Die Hexe ritt auf ihrem Besen, hoch über der Landstraße, auf der Ruby ihre Fahrkünste unter Beweis stellte. Nach und nach setzte sie ihre Freundinnen ab, ehe sie selbst ihre kleine Wohnung ansteuerte. Die 22-jährige Ruby wohnte mit einer Kommilitonin in einer Zweier-WG. Die Studentinnen teilten sich Miete und Nebenkosten, was für beide vorteilhaft war. Lilly war ein ganz anderer Typ, man konnte sie als krasses Gegenteil von Ruby bezeichnen. Samara erkannte das beim ersten Blick, den sie auf Lilly werfen durfte. Das kurzhaarige Mädchen mit der nerdigen Brille öffnete Ruby die Türe, um sie in die behagliche, kleine Wohnung einzulassen. Samara wusste nun, wo Ruby daheim war. Die Hexe streichelte ihren treuen Begleiter. „Fliegen wir heim, Nachtschwärmer. Ich sehne mich jetzt doch auch nach etwas Wärme.“ Der Hexenbesen kannte den Weg. Samara vertraute sich Nachtschwärmers magischen Flugkünsten an, durch die sie in Windeseile den Wald erreichten. Die Hexe blieb in Gedanken bei Ruby, als sie sich in ihr Bett legte. Die Sonne ging bereits auf, als die Hexe endlich in den Schlaf fand. Die junge Frau namens Ruby träumte schwer in dieser Nacht. Sie sah das Gesicht einer schönen Frau, die um die vierzig Jahre alt sein mochte. Ruby wälzte sich von rechts nach links, wobei sie laut stöhnte. Die Frau in ihrem Traum winkte Ruby zu sich, lächelte dabei verführerisch. Ruby konnte nicht widerstehen, musste der Unbekannten einfach Folge leisten. Sie kam näher, bis aus der Hand der Frau Flammen schossen. Ruby stieß einen lauten Schrei aus. „Es ist alles okay, Ruby! Du hast nur schlecht geträumt!“
Lilly saß an Rubys Bett, strich ihr mitfühlend über die schweißnasse Stirn. „Ihr habt wohl ziemlich gefeiert gestern. Sei froh, dass heute Feiertag ist.“ Ruby lächelte müde. „Ja, es war eine coole Party im Wald, bis dieses Gewitter aufzog.“ Lilly stutzte. „Ein Gewitter? Davon habe ich nichts mitbekommen.
Beltane
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Beltane
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