Beim Lieblingsitaliener

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Beim Lieblingsitaliener

Beim Lieblingsitaliener

Alina Soleil

Beim Lieblingsitaliener
„Wir hätten gerne als Vorspeise die Antipasti für zwei mit extra viel Vitello Tonnato bitte.“
Toni, unser Lieblingsitaliener, notiert meine Bestellung.
„Und für mich noch ’nen Prosecco!“
Fragend schaut Toni zu Anja, meiner Lebensgefährtin. Ihr Glas ist noch halbvoll und so lehnt sie freundlich lächelnd ab. „Danke, aber ich hab’ noch. Sonst bin ich gleich knülle.“
„Wollen die Damen auch gleich den Hauptgang bestellen oder soll ich später nochmal kommen?“
„Also, ich wär so weit“, sagt Anja und schaut mich fragend an.
„Oh, OK, dann ... also... Gut, ich hätte gerne die Pizza Da Casa.“
„Und ich nehme Tre Sorprese.“
„Ich dachte, du wolltest heute mal was anderes.“
„Ja, aber die sind doch so lecker! Und außerdem liebe ich Überraschungen.“ Sie schaut zu Toni. „Aber bitte, wie immer nix mit Sahne. Oder zu viel Knoblauch.“ Toni nickt und kritzelt etwas auf seinen Block.
„Und come sempre, einen Frascati zu die Pasta?“
Anja nickt.
„Für mich bitte auch, passt ja gut zur Pizza. Weißt du was, wir nehmen gleich ne ganze Flasche!“
„Bene. Kommt subito!“
Toni steckt den Kuli in seine Hemdtasche, klappt das Notizblöckchen zu und geht zurück in Richtung Küche.

Kaum ist er weg, ergreife ich die Hände meiner Anja und schaue ihr tief in die Augen. Sie ist die Liebe meines Lebens, seit zehn Jahren sind wir jetzt zusammen und es kribbelt bei mir immer noch wie am ersten Tag. Oder besser gesagt, wieder. Denn, wie jedes Paar, hatten auch wir unsere Krisen. Am Anfang konnten wir kaum die Finger voneinander lassen, aber nach ein paar Jahren bin ich ehrlich gesagt faul geworden, was den Sex betraf. Anja hat in dieser Zeit sehr gelitten. Sie ist mit Abstand die aktivere von uns, sucht immer wieder neue Kicks und war daher ziemlich frustriert, als ich immer passiver wurde.

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