Blick über den Zaun

Geschichten vom Anfang der Leidenschaft

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Blick über den Zaun

Blick über den Zaun

Stayhungry

„Oh, entschuldige, dass ich dich da jetzt grundlos rüber bestellt habe! Ich hatte das entdeckt und wusste nicht recht, ob hier was zu unternehmen war“, entschuldigte sich Linda mit einem breiten Lachen, dem dieses Bedauern so gar nicht zu entnehmen war. „Macht doch nichts!“, erwiderte Chris hastig. „Besser, es ist alles in Ordnung! Dann haben wir am wenigsten Arbeit!“ Er war mit ihr allein immer ein wenig nervös, versuchte jetzt, ihr nicht in den Ausschnitt zu sehen und auch nicht auf die drallen Hüften. Verlegen griff er in seine kurz geschorenen blonden Locken, die an den Schläfen schon ein wenig grau geworden waren. Linda trug nämlich so ein leichtes, dünnes, wallendes Sommerkleid, irgendwie indisch-orientalisch inspiriert, mit tiefem Dekolleté. So richtig verhüllt war a gar nix, Hüften, Hintern und Oberweite konnte er in natura wahrnehmen und dann eben diesen Slip, kein Tanga, aber wesentlich sexier als das mehr einem Schleier gleichende Textil ohne echte Form. Er verließ den Heizungskeller und Linda wies mit gewinnendem Lächeln nach links zur offenstehenden Tür des Wäscheraums.

Chris wunderte sich, dachte, es ergäbe sich wohl auch noch etwas Arbeit mit Waschmaschine oder Trockner, da konnten Fusseln, Münzen und Taschentücher ja auch einiges anrichten. Zwischen beiden Geräten befand sich ein Tisch, auf dem zwei Wäschekörbe standen, gegenüber ein Regal mit allerlei Putzmitteln, Handtüchern und Ramsch für Garten und Außenbereich. „Das ist die ungewaschene Wäsche“, erklärte Linda vordergründig sinnfrei. Chris blickte ratlos dorthin und sah in dem einen Korb Damenunterwäsche. „Stört es dich?“, fragte Linda scheinheilig und stieg aus dem Höschen. Chris erstarrte wie das Kaninchen vor der Schlange. Und da Linda sich dabei bückte, fiel sein Blick in ihren lockeren  Ausschnitt, auf ihre dunklen Knospen.

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