Tausende von Galaxien kann der Mensch bereisen, weitere Planeten bevölkern, in den Weltraum abhauen, weil die Erde zu einer Müllhalde mutiert … der weibliche Körper ist es, nach dem jedes Sehnen, jedes Drängen strebt.
Nun aber zurück zu Yvo. Seine Trainingsmatte lag exakt hinter derjenigen von Alexa, der Bäckerin. Dieses Mal trug sie lindgrüne Leggings, und genau wie in der Vorwoche verbargen sie nichts. Zuerst waren Atemübungen in Rückenlage angesagt, das Finden der eigenen Mitte. Links und rechts von Yvo lagen Frauen, die auch nicht von schlechten Eltern waren. Zwei liebenswerte Ü40 Hausfrauen, die eine mit schwarzen Locken, die von einem signalfarbenen Haarband zusammengehalten wurden, die andere mit übergroßen Brüsten, fast zu groß, als dass nur ein einziger Mann sich daran delektieren durfte. Derartige Titten waren im Grunde mehreren Männern zu gönnen, eigentlich einer ganzen Nachbarschaft von ausgehungerten Bankbeamten oder einer Fußballmannschaft gar. Warum auch nicht? Es ist ja der Wille der Natur, der Wille der Amygdala, dass Brüste das Epizentrum allen männlichen Sehnens sind. Wobei hier der Fairness halber erwähnt sei, dass auch Frauen ohne Brüste, etwa nach einer krebsbedingten Ablatio, genauso liebenswert sind wie Frauen mit Brüsten. Denn was lebt, was wirklich lebt, ist die Projektion, das tiefe Sehnen nach dem weiblichen Fluidum, wie es etwa Cornelia, die Yogalehrerin, ausstrahlte. Das Streben nach den Tiefen der weiblichen Seele.
Es folgten einige Dehnübungen, der Schneidersitz, zu dem Yvo absolut nicht imstande war, und wenn, dann nur, wenn er ein weiches Rundkissen unter seinen Hintern schob. Sonst wäre er allzu weit hinter die durchtrainierten Frauenkörper zurückgefallen, die spielend, mit durchgestreckten Beinen, mit den Fingerspitzen den Boden berühren konnten.
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