Blind Taste

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Blind Taste

Blind Taste

Alina Soleil

Am Tisch werden die ersten Vermutungen laut geäußert, um was es sich bei den verschiedenen Füllungen handelt. Bei mir muss es irgendwas mit Tomate und Schafskäse sein, ein ziemlich intensiver Geschmack, sehr eindeutig und auch ein wenig scharf.

„Ich muss jetzt weitermachen“, haucht die Stimme, und dann lauter, an alle:
„Möchte jemand noch einen Naschschlag?“
Kurze Pause.
„Falls nicht, dann würden wir jetzt abräumen. Ihr meldet euch bitte, wenn wir euch was zu Trinken nachschenken sollen. Oder wenn jemand noch etwas Anderes bestellen möchte. Bitte ruft nach uns, gerne mit unseren Namen. Handheben hat ja wenig Sinn. Ich bin übrigens Memet, die freundliche Dame, die euch vorhin begrüßt hat, heißt Brigitte und am anderen Tischende steht euch Janine zu Diensten.“
„Ich hätte gerne noch ein Bier“, meldet sich jemand von der Tischmitte, worauf sofort ein paar weitere Mädels „ich auch“ hinterherrufen.
„Ach ja“, fährt Memet fort, „und bitte gebt uns auch Bescheid, falls jemand zur Toilette möchte. Wir geleiten euch dann zum Flur und später wieder zurück an euren Platz. Wir möchten ja nicht, dass sich jemand auf dem Weg dahin verletzt.“

Kurz darauf haben er und die anderen Bedienungen die Tische abgeräumt und versorgen uns, den Geräuschen nach, mit neuen Getränken.

„Na, wie findest du’s bisher?“, fragt Melek.
„Meinst du mich?“
„Klar meine ich dich, Hanne, redet ja nix mehr mit mir.“ Dabei scheint sie das Mädel rechts neben ihr anzuschubsen, denn die beschwert sich lautstark mit einem „Aua!“
Und ergänzt dann: „Ich versuch mich halt zu konzentrieren. Ist ja gar nicht so leicht, bei dem Lärmpegel.“
Tastsächlich ist es inzwischen ziemlich laut, alle quatschen durcheinander, lachen und kichern, es herrscht eine ausgelassene Stimmung.
„Ich find’s echt gut,“ sage ich mit vor Erregung heiserer Stimme.

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