Das Blaue Sofa oder Die Frage des richtigen Zureitens

Geschichten vom Anfang der Sinnlichkeit

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Das Blaue Sofa oder Die Frage des richtigen Zureitens

Das Blaue Sofa oder Die Frage des richtigen Zureitens

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Zärtlichkeit und Leidenschaft bedingten einander in seinem Fühlen und so nahm er Abstand davon, für das tiefe sinnliche Empfinden der Liebe wiederholt den Krieg zu beginnen. Was ihr die Seele endlich nicht mehr beschwerte, führte ihn in dunkle Tiefen. Der Erinnerung an die wilde Schönheit jenes Lebens entwuchs im liebenden Blick bittersüße Melancholie, doch verhärtete sie sich im Schmerz über den Verlust zu Bitterkeit, nicht bestimmend für ihre Liebe, aber zu ihr gehörig.

Das Grübeln über die Gründe, die Erinnerung an das, was er fühlbar vermisste, die objektiv nicht begründbare Hoffnung auf Umkehr aller Verhältnisse, die Sehnsucht nach einem Neubeginn wurden sein Nachtmar, ein Dämon, der sich in seinen ungebetenen Einflüsterungen manchmal gar freundschaftlich gab, nur um ihn anzuspornen, nicht abzulassen von seiner unsteten Suche.

* * *

Vom ersten Moment an wusste er, bei dieser Frau gibt es nur ganz oder gar nicht. Allein mit Kind war weder Raum noch Zeit für Spielchen abseits der Verwurzelung in konkreter Realität mit klarer Zuständigkeit und Übernahme von Verantwortung.

Zu fliehen hatte er versucht nach ihrer ersten gemeinsamen Nacht, und ihre Tränen hatte sie im Stillen vergossen, ihn nicht zu halten versucht.

Schon tags darauf stand er wieder vor ihrer Tür, wurde glückselig aufgenommen und blieb.

Es war der Beginn einer wilden Liebe, mitten im Leben mit all seinen prallen, überreichen Gaben an Leid und Glückseligkeit, in der sich Treue nicht nur in formaler Beachtung starrer Regeln, sondern in Verlässlichkeit in Zeiten menschlicher Notlagen bewies.

Sie war die Liebe seines Lebens. Um die rang er verzweifelt mit sich selbst.

* * *

Die erste wilde Knutscherei in seinem Wohnzimmer glich mehr jenen aus Teenagertagen als den Eroberungen der letzten Jahre.

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