Bekenntnisse eines Voyeurs

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Bekenntnisse eines Voyeurs

Bekenntnisse eines Voyeurs

Jerome Udamo

Meine Karriere als Voyeur hatte schon in frühen Jahren angefangen, als die unstillbare Neugier nach dem Geheimnis der Vereinigung der Geschlechter mich zu packen begann. Ich war gerade aus der Pubertät heraus, und das drängte sich das Interesse nach dem, was zwischen Männern und Frauen passierte, förmlich auf. Meine Schwester, bereits neunzehn und mit einem Selbstbewusstsein, das mich beeindruckte, hatte den ersten festen Freund. Den Kampf mit den Eltern hatte sie am Ende mit einer List gewonnen, die ich bewunderte. Mama und Papa wurden von meinem Schwesterlein vor die Alternative gestellt: Entweder darf mein Freund auch mal bei mir übernachten, oder ich suche mir eine eigene Wohnung. Der Familiensinn gab den Ausschlag, und so wurde der Freund willkommen geheißen, wenn auch mit einer gewissen Zurückhaltung. Mann konnte doch das Mädchen mit neunzehn Jahren noch nicht aus dem Haus treiben, und so wurde ein Kompromiss gefunden, der sowohl die Eltern als auch meine Schwester zufriedenstellte.

Als ich zurückblicke, erinnere ich mich an die vielen Nächte, in denen ich mich in meinem Zimmer aufhielt, das direkt neben dem meiner Schwester lag, und ich die leisen Geräusche und Flüstertöne hören konnte, die durch die Wand drangen. Es war, als ob ich in eine andere Welt eintauchte, eine Welt, die ich noch nicht kannte, aber unbedingt entdecken wollte. Die Neugier, die in mir brannte, war nicht zu stillen, und so begann ich, mich immer mehr für das zu interessieren, was zwischen Männern und Frauen passierte. Ich beobachtete meine Schwester und ihren Freund, wenn sie dachten, ich würde nicht hinschauen, und ich sah, wie sie sich berührten, wie sie sich küssten und wie sie sich liebten. Es war, als ob ich in einem Film war, einem Film, der mich faszinierte und mich gleichzeitig ein bisschen ängstigte.

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