu bringen. Sichtlich irritiert mit rotem Kopf sagt er „Ähem, die Damen wolle zahle?“
„Danke, das übernehme ich“, sagt Anja schnell und verkneift sich ein Lachen. Ich spüre, wie die Schamesröte in mein Gesicht schießt und schaue betreten unter mich. Doch dann denke ich mir: Soll er doch wissen, dass wir’s miteinander treiben. Warum soll ich das verheimlichen? Jeder fickt irgendwann mal irgendwen, sonst gäbe es uns alle nicht.

Und deshalb nehme ich all meinen Mut zusammen, und sage zu Anja, noch während Toni die Quittung aus dem Kartenlesegerät herauslässt „Und nächstes Mal zahle ich, und danach fickst du mich, bis ich Sterne sehe.“
Anja lacht laut auf und Toni wird noch roter im Gesicht als die Tomatensauce auf seiner Penne Arrabiata.
Doch dann grinst er breit und fragt. „Wolle die Damen vielleicht noch un Limoncello, oder Amaretto? Oder wie wäre mit eine kleine ... Dessert, bevor ...?
„Nein danke, unser Nachtisch wartet zuhause auf uns.“
Und dann lachen wir alle drei aus vollem Hals. Anja, ich, und Toni, unser Lieblingsitaliener.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 2000

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Chapeau!

schreibt rockroehre

Ein fein ausgehecktes Szenario, dann auch noch clever aufgebaut und ohne viel Chichi serviert. Für mich ein glänzendes Vorbild, anhand dessen viele andere Autoren dieser Seite ihre eigenen Geschichten erstmal prüfen müssten. Vielen lieben Dank für dieses Lesevergnügen!

Gedichte auf den Leib geschrieben