Lilly ahnte nichts von Rubys Plänen, während Samara eine dunkle Ahnung beschlich.
Sie folgte ihrer Schülerin unbemerkt, wobei ihr Nachtschwärmer auch tagsüber gute Dienste leistete. Samara landete ungesehen in der Nähe der Koppeln, wo sie einen guten Blick auf das Geschehen hatte. Ruby hatte gut aufgepasst. Sie belegte den Pferdezüchter mit einem Wirkzauber, der seine Kraft unmittelbar entfaltete. „Öffne dein Herz, schenke das Glück! Tue es gleich, weich nicht zurück! Unterschreib den Kontrakt – mein ist dein Tier! Steh zu dem Pakt – das rate ich Dir!“ Samara staunte, mit welcher Frechheit das Mädchen den armen Mann becircte. Der frisch Verzauberte führte einen stattlichen Rappen am Zügel, um ihn Ruby zu überlassen. Ehe die junge Hexe zugreifen konnte, bereitete Samara dem Spuk ein jähes Ende. Ruby wurde am Arm gepackt und ehe sie sich versah, landete sie hinter ihrer Lehrerin auf Nachtschwärmers Rücken. Samara sprach einen Amnesie Zauber, der den Pferdezüchter an eine beginnende Demenz denken ließ. Er konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, weshalb er den Rappen aus der Koppel geführt hatte. Er blickte kopfschüttelnd nach oben, wo ein schwarzer Rabe seine Kreise zog. Samara flog in den Wald, wo sie Ruby in die Blockhütte stieß. „Du wirst in meinem Schlafzimmer bleiben, bis ich weiß, wie ich mit deinem Verstoß umgehen werde!“ Ruby wagte kein Widerwort. Samara schloss die Türe, um in Ruhe nachdenken zu können. Sie erinnerte sich an ihre eigene Lehrmeisterin. In der alten Zeit wurden solche Vergehen auf einfache Weise geahndet. Samara rang mit sich selbst, als ihr die Bilder von damals in den Kopf kamen. Konnte sie so etwas heute noch machen? Dann fiel ihr ein, dass ihr selbst diese Behandlung gutgetan hatte. Wenn auch erst mit zeitlicher Verzögerung, aber immerhin! Samara schmunzelte, als sie ihren Entschluss gefasst hatte. Ruby saß wie auf Kohlen, da sie stundenlang nichts von Samara hörte.
Beltane
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