Zugegeben, das hatte auch damit zu tun, dass sie sich mir gegenüber zunehmend abweisend verhielt. Es war das typische Spiel: ich gab ihr keinen Sex, sie revanchierte sich mit Liebesentzug. Wir waren wie ein klassisches Heteropaar, wo sie das Gefühl von Liebe braucht, um Lust auf Sex zu bekommen, während er Sex haben muss, um Gefühle von Liebe zu entwickeln. Und wenn dieser Kreislauf erst mal gestartet ist, dann geht’s rasant abwärts. Aber zum Glück hat Anja nie lockergelassen und mich konsequent aus meiner Komfortzone herausgelockt. Gemäß ihrem Motto: die Lust auf Sex kommt mit dem Sex. Je mehr du vögelst oder es dir selber machst, desto geiler wirst du. Was ich aus eigener Beobachtung letztlich nur bestätigen kann!
Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass Routine der Lustkiller Nummer eins ist, noch vor Stress. Und dass man, wenn man nicht immer was Neues ausprobiert, unweigerlich beim kleinsten gemeinsamen Nenner landet. Und somit in der Routine. Was dann zwangsläufig weniger Sex zur Folge hat. Und damit zu immer weniger Lust auf Sex führt. Und am Ende zum Scheitern der Beziehung.
So weit ist es bei uns aber nicht gekommen. Nicht zuletzt, weil Anja sich immer wieder was Neues hat einfallen lassen. Sie hat Sextoys angeschleppt, hat mich in die Welt der Kinks und Fetische eingeführt, in diverse Clubs mitgenommen. Wir hatten sogar mal ’nen Dreier mit nem Typen, genauer gesagt mit einem Sexarbeiter, nur um auszuprobieren, wie’s mit Männern wäre (nicht mein Ding, wenn ich ehrlich bin).
Für mich waren Anjas Einfälle und Eskapaden manchmal ziemlich fordernd, aber das meiste habe ich genossen. Und im Laufe der Zeit habe ich meine eigenen Grenzen immer weiter verschoben. Und mich auf Sachen eingelassen, die ich mir vor Jahren nie hätte vorstellen können.
Beim Lieblingsitaliener
20 12-19 Minuten 0 Kommentare
Beim Lieblingsitaliener
Zugriffe gesamt: 1538
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.