Und dann küsst er meine Brüste, lang und leidenschaftlich. Ich könnte schreien vor Lust.
Hippelig und unleidig vor Geilheit warte ich genervt, bis endlich alle ihren Kaffee getrunken haben und wir nach draußen können. Ich will jetzt so schnell wie möglich nach Hause, ich muss mich endlich erleichtern, brauche dringend einen Orgasmus. Die Gefahr ist nämlich, dass meine Lust in Frust umschlägt, weil es zu lange dauert, bis ich Hand anlegen kann.
Endlich geht’s nach draußen, aber zunächst nur in den Flur, wo die Bedienungen uns überraschenderweise einen Augenblick lang allein lassen, weil sie „draußen noch eine kleine Überraschung vorbereiten“ müssen, wie uns Brigitte erklärt.
Ein paar Sekunden passiert nichts, doch dann schimmert plötzlich von irgendwo her die Ahnung von Licht. Es beginnt ganz schwach, in den Wänden und Decken versteckte LED-Leuchten erwachen nach nun nach zum Leben, fangen an, den Flur immer mehr zu erhellen – ein beeindruckender Effekt! Die schwarzen Vorhänge sind zurückgezogen, die Wände dahinter mit leuchtenden und fluoreszierenden Farben bunt angemalt, wie ein großflächiger Street-Art-Graffiti, ein wilder Mix aus stilisierten Blumen, Menschen, Tieren, Bäumen, Häusern, Autos, Raketen, Flugzeugen, Planeten, Robotern, Aliens und – seltsamen Haushaltsgegenständen. Es ist fast zu viel für meine Augen, die Farben und Formen schicken mich regelrecht auf einen Trip.
Dann öffnet sich die Tür zum Foyer. Als wir nacheinander in den offenen Raum treten, bekommt jede von uns von einer mittelalten, zierlichen Frau in einem grellgelben Kleid – ich vermute, das ist Beatrice – eine schwarze Augenbinde mit dem Blind Taste Logo drauf in die Hand gedrückt. Und eine Box aus Karton mit unseren Namen drauf, in der ich Pralinen vermute.
Blind Taste
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