Ich hatte zum Glück meinen Wagen kurz vor besagter Ecke geparkt, so brauchte ich nicht im Freien auf sie warten. Auch wenn unsere abrupte Trennung, wie ein Schwall kalten Wassers über uns hereingebrochen war, so war meine Erregung noch nicht ganz abgeklungen. Im Gegenteil, wenn ich an diesen Wahnsinnskörper dachte, fing mein kleiner Freund sofort wieder an zu zucken.
Endlich erschien Beritt am Ausgang der Bücherei und hielt suchend nach mir Ausschau. Als sie nah genug war, ließ ich kurz den Scheinwerfer aufblitzen und öffnete dann für sie die Beifahrertür.
„Danke, können wir bitte schnell von hier verschwinden, besser nicht am Laden vorbei!“
Beritt saß vornübergebeugt und knetete ihre Hände, als ich den Wagen wendete und in die andere Richtung fuhr.
Eine Weile fuhren wir schweigend, bis Beritt den Kopf hob und sagte: „Könntest du bitte mal irgendwo anhalten?“
Wir waren schon in einer etwas ländlicheren Gegend, sodass ich den erst besten Feldweg nahm, den ich sah. Ich stellte den Motor ab und schaute Beritt an: „Verzeih mir, dass ich dich so überrumpelt habe. Aber alles was ich gesagt und getan habe, war aufrichtig und ehrlich gemeint. Du bist für mich wie ein Wunder in mein Leben getreten und ich kann es immer noch nicht glauben, dass du jetzt neben mir sitzt und was vorhin mit uns geschehen ist!“
Beritt schnaufte kurz, bevor sie antwortete: „Aber das ist es ja gerade, wir wissen überhaupt nichts voneinander und fallen übereinander her, wie zwei Ertrinkende.“
„Ich heiße Johann Richter, Freunde nennen mich John. Ich bin 43 Jahre alt, Elektroingenieur, nicht verheiratet, keine Kinder, habe eine Eigentumswohnung und mein Sternzeichen ist Wassermann. Und ich würde dich sehr, sehr gerne näher kennen lernen!“ Ich legte ihr eine Hand auf den Oberarm und streichelte vorsichtig mit dem Daumen über ihren weichen Pullover. „Oder bereust du es was passiert ist?“
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