„Auf die Nacht der Hexen!“, rief eine. Die Frauen stießen mit rotem Wein an und Samaras Nase erkannte den Geruch, der durch verbranntes Marihuana hervorgerufen wurde. Sie verzog den Mund, da sie das Verhalten der jungen Frauen als Blasphemie empfand. Plötzlich erklang ein anderer Song, der nach einem ruhigen Anfang härtete Töne anschlug. Eine markante Männerstimme versetzte die Frauen in Ekstase, die sich zu den Klängen von “How the Gods kill“ in einen Rausch tanzten. Die Hexe erkannte die Band, die sich Danzig nannte. Sie mochte die Intensität der Musik, wenngleich sie sich über die tanzenden Frauen ärgerte. Samara wusste, was diese jungen Frauen, die beinahe noch Mädchen waren, in ihrem Wald suchten. Heute war eine besondere Nacht. In alter Zeit nannte man sie Beltane, die Nacht in der Feuer und Wasser Hochzeit feiern. Die Nacht, die den Winter endgültig besiegt und in der magische Kräfte besonders stark wirken. „Diese dummen Mädchen machen aus der Walpurgis-Nacht eine Freiluft-Disco. Samaras Zorn wuchs, je länger sie dem munteren Treiben zusah. Die jungen Frauen schienen berauscht zu sein. Sie trugen allesamt schwarze Kleidung, die Samara der Gothic-Szene zuordnete. Eines der Mädchen fiel ihr besonders auf. Sie tanzte mit einer Freundin, wobei sie eines ihrer netzbestrumpften Beine zwischen die Schenkel ihrer Tanzpartnerin schob. Samara gab dem Besen ein Zeichen, worauf er sich etwas absenkte. Nun konnte Samara erkennen, dass die junge Frau eine schwarze Corsage am Leib hatte. Ihre Hand streichelte den Po des anderen Mädchens, die mit einem lüsternen Stöhnen auf diese Berührung antwortete. Während Donovans “Season oft he Witch“ erklang, nahm Samara ein intensives Gefühl wahr. Diese junge Frau schien eine besondere Aura zu haben, über die sie eine unbewusste Verbindung zu Samara herstellte. Die Hexe spürte, dass jenes Mädchen über eine besondere Gabe verfügte.
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