Sondern für hungrige Männer, die nie genug bekommen können. An besagter Internetseite haben mich nicht die vielen Brüste irritiert. Die sind einfach, wie sie sind. Durcheinander gebracht hat mich, dass nur Brüste zu sehen waren, der Kopf der Besitzerinnen aber nicht. Also ich kann nur von mir reden. Wenn meine Aufmerksamkeit auf einen Körper gelenkt werden soll, wünsche ich mir auch den dazugehörigen Kopf. Wir Frauen sind da wohl etwas anders. Demzufolge gibt es wohl keine einzige «suckable cock» Internetseite. Weil das Foto eines Schwanzes, ein «Dick Pic», ohne Kopf des stolzen Besitzers, uns Frauen einfach dreimal überhaupt nicht interessiert.
Heute ist Mittwoch. Ich führe Bim und Bam aus, in einem neuen gelben Träger-T-Shirt. Wenn ich an mir herunterschaue, wirken Bim und Bam wie eine Art Balkon. Man könnte zwischen ihnen eine Sonnenblume reinschieben. Oder eine Orchidee. Ich finde mich wunderschön und weiss, dass das alle, die mir heute begegnen, auch tun werden. Dann wurde mir, mitten im Statistik-Unterricht, ich besuche nun eine Fachhochschule, ein Zettel zugeschoben. «Martina, sehen wir uns in der Pause? Hinter der Trauerweide?» Der Pausenhof des Instituts lag immer in der prallen Sonne, aber es gab da diesen wohltuenden Schattenspender, die Trauerweide. Unterzeichnet war der Zettel nicht, ich hatte somit keine Ahnung, wer da was von mir wollte. Aber ich konnte die Pause kaum erwarten. Endlich war es so weit, und ich ging zur Trauerweide. Dort standen Pete und Thomsen. Verlegen traten sie von einem Fuss auf den andern. Als sie mich kommen sahen, erstarrten sie. «Martina, wir möchten Dich – ehm – etwas fragen. Wir haben uns für eine Bachelor-Thesis zum Thema «artgerechte BHs» entschieden». Artgerecht. Ich musste schmunzeln. Was zum Teufel gingen Männer denn schon unsere BH-Probleme an? Waren wir Frauen eine «Art»? Im biologischen Sinne wohl schon. Sie erläuterten mir ihr Projekt.
Bim und Bam
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