Beritt war studierte Bibliothekarin und war schon währen des Scheidungsjahres wieder in ihren alten Beruf zurück gekehrt. Ihre Töchter waren erwachsen, wohnten aber immer noch bei ihr, da das Haus, dass ihr bei der Scheidung zugesprochen wurde, groß genug war, sodass jeder seinen privaten Bereich hatte.
Ich hatte mir vor zwei Wochen ein paar Fachbücher bei der Inhaberin bestellt, die jetzt zur Abholung bereit lagen.
Der leise Klingelton, der ertönte, wenn die Tür geöffnet wurde, erzeugte bei mir immer ein Gefühl der Heimkehr. Ich liebte diesen Laden und als ich mich dem Tresen zuwandte und Beritt erblickte, die mich mit ihren großen Augen erwartungsvoll anschaute, war ich Zuhause angekommen. Mir blieb vor Überraschung der Mund offen stehen und ich muss ziemlich blöd ausgesehen haben, aber mir war augenblicklich klar, dass ist sie, die Frau meines Lebens.
Ich hatte noch nie in meinem Leben so eine schöne Frau gesehen. Wie kann man von einer Sekunde auf die andere wissen, dass man den Menschen gefunden hatte, der kompromisslos zu einem passte.
Ich schritt wie in Trance auf sie zu und bevor ich überhaupt darüber nachgedacht hatte, sagte ich mit belegter Stimme: „Würdest du mich bitte heiraten?“
Ihre Augen nahmen einen eigenartigen Glanz an und dann sagte sie mit fester Stimme: „Ja, gerne!“
In dem Moment erwachte ich aus meiner Starre und fragte erstaunt nach: „Was haben sie eben gesagt?“
„Ich habe auf deine Frage, ob ich dich heiraten würde, mit >ja gerne!< beantwortet!“ Sie reichte mir ihre Hand, die ich völlig konsterniert ergriff: „Ich heiße Beritt!“
„Johann!“, nannte ich automatisch meinen Namen.
„Hallo Johann! Ich freue mich, dich kennen zu lernen!“
Ich spürte ihre warme Hand und fühlte, wie irgendetwas mit mir passierte. Um mich herum versank die Welt, alles verschwamm, nur noch dieses zauberhafte Gesicht sah ich mit einer Klarheit, die ich noch nie so empfunden hatte.
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