“I has gärn, we Du mys Fützli aalüchtisch”, sagte sie dann in ihrem unnachahmlichen Berner Dialekt. “Ich mag es, wenn Du meine Muschi beleuchtest.” Lisa führte Zwiegespräche mit dem Mond, oh ja. Mit dem Mond, der Venus, dem Mars und wersonstauchimmer da oben kreucht und fleucht.
Die Aare zog träge dahin, so, als wäre sie ein Spiegel von Lisas Seele. Auch sie fühlte sich träge an jenem ungewöhnlich heissen Augusttag. Dann spürte sie, dass hinten, in ihrem Rücken, etwas war. Eine flüchtige Bewegung, ein Schattenwurf. Sekunden später waren die Plätze an ihrer Linken und an ihrer Rechten besetzt, eingenommen von zwei schlaksigen schwarzen Männern. Durch halb geschlossene Augen meditierte Lisa weiterhin auf die Aare hinaus. “Nice trousers”, sagte der Mann zu ihrer Linken. “Nice trousers.” Dazu spielte er versonnen an einem der aufgenähten silbernen Sternchen. Im Normalfall wäre Lisa aufgesprungen – mit einem energischen “geit´s no?” (“Bist Du nicht ganz dicht, ey?”). Dieses eine Mal aber entsann sie sich ihrer ehemaligen Yogalehrerin. “Allow, allow”, hatte jene stets zu ihr gesagt. “Lass es geschehen… Wenn Du erleben willst im Hier und Jetzt, lass die Dinge einfach zu.” Auch der Schwarze zu ihrer Rechten begann, mit den Sternchen an ihren Oberschenkeln zu spielen. “My name is Utoh”, sagte er betont langsam, klar und gedehnt. “Finco”, sagte sein Partner zu Lisas Linker. Lisa verspürte ein Kribbeln. Langsam kroch das Kribbeln von ihren Oberschenkeln in die Zone, in der sich ihr Prachtswäldchen befand. Sie öffnete intuitiv ein wenig die Beine, um die Gefühle zuzulassen. Allow, allow. Jaja.
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