Benefiz-Ficken für Nutten in Not

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Benefiz-Ficken für Nutten in Not

Benefiz-Ficken für Nutten in Not

Charles Haiku

Wenn irgendwo auf dieser Welt irgendein Volltrottel in die Scheiße tritt, steht für eine Benefiz-Veranstaltung die hiesige Prominenz Gewehr bei Fuß. Was kann es schöneres geben, als auf einer Gala mildtätig zu sein und in der Presse zu stehen. Allen und jedem kann auf diese Weise geholfen werden, nur offensichtlich Nutten nicht und das ist ein Skandal!
Warum können wir gegenüber diesen armen Kreaturen nicht auch etwas Barmherzigkeit üben. Bei jedem Wetter stehen die Dirnen mutterseelenallein am Straßenrand herum, müssen mit einem aufgeweichten Dekolleté dem Regen trotzen oder sich bei Eiseskälte den Arsch abfrieren. Die Berufsbekleidung ist auch nicht gerade das Nonplusultra. Im Winter sehen Prostituierte in blauer Thermo-Kleidung einfach nur Scheiße aus und im Sommer rutscht ständig der Zwickel fleischfarbener Strumpfhosen in die Arschritze. Oft begibt sich eine junge Frau auch unfreiwillig in die Horizontale, weil ihr Zuhälter trotz Glatteis auf Pumps besteht. Das freudlose Dasein aller leichten Mädchen lindert zwar ab und an ein freundlicher Herr, der sie mit auf ein Zimmer nimmt und ihr das Gesäß erwärmt, doch ist dieses Wohltätigkeitspimpern nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Nein, das Elend muß im großen Maßstab bekämpft werden, global, solidarisch und mit viel exibitionistisch veranlagter Prominenz. Da unsere Stars und Sternchen ja darin geübt sind, ihre Ergüsse für den guten Zweck unters Volk zu bringen, ist ein Benefiz-Ficken für Nutten in Not des Rätsels Lösung. Das Publikum zahlt und auf der Bühne toben sich die Stars aus. Doch nicht nur für Straßendirnen sollte öffentlich gerammelt werden, nein, auch für viagrageschädigte Pornodarsteller, für lesbische Dominas, für vernachlässigte Hausfrauen und schwule Pfarrer. Und das Benefiz-Ficken wird im Fernsehen der Quotenbringer. Zum Anheizen werden Naddels Brüste versteigert und für ein paar tausend Euro darf man ihre Glocken wiegen. Peter Bond zeigt allen, das er noch in Form ist und schiebt eine filmreife Nummer auf dem Parkett - keine Frage, ein Vollprofi. Britney Spears steht hinter der Bühne und kann sich nicht zwischen einem Dildo-Solo und einer Nummer mit mehreren Special Guests entscheiden - verständliche Probleme eines Stars. Doch mit solchen Kleinigkeiten gibt sich eine Presswurst wie Mariah Carey nicht zufrieden und steigt erst mit positiven Schwangerschaftstest wieder von der Bühne herunter.
Das Publikum rast, tobt vor Vergnügen, ist zufrieden über jeden Star der sich für Nutten in Not engagiert und die Kasse klingelt. So könnte es sein, ist es aber nicht.
Sauerei und wie weiter? Nun, da gäbe es noch eine minimalistische und ganz persönliche Alternative. Sie könnten zu einer Nutte gehen, ihr fünf Euro in die Hand drücken und sagen: "Hier, Kauf dir mal was schönes!" aber dazu sind die meisten zu geizig, denn für fünf Euro läßt uns gegenüber diese aufgedonnerte Schnepfe auch keine Barmherzigkeit wallten. Schade.
Doch bald ist ja Weihnachten, das Fest der Liebe und vielleicht zeigt sich der eigene Partner mal wieder von seinen wohltätigen Seite und lädt sie zu einem privaten Benefiz-Ficken unter dem Tannenbaum ein. Ich würde es ihnen wünschen.

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