Mit dem Schwinden der Kräfte sank er erschöpft an ihre Seite, verrieb seinen Erguss auf ihrem Bauch, ihren Brüsten und küsste die Spuren aus ihrem Gesicht, ihrem Haar, von ihrer Kleidung, schließlich auch von Bauch und Brüsten. Als er den Kopf hob, um zu sehen, wie dieses tabulose Tun aufnähme, da reckte sie ihm schon sehnsüchtig ihre Lippen entgegen, doch im letzten Moment entzog sie sich, bot ihm ihren Hals für seinen schmutzigen Kuss.
Schmusend lagen sie noch beieinander, redeten über Gott und Welt, und hätten so einen wunderbaren Morgen anbrechen sehen können. Doch bleiben konnte sie nicht, denn die Babysitterin wartete.
*
Dass der nächste Tag geprägt war von seinen kleingeistigen Fluchttendenzen bei Überforderung angesichts eines motzenden Sechsjährigen, war kein Ruhmesblatt, doch hatte dies keinen Bestand.
Seine Ängste gründeten in sehr konkreten Überlegungen und Befürchtungen, die sich allesamt bewahrheiten sollten. Schon im vergangenen Spätsommer, im Pool einer süditalienischen Ferienanlage, in die sie sich mit einer Gruppe von Freunden eingemietet hatten, loderte das Feuer zwischen ihnen. Gebannt hatten sie sich in die Augen gesehen, waren kurz davor sich aneinander zu drücken in ihrer Erregung, ineinander zu gleiten schon mit dem ersten Kuss - hätte nicht ihr wachsamer Sprössling seine Mutter wahrhaft ritterlich in einer wilden Attacke vor jeder Anfechtung in Schutz genommen.
Es sollte noch dauern, bis das verdaut war.
Doch was ihn zurück in ihre Arme trieb, war die Sehnsucht nach ihren Augen, ihren Lippen, ihrem Schoß, denn es waren ihre Augen, ihre Lippen, ihr Schoß, nach denen sich sein Innerstes verzehrte. Allein aus diesem erotischen Feuer nährte sich ihre Liebe, sie wurde das tragfähige Fundament für ihr Leben zu dritt.
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