Hellen wischt ihr die Tränen aus dem Gesicht und küsst sie erneut.
„Jara, wenn wir alles in unserem Leben ausschließen, was Bedenken auslöst, ist es kein Leben mehr.“
Fest nimmt sie Jaras Gesicht in ihre Hände und fängt deren unsteten Blick.
„Wir schaffen das, glaube mir! Das Umfeld, in dem wir uns jetzt bewegen steht doch, ohne Wenn und Aber hinter uns. Nimm zum Beispiel Karl. Er ist in einer Zeit aufgewachsen, in der es Beziehungen wie unsere nur versteckt gab und doch geht er ganz selbstverständlich mit uns um, oder?“
„Ja Karl“, gibt Jara unter einem tiefen Atemzug preis. „Der hat was Besonderes an sich. Etwas, das mich anzieht. In seiner Nähe fühle ich mich einfach wohl.“
„Ohhh, dann wäre er doch ein Kandidat, als …“
„Untersteh dich, das auch nur anzudenken!“, fährt Jara aufbrausend dazwischen. „Der Vater unserer besten Freundin … du spinnst doch!“
Selten, dass ihre Partnerin so aggressiv ihr gegenüber auftritt. Hellen erschreckt das und sie lehnt sich mit forschendem Blick zurück.
Da hat Jara sich auch schon wieder gefangen.
„Das geht wirklich nicht Hellen“, stellt sie beschwichtigend fest. „Ich weiß ja, dass du auf ältere Männer stehst …“
„Nein, ich steh auf dich!“
„Und doch hattest du vor mir einige Abenteuer mit gesetzten Herren.“ Jara ist nicht bereit sich aus dem Konzept bringen zu lassen. „Wie war das noch mit dem …“
„Schon gut, schon gut.“
Jara lächelt bei einem tiefen Atemzug.
„Wenn es denn schon unbedingt sein muss, dann such dir einen Fremden. Einen den ich nicht kenne.“
Hellen stockt der Atem.
„War das … war das ein Ja zum Kind?“
Jara nickt und nimmt sie in den Arm, um ihr nicht zu zeigen, dass sie selbst erstaunt ist, über ihre Zustimmung.
Viele Gespräche folgen, in denen Hellen fürchtet, Jara könnte wankend werden. Dem ist aber nicht so, was Hellen zur Kandidatensuche veranlasst, denn beide sind sich einig, dass das Kind auf natürlichem Weg gezeugt werden soll.
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