Blue Movie

2 27-42 Minuten 0 Kommentare
Blue Movie

Blue Movie

Viktoria Tsiffa

(entschärfte "R"-rated version)

Ich bin stiller Beobachter eines Voodoo-Rituals. Ich bin zugleich der warme Nachtwind, der sachte über heiße Körper nackter Voodoo-Priesterinnen streift. Ich bin der brennende Himmel über einer gottverlassenen Insel. Ich bin das Düstere in den Augen der besessenen Tänzer. Ich bin der Rythmus dumpfer Trommelschläge.
Voodoo-Tänze dunkler Frauen. Jede Bewegung reine Obszönität, die dein Hirn zum kochen bringt, dir den Verstand raubt. Audiovisuelle Kopulation. Baron Zamedi wartet auf das Menschenopfer. Er giert schon nach dem Menschenpferd das er besteigen und zur Hölle reiten wird.
Da wird sie zum Altar gebracht. Ein weißes Mädchen diesmal. Süße Siebzehn. Gekidnappt vor irgendeiner Mädchenschule. Ein Blick des schwarzen Bokor hat genügt und das Hirn der kleinen ist ihr in den blütenweißen Slip gerutscht. Wahrscheinlich hat er sie schon auf der Fahrt hierher vernascht. Sie wollte sicher wissen ob sein bestes Teil so lang ist wie die übrigen zehn Finger. Und noch viel länger wird er ja wenn`s dann zur Sache geht. Noch hat unsere Kleine keine Angst vor`m schwarzen Mann.
Dass sie bald Baron Zamedi's Pferdchen sein wird, damit hat sie wohl nicht gerechnet. Zwei Gehilfen Hungans bringen sie zum Fest. Das Marmor-Mädchen weint und zittert schon. Ihre Handgelenke und ihre schlanken Beinchen sind über einer Bambusstange gefesselt. So schultern die zwei Jäger ihre Beute zum Altar. Die Fesseln gelöst und das karierte Röckchen abgestreift. Der enge Pullover wird dem Mädchen mit einem Rasiermesser vom Leib geschält. Zwei kleine, weiße Brüste hüpfen munter schwarzen Händen entgegen als sie zappelnd versucht, sich loszustrampeln. Die weiße Haut der Kleinen brennt sich beinahe fluoreszierend durch die dunkle Nacht, als sie von den Voodoo-Priestern zum Altar getragen wird.
Muskelbepackte Hände umgreifen ihre zarten Handgelenke, während weitere Hände an ihren zarten Schenkeln zerren. Sie wehrt sich nur noch zum Schein. Längst lässt sie sich in düstere Süße hinabgleiten. Dunkle Lust legt sich auf ihr kleines Herz. Und der schwarze Schädel des Voodoo-Priesters sinkt in ihren Schoß. Er saugt sich tief hinein in ihre Muschi. Er beißt ihr ganz sachte kleine Wunden in das zarte Fleisch der Kitty-Cat und injiziert ihr so das Aphrodisiaka, dass auf seiner Zungenspitze glitzert. Mit gleichmäßigen Bewegungen seiner muskulösen Zunge reibt er ihr das Yohimbin in das wundgebissene Fleisch. Dann leckt er ihr die Wunden bis sich ihr Körper wie ein Schnappmesser seinem Gesicht entgegendrängt. Mit einem obszönen Bauchtanz ihres festen Unterleibs tanzt sie um die langsam verglimmende Glut des vierten oder fünften Orgasmus, schraubt sich so noch einmal mit kreisenden Bewegungen ihrer Hüften seiner phänomenalen harten Zunge entgegen.
Das war aber erst das Vorspiel. Da das Marmor-Mädchen kaum noch aufrecht gehen oder stehen kann, wird sie von einer Gruppe sterbensschöner Voodoo-Priesterinnen zu zwei alten, hohen Bäumen getragen, die scheinbar bis weit in den dunklen Orbit ragen. Der noch leicht gerötete junge Körper verfängt sich in einem Netz glitzernder, klebriger Stricke, die zwischen den zwei Bäumen gespannt sind. Wie ein verzweifelter Schmetterling im Spinnennetz windet sich der Körper, die zarten Glieder, die von den Priesterinnen noch mit weiteren Stricken um Hand,-und Fußgelenke zwischen die zwei Baumstämme gespannt werden. Alle Viere von sich gestreckt harrt das wehrlose Mädchen weiteren bizarren Zeremonien.
Kaum hat sie die Augen geschlossen, spürt sie ein Paar heiße Hände auf ihrem Hintern. Die Hände zerren ihren Unterleib einer Erektion entgegen, die das Mädchen an die endlos hohen Bäume denken läßt. Zwei weitere Hände liegen heiß auf ihren Schenkeln. Schwarze Finger spreizen ihre blassen Pobacken auseinander und ein Schmetterling wird von zwei Seiten aufgespießt. Jetzt kann sie nichts weiter tun als das Gefühl absoluter Wehrlosigkeit zuzulassen und der fremden Zunge Einlass in ihren Mund zu gewähren.
Während der Stunden, in denen der warme Wind ihr feuchtes Haar allmählich trocknet und sich die zwei hohen Bäume in der schweren Nachtluft wiegen... in all diesen Stunden, eingeklemmt zwischen zwei schwarzen, ledernen, festen Körpern, mindestens zwei ultra-harte Erektionen in sich spürend, da weiß das Marmor-Mädchen, dass sie sich verwandeln wird. In was, das weiß sie selbst noch nicht. Mal sehen.
Gut geölt und scharfgeritten wird das Mädchen jetzt Baron Zamedi überbracht. Der braucht keinen einzigen seiner elf Finger um noch das Letzte aus ihr herauszukitzeln. Sie steht nackt und verletzlich vor ihm. Er fickt das Girl mit Blicken. Nur mit Worten kitzelt er die Zirbeldrüse, als er mit abgrundtiefer Stimme irgendwelche Beschwörungsformeln murmelt. Wie unter zehn Multi-Orgasmen gleichzeitig aufschreiend, bricht das Mädchen zusammen und windet sich spastisch zuckend zu seinen Füßen. Baron Zamedi kriecht in den Kopf des Mädchens. Er will sie werden. Er will sie sein. Er will das Mädchen sein und gleichzeitig er selbst, während er sie fickt. Und er will jeden seiner Stöße spüren, in ihrem Körper. Baron Zamedi sattelt sein Menschenpferd und reitet auf dem Mädchen über den endlos dunklen Ozean. Er reitet einer neuen Form des Daseins entgegen.
Während ich all diese Ereignisse vor mir sehe, wird mir plötzlich klar, dass ich doch nicht nur stiller Beobachter bin. Ich bin das Ereignis. Ich bin der warme Nachtwind, der sachte über heiße Körper nackter Voodoo-Priesterinnen streift. Ich bin der brennende Himmel über einer gottverlassenen Insel. Ich bin das Dunkle in den Augen der besessenen Tänzer. Ich bin der Rythmus dumpfer Trommelschläge. Ich bin das Marmor-Mädchen und zugleich Baron Zamedi.
Nach allen Voodoo-Ritualen ist es plötzlich schwärzeste Nacht um mich herum. Und so bleibt es auch. Dunkel. Es wird einfach nicht mehr hell.
Ich wache auf aus diesem Traum. Schweißgebadet. Mit einer ultraharten Erektion. Und ich weiß einfach nicht wohin damit.
Schwärzeste Nacht. Noch immer. Es wird einfach nicht mehr hell da draussen. Möglicherweise hat sich die Sonne dazu entschieden, nicht mehr für uns zu scheinen. Wir sind ihr Licht und ihre Wärme auch nicht wert. Die Sonne sieht auf uns herab und sieht, dass wir nur Bestien sind. Also scheint sie nicht mehr für uns. Die Sonne. Dunkelheit. Flackerndes Neonlicht von draussen frißt sich durch die heruntergelassenen Jalousien und schneidet mit nervös schwirrenden Lichtschwertern mein Hotelzimmer in kleine Stücke. Mein Hotelzimmer. Das klingt jetzt ziemlich positiv. Zimmer klingt irgendwie zu... wohnlich. Die Wahrheit sieht so aus: Ich vegetiere in einem Schuhkarton vor mich hin. Körper und Geist schrumpfen, um sich dieser Behausung anzupassen. Ich wohne in einem Hotel, das aus übereinandergestellten Schuhkartons besteht. Die Wände sind dünn. Ich kann meine Nachbarn denken hören. Üble Gedanken. Menschen sind Bestien. Und möglicherweise bin ich die schlimmste Bestie von allen.
Ich liege auf meinem Bett und starre an die rissige, verfaulte Zimmerdecke. Ich liege einfach nur da, in meinem durchgeschwitzten, zerknitterten Anzug und warte darauf, dass Zeit vergeht. Vielleicht kann ich meine Probleme einfach aussitzen. Aber die Zeit vergeht nicht. Sie ist stehengeblieben oder verlorengegangen oder einfach nur geschmolzen und versickert in der Hitze. Hochsommer. Oder vielleicht bin ich schon in der Hölle. Ein Ventilator auf dem Nachttisch summt seinen unverständlichen, monotonen Sermon, flüstert unsinnige Worte und verwirbelt warmen Mief.
Übrigens: Hier in New Orleans gibt es die hübschesten Mädchen der Welt. Zwei davon liegen noch von letzter Nacht in meinem Hotelzimmer herum. Sandy, oder Mandy oder Candy liegt neben mir im Bett. Weglaufen kann sie mir nicht. Ihre Hand,- und Fußgelenke sind noch an`s Bettgestell gefesselt. Sie wollte es so. Das hat sie jetzt davon. Keine Ahnung, ob sie `ne Prostituierte ist. Jedenfalls hab` ich der kleinen Krachmaschine ein paar Scheine in den Mund gestopft und sie mit Klebeband geknebelt. Sie schläft noch. Da ich `nen zum Bersten harten Ständer habe und nicht so recht weiß, wohin damit, schiebe ich ihn ihr sachte rein. Wie auf Katzenpfoten dringe ich in sie ein, um sie nicht zu wecken. Während sie sich durch verstörende Träume windet, fühlt sich ihr Fleisch so weich an, dass ich ich glaube in ihr zu versinken. Ihre üppigen Brüste wackeln wie Schokoladenpudding, als ich auf ihr zum Höhepunkt und hinter den Horizont ihres perfekten braunen Teints reite. Was sie wohl gerade träumt?
Noch immer steht mein bestes Teil von mir weg, so dass ich meine Hose gar nicht zukriege. Ich wälze mich runter von Mandy, oder Candy und mein Blick fällt auf ein zweites Mädchen, das nackt und schlafend in einem alten Ohrensessel flätzt. Benommen stackse ich zur ihr rüber. In Big Mama`s Afrolook-Frisur klebt noch der Honig, den ich letzte Nacht durch`s gesamte Zimmer verspritzt haben muß. Wie um ein Musikinstrument legt sich die wohlgeformte, schlanke Hand dieser Braut um deinen Colt und die Wumme geht los. Die Frau könnte mit ihren Geschlechtsorganen Stahlrohre biegen. Kein Problem wenn sie dir wohlgesonnen ist, mein Freund. Aber wehe wenn sie ihr blaues Auge mir zu verdanken hat. Ich kann mich beim besten Willen nicht komplett an die letzten zwei Tage und Nächte erinnern, die ich mit diesen Miezen hier verbracht habe. Ich will sie nicht wecken. Auch sie geniesst den Sex nicht gerade flüsterleise. Ich bin noch auf einem Ohr halb taub. Einerseits befürchte ich, die Pussy dieser schwarzen Amazone könnte mir den Schwanz abbeißen, wenn ich ihr noch einmal zu nahe kommen sollte. Andererseits locken mich ihre dunklen, festen Brüste mit den harten, lila Türmen drauf. Sie hat immernoch so harte Nippel, dass sie mir damit die Augen ausstechen könnte. Was soll`s? Ich riskier`s einfach. Ich wühle mich durch den Dschungel ihres Schamhaars und presse ihr dabei eine Hand auf den Mund. Ihre vollen, weichen Lippe fühlen sich gut an unter meiner Handfläche. Ich spüre ihren ruhigen heißen Atem auf meinem Handrücken. Der matt-grüne, zerschlissene Ohrensessel in dem Big Mama flätzt ist exakt so hoch, dass ich nur noch einen ihrer schweren Schenkel heben muß und schon kann ich meinen schnaubenden Cadillac in ihrer geräumigen Garage parken. Schade dass ich jetzt keine Hand mehr freihabe. Ich züngel und beiße an ihre Brustwarzen herum. Meine Nase drückt dabei eine kleine Delle in`s feste Fleisch ihrer Brust. Sachte wie der nächtliche Ozean bewegt sich ihr edles Fleisch in meinem Rythmus. Sie träumt und windet sich. Plötzlich schlägt sie die Augen auf. Panisch windet sie sich ein paar Schrecksekunden lang. Jeder ihrer Muskeln versucht mich abzustoßen. Sie beißt mir in die Hand, die ich ihr auf den heißen Mund presse. Als sie mich traumtrunkenen durch den Schleier ihres plötzlichen Erwachens hindurch erkennt, wird der Puma zum lieben Kitty-Cat. Sie saugt mich mit jeder ihrer Poren an sich heran, legt ihre perfekten Hände auf meinen Arsch und drückt mich so tief in sie rein, dass ich befürchte irgendwelche Mauern in ihr zu durchbrechen. Ihre Hände geben jetzt den Rythmus vor. Und den Radius der kreisenden Bewegungen, mit denen ich mich durch sie durchwühle. Sie schiebt mir ihre Zunge so tief in den Hals, dass ich einen Moment lang glaube zu ersticken. Aber der Sauerstoffmangel im Gehirn läßt mich nur um so heftiger kommen. Mit völlig unkontrollierbaren, spastischen Zuckungen entlade ich mich, während Big Mama die dreckigste Lache von sich gibt, die wohl jemals dieses Hotelzimmer erzittern ließ. Noch ist sie nicht am Ziel. Sie schlingt ihre Beine um meinen Unterleib und treibt mich immer tiefer in sie rein. Mann, was hat diese Gazelle für Sprinter-Schenkel. Endspurt. Die letzten hundert Meter. Zu meiner Überraschung brüllt sie diesmal ihren Orgasmus nicht in ohrenbetäubender Lautstärke aus sich heraus. Nein, diesmal haucht sie nur ein kernig dunkles "Fuck" und beißt mir danach fast ein Ohrläppchen ab.
Sie setzt einen ihrer Füße auf meine verschwitzte Brust und stößt mich von ihr weg. Grazil erhebt sie ihren festen Knackarsch aus dem alten Sessel, den ich wehmütig seufzen höre.
Zwei Schritte schreitet meine dunkle Amazone durch den Raum. Nackt und schwarz wie Gott sie schuf vollführt sie akrobatisch einen Flic-Flac und wird kalkuliert von einer Zimmerwand gebremst. An der Wand, im Handstand, spreizt sie die Beine und lächelt mich an. Ich weiß, was das bedeutet. Big Mama will eine Prise Kokain verabreicht haben. Und zwar dorthin, wo es am schnellsten wirkt. Ich schaufel das letzte Häufchen Koks zurecht und balanciere es auf meiner Zungenspitze. Big Mama`s Klit ist noch wund genug um das Kokain nur so in sich aufzusaugen. Big Mama belohnt meine hündische Ergebenheit indem sie meinen Kopf zwischen ihre heißen Schenkel presst. So muß ich ihre Schreie nicht in voller Lautstärke ertragen.
Okay. Ich bin jetzt etwas ausgepowert. Die Mädels hier fangen jetzt erst richtig an. Ich darf dabei zusehen. Immerhin.
Big Mama setzt sich rittlings auf Candy, oder Mandy, die immernoch an`s Bettgestell gefesselt ist. Zärtlich wird die Kleine wachgeküßt. Big Mama beugt sich zu Candy runter und nie habe ich etwas schöneres gesehen, wie diese vier perfekten Brüste aufeinandergepresst. Big Mama schnallt sich jetzt den "kleinen Willie" um die Hüfte. Der kleine Willie ist aber alles andere als klein. Das weiß ich nur zu gut, von letzter Nacht. Als mich Big Mama mit dem Ding gepfählt hat. So aus Jux und Tollerei. Und damit ich Macho auch mal weiß wie es ist, in den Arsch gepimpert zu werden. Als Big Mama "klein Willie" in die zarte Candy rammelt, habe ich schon die Befürchtung, Candy könnte innerlich zerreissen. Aber offensichtlich steht Candy auf ein wirklich "ausgefülltes" Sexualleben. Gegen meine Puppenspieler-Tricks hatte sie ja auch nichts einzuwenden. Wie eine gefügige Handpuppe erfüllte sie mir wirklich jeden Wunsch, als ich von innen an ihren Marionettenfäden zog.
Candy weint jetzt laut und windet sich genußvoll. "Klein Willie" tanzt jetzt Disco oder Boogie in ihr drin. So wie Big Mama mit "Klein Willie" umgehen kann... das läßt jeden Kerl vor Neid erblassen.
Mir platzen fast die Eier. Und ich hab` schon wieder einen Ständer. Zum krönenden Abschluß liege ich deshalb noch einmal auf Candy. Und Big Mama liegt auf mir. Und sie pfählt mich nochmal mit "Klein Willie" und gibt dabei den Rythmus unseres bizarren Dreiers vor.
Als diese Nutten auch noch Geld für ihren Spaß verlangen, setze ich die beiden eiskalt vor die Tür. Draussen vor der Zimmertür, Gegröhle und Gefeixe schwerer Jungs, die in den versifften Fluren des Hotels herumlungern. Dealer, Killer und Zuhälter die auf leichte Beute lauern. Vielleicht hätte ich die Miezen nicht so nackt und hilflos vor die Tür setzen sollen. ...Na, was soll`s? Die gesamte kriminelle durchgeknallte Unterwelt dieser Stadt scheint sich versammelt zu haben und jetzt lauern sie vor meiner Hotelzimmertür. Großzügig überlasse ich den wilden Freaks die Mädels, mache sie dem Abschaum der Stadt zum Geschenk. Oh, wie ich New Orlean`s liebe!
Ich lasse mich erschöpft auf`s schweißdurchtränkte Bett fallen und versuche, mein bisheriges Leben zu rekonstruieren. Mein Leben vor der Orgie der letzten zwei Tage und Nächte. Wir sind, was wir erinnern. Okay. Also los, Junge! Versuche dich zu erinnern, wer oder was du bist. Du bist Michael T. Ressner. Privatdetektiv. Das bist du doch, oder? Herrgott! Ich kann mich nichtmal mehr erinnern wofür das "T" in meinem Namen steht! Wer bin ich wirklich?
Und wer war Mary G.? Mary G. Die schöne Mary G. - Meine Auftraggeberin. Wenn ich mir meine Traumfrau backen könnte, ich würde Mary G. als Vorbild nehmen. Mary`s Herz gehört jetzt mir! Mary`s herausgerissenes Herz liegt in einen Schuhkarton, unter meinem Bett. Ein Zwerg in einer Pagen-Uniform hat mir das Paket zugestellt. Er sah mich wissend an und grinste. Mary`s Herz gehört jetzt mir.
Kopflos stolperte ich in diesen scheinbar so simplen Fall. Eigentlich sollte ich nur einfach Mary G.´s Tochter Miranda finden. Kein Problem. Dachte ich. Miranda ist ein Flittchen. Und hier, in New Orleans, hier kommt kein Flittchen an mir vorbei. Ich kenne jedes Flittchen in dieser heißkalten Stadt. Ich bin ein Flittchen-Magnet. Gott verpasste mir ein einigermaßen hübsches Gesicht und dann trat er mich höhnisch lachend in den Arsch, bevor er mich in diese Welt hinausschickte. Ich bin ein Wegwerfmann. Flittchen nehmen mich aus und werfen mich weg. Flittchen greifen mir mit der einen Hand an den Schritt und mit der anderen nach meiner Brieftasche. Sollte also kein Problem sein, früher oder später Miranda über den Weg zu laufen. Hat ja auch geklappt. Aber dann...
Auf dem Foto das mir Mary gab, sah Miranda noch ganz harmlos aus: geblümtes Sommerkleidchen, blasse Haut, dunkles Pagenköpfchen, kindisches, kindliches Lächeln. Süße Siebzehn. So sah Miranda tagsüber aus. Auf dem Foto. Aber Nachts ist sie ein Vamp. Und ich begegne ihr ausschließlich Nachts. Aber dazu später mehr...
Mühsam raffe ich mich auf. Ich greife nach meinem Revolver, der auf dem Nachttisch liegt. Nur noch zwei Patronen in der Trommel und kein Geld mehr für Munition. Der Verband um meine rechte Hand ist blutdurchtränkt und schmutzig. Ein letzter Schluck als Wegzehrung, bevor`s auf die mitternächtliche Beerdigung geht. Nur geladene Gäste zur Trauerfeier. Nur ich. Ich nippe aus meinem Glas. Blut tropft aus meiner zerschundenen Fresse in das Glas und zaubert dunkle Wolken in den Bourbon. Schließlich kippe ich das Zeug schnell runter. Wäre schade drum.
Ich klemme mir den Schuhkarton unter`n Arm. Mit Mary`s dunklem Herzen darin. Deine Zeit ist reif. Sei bereit für`s Doppelgrab, meine Liebe. Ich stehe in der Tür und blicke hoffentlich ein letztes Mal in mein Hotelzimmer zurück, in der Hoffnung, nie wieder hierher zurückkommen zu müssen. Aber das düstere Zimmer sieht zu mir zurück. Dieses Zimmer. Ein Grab, das auf mich wartet.
Das Hotel spuckt mich in die dunkle, feuchtwarme Strasse. Eine Ragtime-Band stapft an mir vorbei wie eine Truppe müder Zombies. Diese Jungs sind auf dem Weg (oder zurück) von irgendeinem Begräbnis. Der letzte Blues treibt die alten Kerle durch die Stadt. Der Tod schubst uns alle durch das Mühsal unseres Lebens. Ich bin einigermaßen überrascht, dass mein guter alter Pontiac noch da geparkt steht, wo ich ihn abgestellt habe. Niemand hat ein Interesse daran, diesen häßlichen, heruntergekommenen Kerl von einem Automobil zu stehlen. Niemand hat den Kofferraum geplündert. Niemand hat mein Autoradio geklaut. Und sogar Charlie sitzt noch auf dem Beifahrersitz und fault vor sich hin. Charlie in seinem billigen schwarzen Anzug. Charlie sieht aus wie der jüngere Michael Jackson als der noch "schwarz" war. Nur Charlie wirkt irgendwie... toter. Weniger lebendig. Oder sagen wir besser: Charlie weilt nicht mehr unter uns Lebenden. (Sofern wir das Mühsal unseres Daseins als Leben betrachten) So richtig tot ist Charlie aber auch noch nicht. Man hat ihm ein Gift injeziert das alle Muskeln lähmt aber die Sinne wachhält. Atmung, Kreislauf und Herzschlag werden durch das Gift auf ein kaum wahrnehmbares Minimum heruntergefahren. Ein Arzt würde jetzt leichtfertig sagen: Charlie ist tot. Ein Voodoo-Priester würde sagen: Charlie ist auf dem Weg zur Hölle. Beides ist irgendwie zutreffend.
>>Danke, dass du auf mich gewartet hast, Charlie<< sage ich höhnisch und kneife ihn freundschaftlich in die Wange. Charlie freut sich sicher über menschliche Zuwendung. Trotz seines versteinerten Zustandes kriegt er nämlich alles mit. Seine Wahrnehmung funktioniert bestens. Nur alles andere eben nicht mehr.
Ich starte den Motor und schalte das Autoradio ein. Screaming Jay Hawkins brüllt mir seinen Blues in´s Ohr. Mir ist als würde er hinter mir auf dem Rücksitz lümmeln. Ich sehe in den Rückspiegel und habe eine Vision. Da sitzt Screaming Jay. Und neben ihm auf dem Rücksitz liegt ein Schuhkarton mit dem herausgerissenen Herzen meiner Traumfrau darin. Mary. Mary`s Herz. Das gehört jetzt mir allein. Nur nützt mir das jetzt nichts mehr. Und Screaming Jay Hawkins brüllt mir von hinten seinen Voodoo-Blues in`s Ohr. Gott ist ein Witzbold. Aber mir ist heute nacht nicht zum Lachen zumute.
Auf dem Weg zum nächtlichen Begräbnis schaue ich noch schnell im Razorblade-Club vorbei. Was ich da vorhabe? Mary einen letzten Dienst erweisen. Ich werde ihre Tochter aus den Klauen dieser Voodoo-Heinis reißen. Ich werde Miranda aus diesem Club rausholen. Mit Gewalt. Ich habe nicht die geringste Ahung, wie ich das mit nur zwei Patronen und meiner kaputten rechten Hand schaffen soll. Aber eigentlich habe ich sowieso keine Chance. Eigentlich bin ich schon so gut wie tot.
Der Razorblade-Club. Stellen Sie sich Ihre schmutzigsten sexuellen Fantasien vor, gepaart mit Ihren schlimmsten Albträumen, gut durchgebraten in der schlimmsten und zugleich süßesten Hölle die Sie sich vorstellen können. Das Ganze garniert mit einem Schuß Voodoo und der Gewißheit, dass Sie nie wieder in Ihre alte Welt zurückfinden werden. Das ist der Razorblade-Club. Das ist das süße Leben im Kopf-Kino Ihrer geheimsten, sexuellen Obsessionen. Ach, Sie halten sich selbst für einen moralisch standfesten, gottgläubigen Menschen? Nun, ja. Vielleicht sind Sie sogar ein guter, rechtschaffender Mensch. Aber nach einem Besuch im Razorblade-Club sind Sie nur noch ein großer Batzen sündiges Fleisch. Den Dämon, der dann auf Ihrem Rückgrat reitet, den kriegen Sie nicht mehr los. Glauben Sie mir! Ich hab`s versucht. Ich habe versucht, meinen Dämon loszuwerden. Aber er ist schon zu sehr mit meinem sündigen Fleisch verwachsen, hat sich zu fest in meine dunkle Seele verkrallt.
Dunkles Herz des Clubs ist ein Kerl, der sich selbst "Mister Razor" nennt. Trent Razor, ein studierter Arzt und Voodoo-Priester. Ein schwarzer Riese, der deinen Schädel mit der bloßen Hand zerquetschen kann. Drei Michael Jordans ineinandergeknetet und mit der Power einer Dampf-Lokomotive angetrieben. Das ist Mister Razor. Und seine Jungs, die das Bordell bewachen sind nicht weniger bizarr.
Ich parke meinen Pontiac direkt vor dem Club. Was soll`s ? Mister Razor hat mich mit seinem Teufels-Sonar schon längst geortet. Sicher wartet er schon auf mich, auf seinem Thron sitzend, umgeben von seinen dunkelhäutigen, vor Lust dampfenden Nutten und seinen messerscharfen, dämonischen Leibwächtern. Während Miranda halbnackt auf seinem Schoß sitzt und er mit seinen langen, schwarzen Griffeln ihr kleines Kätzchen krault, wetzen seine Leibwächter ihre Macheten. Aber zu einem Blutbad wird`s vielleicht gar nicht kommen. Wahrscheinlich braucht mir Mister Razor nur in die Augen zu sehen und ich kriege `nen Herzinfarkt. (Tatsächlich soll einer meiner damaligen Kollegen von der SITTE seinen Verstand verloren haben, nachdem Mister Razor ihn "blickgefickt" hat.)
Ich selbst habe Mister Razor nie persönlich zu Gesicht gekriegt. Aber Razor`s Schatten legt sich über alles, was in dieser Stadt mit Tod und Sünde in Verbindung steht. Razor ist wie Gott, oder wie der Teufel, oder wie beides in einer Person: Razor ist nirgendwo aber überall präsent. (Wenn Du nach New Orleans kommst, dann lass` Dich nie fotografieren, hinterlasse nichts persönliches, lasse keinen Deiner Schweißtropfen auf den unheiligen Boden dieser Stadt fallen. Besser meidest Du diese Stadt! Ich glaube an nichts mehr, aber an den Voodoo-Kult.)
Möglicherweise hat mir Mister Razor schon vor langer Zeit das Herz mit bloßer Hand herausgerissen. Ich hab`s vielleicht nur nicht gemerkt. Als ich damals noch eine Polizeimarke mit mir herumtrug und bei der SITTE Dienst schob, da legte sich bereits sein dunkler Schatten über meine Seele. In New Orleans bei der SITTE Dienst zu schieben bedeutete zu meiner Zeit, fünfundzwanzig Stunden am Tag gegen Gott und den Teufel gleichzeitig anzutreten.
Ich hatte damals den undankbaren Job übernommen, Zhora Jones zu beschatten. Zhora war damals Mister Razor`s einzige, ebenbürtige Rivalin. Sein weibliches Gegenstück. Seine ältere Schwester, nebenbei bemerkt. Zhora war ebenfalls Voodoo-Priesterin, Zuhälterin, bis unter den Haaransatz der Afro-Look-Frisur in`s organisierte Verbrechen verstrickt. Zhora Jones selbst war ein einziges, wandelndes, sehr organisiertes Verbrechen. Und schön war diese gefährliche Raubkatze obendrein. So schön, dass einem fast die Augäpfel blutend aus dem Schäden sprangen, wenn man sie zu lange ansah. Zhora`s drahtiger, muskolöser Körper steckte meist in einem schlichten Nadelstreifen-Anzug. Ihre Afro-Look-Mähne sah aus, als würden Dämonen darin hausen. Es ging das Gerücht um, keine Messerklinge könne ihre straffe, nachtschwarze Haut durchstoßen. Es wagte sich ohnehin niemand näher als mit fünf Metern Abstand an diese schwarze Medusa heran. Dieses Weib konnte mit Blicken töten. Sie war überhaupt recht einfallsreich, wenn`s darum ging, sich neue Tötungsarten auszudenken. Einmal berichteten verstörte Zeugen, Zhora habe auf offener Strasse, am hellichten Tage einen texanischen Touristen gekillt. Der rassistischen Fettsau purzelten ein paar unschöne, obszöne Bemerkungen aus seinem Schweinegesicht. Zhora nahm sein fettes Gesicht in ihre beiden Hände, verwünschte laut fluchend seine Seele und brach ihm das Genick mit einem routinierten Kopfverdreher. Eine Gerichtsverhandlung gab es nicht. Die Zeugen verschwanden spurlos oder wurden wahnsinnig. Einen früheren Polizeichef hat sie nur einfach mit einem Voodoo-Fluch verhext. Der sonst so besonnene Polizist tickte komplett aus, zerstückelte die eigene Familie mit einer Machete und sprang aus dem Fenster. Doch der Sturz tötete ihn nicht. Wie ein Zombie rappelte der Kerl sich wieder auf, schleppte sich die vier Stockwerke hoch und sprang erneut auf seinen heißgeliebten Chevy Nova. Schwerstverletzt wiederholte die arme Sau diesen Vorgang noch zweimal, bis es seinem Körper physisch nicht mehr möglich war, sich zu bewegen. Aber tot war der Polizist noch lange nicht. Als man ihn in die Klinik einlieferte, war er nur noch ein Sack voller gebrochener Knochen. Das Hirn quoll durch einen Riß der Schädeldecke. Das hielt den armen Kerl nicht davon ab, in einer uns unverständlichen Sprache einen endlosen Sermon vor sich hin zu murmeln. Möglicherweise sprach Zhora durch seinen Mund zu uns. Wir mußten die Worte nicht verstehen. Die Botschaft war klar und deutlich. Aber für mich kam diese Warnung zu spät. Ich war bereits besessen. Ich hatte mich schon zu sehr in meinen Job verbissen. Schlaflos und halb wahnsinnig beschattete ich Zhora rund um die Uhr.
Eines Nachts sah ich Zhora mit ihrer Horde Leibwächter in den Razorblade-Club hineinspazieren. Sieben Stunden später verließ Zhora den Club wieder... in zwei Hälften zersägt und auf zwei Koffer verteilt, wie wir später erfahren sollten. Einer von Mister Razors Wasserträgern schleppte damals die zwei Koffer aus dem Club und an meiner ahnungslosen Bullenvisage vorbei. Einer der Koffer tauchte wenig später in meiner Privatwohnung auf. Offenbar als Warnung. Als ich den Koffer ahnungslos öffnete, war Zhora`s Torso nicht mehr ganz frisch. Die tote Krähe, die aus ihrem weit aufgerissenen Mund ragte gehörte wohl zu irgendeinem Voodoo-Ritual. (Meine damalige Freundin starrt noch heute und für den Rest ihres Lebens die Wand ihrer Gummizelle an. Sogar seriöse Psychater sind überzeugt davon, dass meine Ex-Freundin irgendwie "verhext" worden sei.)
Als wir Polizisten den Razorblade-Club stürmten, sah es da drin aus, wie in einer Metzgerei. Und dabei waren Mister Razor`s Nutten schon seit ein paar Stunden dabei, das Blut von Zhora`s abgeschlachteten Leibwächtern aufzuwischen. Was an Körperteilen nicht an die Alligatoren verfüttert wurde (Mister Razor`s Haustiere), landete im Zwölf-Stunden-Rythmus auf den Schreibtischen der Fahnder, die im Morfall Zhora Jones ermittelten. Als wir eine hübsche Sammlung abgeschnittener Nasen, Ohren, Finger und Zehen beieinander hatten wurden die Ermittlungen überraschend eingestellt. Befehl von oben. Befehl von ganz weit oben. Der Razorblade-Club durfte sogar wieder öffnen. Mister Razor war, wie immer, überall und nirgens. Es geht das Gerücht um, er sei nur ein Mythos. Die Erfindung einer cleveren Gangsterbande, die sich Respekt verschaffen will durch ihren Hokuspokus. (Aber ich glaube an die Existenz von Mister Razor. Er sitzt bereits in meinem Kopf und bald werde ich ihm begegnen. Von Angesicht zu Angesicht.)
Der Fund des zweiten Koffers war recht unspektakulär. Tony Thomson, ein ehemaliger Kleinkrimineller und gelernter Starkstrom-Elektriker fischte den Koffer aus dem Fluß. Als wir, auf einen anonymen Tip hin, seine Wohnung stürmten lagen Zhoras Beine auf Tony`s Bett. Die teilweise bloßgelegten Nervenstränge und Muskeln mit dicken Kabeln verdrahtet, zuckten Zhora`s Beine spastisch unter Starkstrom-Einfluß. Tony hatte offenbar versucht, Zhora`s Unterleib nocheinmal Leben einzuhauchen. Unter Zuhilfenahme von etwas Elektrizität. Während wir mit gezückten Waffen und dem üblichen Polizistengebrüll das Terrain sicherten, saß Tony dem Bett gegenüber in einem alten Lehnstuhl und gaffte mit weit aufgerissenen Augen auf Zhora`s zuckende Beine. Tony`s heruntergelassene Hosen schlabberten ihm um die Fußknöchel. Tony war total verstört. Er knabberte nicht nur nervös an seinen Fingernägeln. Er biß sich vor Angst die eigenen Fingerkuppen ab. In späteren Verhören sprach Tony immer nur davon, dass Zhora nach ihm getreten habe. Der Stromgenerator sei gar nicht eingeschaltet gewesen und Zhora wäre nicht wirklich tot. Wir versuchten dem armen Kerl klarzumachen, dass Zhora in der Mitte durchgesägt wurde und dass er es nur mit ihrem toten Unterleib zu tun hatte. Aber Tony fragte uns nur immer wieder, ob wir in Zhora`s Herzen schwarze Käfer vorgefunden hätten. Nun, ja. Wir fanden Zhora`s Herz nicht. Entweder hatte sie keines, oder Mister Razor hatte es ihr herausgerissen, bevor er mir ihren Torso schickte. Tony Thomson wurde für unzurechnungsfähig erklärt und verschwand zwei Monate später spurlos und auf ungeklärte Art und Weise aus dem Hochsicherheitstrakt einer psychatrischen Anstalt.
Es gab Bandenkriege in New Orleans. Es gibt sie noch immer. Zwei Killer stürmten neulich den Razorblade-Club und feuerten achtzehn Schüsse auf Mister Razor ab. Keine einzige Kugel traf ihn. Entweder waren die beiden Killer stockblind oder Mister Razor ist der Tod persönlich. Jetzt sitze ich hier in meinem alten Pontiac, der direkt vor dem Razorblade-Club geparkt steht. Ich habe vor, mich mit dem Tod anzulegen. Ich beabsichtige, Miranda aus den Klauen dieses Mister Razor zu befreien. Warum eigentlich? Miranda ist dem schwarzen Riesen längst mit Haut und Haaren verfallen. Miranda ist nur noch Mister Razor`s Handpuppe, ein weiteres Sex-Spielzeug in seiner Sammlung. Ein letztes Gebet murmelnd starre ich auf das große statuarische Gebilde, das über dem Eingangstor zum Razorblade-Club thront: Die lebensgroße Nachbildung einer surrealen, perfiden Szene... ein nacktes Mädchen, das nur mit einem Stetson und mit Cowboystiefeln bekleidet ist. Dieses Mädchen reitet auf einer überdimensional großen Rasierklinge, in einer Pose, als würde sie auf einem elektrischen Bullen reiten. Keine Ahnung, wie die das so lebensecht hingekriegt haben. Wahrscheinlich ist das Mädchen eine Wachspuppe. Würde mich aber auch nicht wundern, wenn sie echt und ausgestopft wäre. Die riesige Rasierklinge, auf der das Mädchen reitet, ist aus echtem, messerscharfen Stahl. Einmal löste sich die Konstruktion aus der Verankerung und erschlug den damaligen Bürgermeister, als der eines Nachts aus dem Club getaumelt kam. Sicher kein Zufall.
Ich grabsche mit meiner kaputten, bandagierten Hand nach meinem Revolver und vergewissere mich meiner letzten zwei Patronen, die in der Revolvertrommel auf der Lauer liegen. Ich steige aus dem Wagen und schon auf dem Weg zum Eingangstor des Clubs spüre ich ein Kraftfeld, das mir fast den Schädel sprengt. Hinein komme ich in diesen Club auf jeden Fall. Hinein kommt jeder zahlende Gast, der Lust auf ein bischen Perversion hat. Aber komme ich auch wieder `raus? Und falls ja, in welchem Zustand? Als ich vor dem Eingangstor zur Hölle stehe, halte ich einen Moment lang inne und sehe zur Rasierklingen-Reiterin auf. In diesem Moment wünsche ich mir beinahe, sie würde auf mich herunterstürzen. Ich wünschte, sie würde auf ihrer Rasierklinge einfach über mich hinwegreiten, wie damals über den alten Bürgermeister. Doch Sie bleibt, wo sie ist. Aus dieser Nähe sieht die Rasierklingen-Reiterin aus, wie ein schockgefrorener Fiebertraum. Ich reiße meinen Blick von ihr los und betrete den Club.
Ich werde, wie durch eine allmächtige Kraft getrieben, durch den Club gelotst. Meine bandagierte Hand fuchtelt sich durch Perlenvorhänge und dicke Opiumschwaden. (Die Nutten hier sind alle opiumsüchtig.) Wie im Haarem eines Hollywoodfilms sitzen und liegen sie überall herum. Feuchte, fleischgewordene Träume unserer Lust. Stellen Sie sich alle dunklen Amazonen vor, die Sie kennen! Tina Turner, Grace Jones, Pam Grier, Foxy Brown... Nehmen Sie von jeder das Beste und basteln Sie sich daraus Ihre Traumfrau. Fertig? So! Hier sieht jedes Mädchen so aus wie eine sexuelle Obsession. Nein, noch viel besser! Klar. Hier gibt`s auch weiße Nutten. Jede einzelne hat die edlen Gesichtszüge einer russischen Zarin oder einer englischen Prinzessin. Diese Miezen hier haben Techniken drauf, die dich in eine wandelnde Ganzkörper-Erektion verwandeln. Dein Verstand verdampft unter all der Hitze und du löst dich auf in einem kosmischen Orgasmus. Dein persönlicher, kleiner Urknall. Danach bist du ein krankes, perverses Universum. Du willst immer mehr. Das schwarze Loch deiner Seele verschluckt alle Energie, bis du dich letztendlich selbst auffrißt. Das geschieht hier mit dir. Das geschieht irgendwann mit unserem Universum. Das geschah längst mit mir. Jetzt nur nicht melancholisch werden. Ich halte Ausschau nach Miranda. In meiner schmutzigen Fantasie sehe ich zwei oder drei notgeile Ölbarone an ihrer zarten Haut herumfingern. Ich habe keine Lust darauf, Mister Razor zu begegnen. Noch immer klammere ich mich an meinen Plan, Miranda heimlich zu kidnappen und mit ihr still und leise durch eine Hintertür zu verduften. Aber eigentlich glaube ich nicht mehr daran. Genauso wenig, wie an den Weihnachtsmann. Wie ferngesteuert tapse ich durch das Labyrinth des Clubs, vorbei an unvorstellbaren Sex-Orgien, die hier überall im Gange sind. Abgelenkt von all dem Fleisch, merke ich zu spät, dass ich bereits vor ihm stehe. Da kauert er auf seinem Thron, wie ein Puma, der zum Sprung bereit ist. Der Herrscher des Fleisches und der verlorenen Seelen: Mister Razor. Nackt und nachtschwarz, wie der Teufel ihn schuf, sitzt er tatsächlich auf einer Art Thron. Er wirkt bedrohlich, klar... (trotz, oder gerade wegen seiner Nacktheit) - aber er ist nicht annähernd so riesig, wie in all den Stories und Legenden. Um ihn herum, nur Edelmiezen. Beinahe schnurrend schmiegen sich die Mädels um ihn herum. Er könnte sich jetzt, so ganz nebenbei, über jeden seiner elf Finger eines der Mädchen stülpen und jede würde vor lauter Wollust platzen. Mister Razor`s Leibwächter stehen strategisch gut verteilt um ihn herum. Diese Jungs würden mich mit bloßen Händen in Stücke reißen. Also ziehe ich meinen Revolver gar nicht erst. Ich spare mir die letzte Kugel für mich selbst auf. Um mich zu töten, bevor mir hier drin schlimmeres passiert. Mister Razor lächelt sein Rasierklingen-Lächeln. Hat mich gerade wer fotografiert, oder blendet mich nur das gleißende Weiß seiner Zähne? Sein Blick entzieht mir Lebensenergie. Die Luft hier drin kann man beinahe trinken. Atmen kann man sie nicht. Man wird mich mit Wasser in den Lungen in einem Kofferraum verfaulend finden. Wie aus einer anderen Welt dringt seine tiefe Stimme durch den feuchtschwülen Dunst.
>>Du bist schon tot! Du weißt es nur noch nicht, kleiner Mann!<< Mister Razor sagt dies freundlich lächelnd, in einem Tonfall, als würde er mit mir über Baseball plaudern. Ich sage erstmal gar nichts. Wahrscheinlich kann dieser Voodoo-Priester sowieso meine Gedanken lesen. Jetzt hält Mister Razor ein Einmachglas in seiner Pranke. Das Zeug in dem großen Einmachglas sieht aus, wie ein kleiner Klumpen Scheiße. Wahrscheinlich nur, um mich zu provozieren, schnarrt er mir leise obszöne Beleidigungen zu. Dann sagt er laut und deutlich: >>Ich habe deine Seele schon, kleiner Mann!<< Er zeigt mir das Einmachglas, mit dem kleinen Klumpen Kacke darin. >>Du wirst doch nicht hierher gekommen sein, um dein kleines Stück Scheiße von einer Seele zurückkaufen zu wollen?<< Mir geht sein Gequatsche auf die nerven, deshalb komme ich zum Punkt und sage: >>Wo ist Miranda?<< Mister Razor lehnt sich lächelnd zurück und schnarrt genüßlich: >>Das kleine Miststück steckt in meinem Arsch und versteckt sich vor dir, kleiner Mann!<< >>Na, dann zieh` sie da `raus.<< sage ich gelangweilt. >>Miranda hat sich lange genug in deinem Arsch versteckt. Ich bringe das kleine Mädchen nach Hause.<< Mister Razor`s Lächeln verfliegt. War das bisher seine Art von Gastfreundschaft, dann ist jetzt Schluß mit lustig. Mister Razor wirkt genervt. Ohne seine Position zu verändern grabscht er mit einer Hand nach einer der Nutten, die um ihn herum kauern. Er zieht das junge Ding zu sich heran und hält sie am Nacken gepackt. Ohne hinzusehen, hat er sich instinktiv so ein junges, naives Mädel geschnappt. Sie ist offenbar noch nicht lange hier. In ihren verheulten Augen schwimmt noch kindliche Unschuld unter den Tränen. Das Mädchen bepisst sich vor Angst. Ich bepisse mich auch fast. >>Was glaubst du, kleiner Mann, was ist das Schlimmste, was ich mit diesem Mädchen anstellen könnte?<< Mister Razor kennt offenbar meinen wunden Punkt. Ich versuche krampfhaft, an gar nichts zu denken. Weil ich weiß, dass er jeden meiner Gedanken wie eine Waffe gegen mich und das Mädchen richten wird. Schließlich kann ich es nicht länger vermeiden, an schlimme Dinge zu denken. Ich habe eine schreckliche Vision. Er reißt ihr mit bloßen Händen das Herz raus. Und es ist meine Schuld. Mister Razor lächelt. Offenbar kann er wirklich meine Gedanken lesen. Blitzschnell durchbohren seine Finger den Brustkorb des Mädchens. Er reißt ihr das Herz aus der Brust. Dieser Vorgang passiert in Sekundenbruchteilen. Das ging so schnell, dass das Mädchen noch gar nicht kapiert hat, dass das ihr Herz ist, das Mister Razor in seiner Hand hält. Das Mädchen starrt auf das Herz in seiner Hand. Die Kleine wankt und fällt tot um. Das Ganze hat nur sieben Sekunden gedauert. Mister Razor wirft mir das Herz vor die Füße und lächelt. Und ich? Ich bin tot. Ich bin schon vor langer Zeit gestorben. Irgendwie ist mir jetzt alles egal. Ist spüre ein letztes Aufbäumen meines kleinen Stücks Scheiße von einer Seele. Vielleicht ist das aber auch nur das Adrenalin, das jetzt pur und unverdünnt durch meine Adern fließt. Oder ich verliere nur einfach den Verstand. Ich ziehe meine Hosen runter, gehe in Kack-Stellung und scheiße vor seinen Augen auf Mister Razor`s teuersten Teppich. Ruhig und gelassen ziehe ich meine Hosen wieder hoch. Mit den Händen in den Hosentaschen stehe ich herum und sehe auf meinen Kackehaufen herab. >>Hoppla! - Ich glaube, ich habe gerade meine Seele ausgeschissen.<< Noch geschieht nichts. Ausser, dass die Kacke zu stinken beginnt. Totenstille im Bordell. Keiner bewegt sich. Keine Voodoo-Flüche sind zu hören. Kein tödlicher Blick. Mister Razor guckt einfach nur sauer. Der Rest meines Lebens ist nur noch eine Frage von Sekunden, denke ich. Deshalb setze ich jetzt einfach noch einen drauf, als ich sage: >>Weißt du was, schwarzer Mann... du kannst meine Seele haben. Ich schenke sie dir.<< Noch immer geschieht nichts. Doch. Miranda schält sich jetzt aus einem Grüppchen Nutten heraus. Wie selbstverständlich grabsche ich nach ihrer Hand und ziehe Miranda hinter mir her. Miranda drückt meine kaputte Hand so fest, dass die Wunde aufplatzt und Blut unter dem dreckigen Verband hervorquillt. Ich und Miranda - wir gehen Hand in Hand durch das Labyrinth des Razorblade-Clubs. Die Leute hier drin säumen unseren Weg, weichen vor uns zurück. Ich weiß, dass das hier noch lange nicht das Ende ist. Ein Happy-End schon gar nicht. Mister Razor ruft mir etwas nach. Doch ich drehe mich nicht um. Unbeirrt gehe ich meinen Weg hier raus. Miranda im Schlepptau. >>Ich habe noch große Dinge mit dir vor, kleiner Mann!<< ruft mir Mister Razor nach. >>Ich habe deine Seele, kleiner Mann!<< Klar. Er hat meine Seele. Ich habe sie ihm auf den Teppich geschissen. Meine Seele ist nichts wert. Ein Haufen Scheiße. Was will er damit? - Ich stoße die Tür des Clubs auf und taumel in`s Freie. Die Nacht umarmt mich wie einen verlorenen Sohn. Ich spüre, dass es einen Gott gibt. Ich sollte mich besser auf seine Seite schlagen. Amen.
Wir fahren schon eine Weile durch die unendlich dunkle Nacht. Keiner von uns sagt auch nur ein Wort. Ich blicke in den Rückspiegel. Miranda flätzt auf dem Rücksitz. Ihr kleines Köpfchen versucht offenbar die bisherigen Ereignisse in ihr kleines, heiles Weltbild einzuordnen. Da passt das alles natürlich nicht rein. Aber vielleicht ist ja Miranda`s Weltbild auch schon etwas verschrammt und ausgeleiert. So naiv ist sie nicht mehr. Sie sitzt da und verströmt ihren süßen Duft. Sie trägt noch immer ihr Bordell-Outfit: Ein inzwischen durchgeschwitztes, durchsichtiges Babydoll-Nachthemdchen. Dazu Stiletto-Schnürstiefel. Netter Kontrast. Das Outfit spiegelt möglicherweise Miranda`s Charakter wieder. Gespieltes, naives Miauen und Brutalität. Eine Haarsträhne ihres Pagenköpfchens klebt schweißfeucht auf der Haut, die sich über ihre edlen Wangenknochen spannt. Ihre vollen, konisch geformten Brüste schaukeln im Rythmus der unebenen Strasse, die ich entlangfahre. Ich bekomme eine Erektion. Sie bemerkt meinen Blick und versucht, meine Aufmerksamkeit von ihr abzulenken. >>Wer ist der Typ, der da neben dir sitzt?<< fragt Miranda mit Blick auf Charlie, der noch immer reglos auf dem Beifahrersitz festgewachsen zu sein scheint. Ich höre aus Miranda`s Tonfall heraus, dass sie sich nicht wirklich für die Antwort interressiert. Dennoch sage ich: >>Dieser nette, geschwätzige Kerl hier, das ist Charlie. Charlie wurde von einem Voodoo-Priester in die Hölle verdammt. Der arme Charlie kann keinen einzigen Muskel bewegen. Aber sonst ist er voll da. Du darfst ihm was nettes in`s Ohr flüstern. Da freut er sich. Wenn er`s dir auch nicht zeigen kann. Übrigens: Wir fahren auf Charlies Beerdigung.<< >>Beerdigung?<< fragt Miranda lustlos. >>Ist Charlie denn schon tot?<< >>Wenn ich ihn verscharrt habe, ist er zumindest abgehakt für mich.>> sage ich trocken. >>Warum tust du sowas?<< fragt Miranda, mit gespieltem Entsetzen. >>Charlie ist einer von Mister Razor´s ausrangierten Auftragskillern. Er hat jemanden getötet, der uns... ähm,
mir sehr nahe stand. Der gute Charlie wurde von Mister Razor verhext, zombifiziert und darauf programmiert, einer guten Freundin von mir das Herz auszureissen.<< Ich versuche, cool zu klingen.<< Aber Miranda`s mitleidsloses >>Oh, wie traurig.<< läßt wirklich mein Blut in den Adern gefrieren. Jetzt fällt mir ein, dass ja noch der Schuhkarton auf dem Rücksitz liegt. Ich blicke in den Rückspiegel. Tatsächlich sitzt Miranda jetzt neben dem Schuhkarton, in dem das herausgerissene Herz ihrer Mutter liegt. Miranda`s schlanke Finger trommeln nervös auf dem Deckel des Schuhkartons herum. Miranda ahnt offenbar nicht, was sich in dem Karton befindet. Ich glaube nicht, dass das jetzt der geeignete Moment ist, ihr die Wahrheit zu sagen.
Wir verscharren Charlie im Wald. Keine große Sache. Der arme Kerl kann nichtmal schlucken oder zwinkern, als sich Mund und Augen mit der feuchten Erde füllen, die ich auf ihn drauf schaufel. Ich könnte ihn wenigstens vorher töten. Klar. Aber ich habe weder Lust noch Veranlassung dazu, eine meiner zwei letzten Patronen für Charlie zu verschwenden. Jetzt erstickt er ja sowieso in seinem Grab. Und wenn nicht, dann verfault er da unten eben bei lebendigem Leib. Mary`s Herz leistet dem guten Charlie da unten Gesellschaft. Ein schlampig geschaufeltes Doppelgrab. Ich hab` keine Lust mehr auf Gefühlsduseleien.
Miranda und ich. Wir stranden in einem Hotel in New Orleans. Das Hotelzimmer kommt mir irgendwie bekannt vor. Wo, verdammt nochmal, ist mein Revolver? Wo ist Miranda? Ich finde sie im Badezimmer vor. (Ein schmuddeliger, winziger Raum mit einer Badewanne, Klo und einem zerbrochenen Spiegel über dem kaputten Waschbecken. Die Glühbirne flackert und spendet diffuses Licht. Was sonst?) Miranda sieht grinsend auf einen Typen herab, der tot in der Badewanne liegt. Nein. Der Typ ist gar nicht tot. Er hat den "Charlie-Zustand". Mit weit aufgerissenen Augen und Ohren kriegt er alles mit, was um ihn herum geschieht. Nur kann er keinen einzigen Muskel bewegen. Die arme Sau kann jetzt nichtmal mehr eine Erektion kriegen, obwohl Miranda beinahe nackt vor ihm steht. Miranda sieht mitleidslos, fast amüsiert auf den Typen herab und sagt: >>Der Kerl, war eine trockene Nummer. Das kann ich dir sagen! Der hat`s in der Kiste überhaupt nicht gebracht.<< Als ich wissen will, wer er ist, bleibt mir Miranda die Antwort schuldig und verzieht sich aus dem Badezimmer. Ich will`s aber wissen und durchwühle die Taschen seines billigen Anzugs. Tatsächlich finde ich einen Ausweis. Eine Detektiv-Lizens. Die Fresse auf dem Foto ist definitiv identisch mit dem geschundenen Gesicht dieser armen Sau. Unser Freund hier ist Privatdetektiv. Ein gewisser Michael T. Ressner. Aber wenn dieser Weißarsch hier Ressner ist, wer bin dann ich?
Ich blicke in den zerbrochenen Badezimmerspiegel. Selbst im diffusen Licht der flackernden Glühbirne sehe ich noch rattenscharf aus. Gott hat mir ein einigermassen hübsches Gesicht verpasst. Und dann hat mir Gott einen Arschtritt verpasst, als er mich in diese Welt geschickt hat. Gott hat mich schwarz angemalt. Wieso tut er das? Ich bin ein Afro-Amerikaner. Früher sagten diese Weißärsche "Neger" zu mir. Wieso malt Gott manche Menschen schwarz an?
Eine Krähe verfliegt sich durch`s offene Fenster in`s Badezimmer. Die Krähe setzt sich auf die Schulter des Weißarsches, der reglos in der Badewanne liegt. Ich sehe eine zeitlang zu, wie die Krähe auf der Schulter des Privatdetektivs sitzt und im Gesicht des Kerls herumpickt. Die Krähe pickt mit dem Schnabel in den offenen Wunden herum und hackt nach seinen Augen. Der Weißarsch kriegt alles mit, kann sich aber nicht bewegen, kann nichtmal zwinkern. Ich verscheuche die Krähe nicht. Wieso auch. Schließlich langweile ich mich und verlasse das Badezimmer.
Ich komme aus dem Badezimmer und schlendere zu Miranda rüber. Eine kleine Tischlampe mit grünem Lampenschirm presst diffuses Licht in das Hotelzimmer und läßt Miranda´s nackten Körper dunkel glimmen. Sie hat sich inzwischen das Babydoll-Nachthemdchen abgestreift und steht jetzt nur noch in ihren hochhackigen Stiletto-Schnürstiefeln da. Ich überlege, wie es wäre, jetzt einfach über Miranda herzufallen. In diesem verdammten Hotel würde jeder ihre Schreie ignorieren. Ich habe schon meine Hand am Hosenknopf, da klopft es an der Tür. Zimmerservice. Ich öffne. Ein Zwerg in einer Pagen-Uniform überreicht mir einen Schuhkarton und grinst mich wissend an. Ich nehme den Schuhkarton an mich und schließe die Tür. Eigentlich sollte mich jetzt nichts mehr überraschen. Ich zögere. Dann öffne ich endlich den Schuhkarton. Ich bin jetzt doch darüber erstaunt ausgerechnet meinen Revolver im Schuhkarton vorzufinden. Dazu ein Zettel, auf dem steht: Mit besten Wünschen von Mister Razor. Ich checke den Munitions-Vorrat. Es lauern noch immer nur zwei Patronen in den Kammern der Revolvertrommel. Und plötzlich weiß ich genau, was ich zu tun habe. Ich weiß auch, dass es keine Rolle spielt, ob ich das wirklich durchziehen will. Ich werde es tun und ich habe nichtmal eine eigene Meinung hierzu. Ich ziele mit dem Revolver auf Miranda`s Kopf. Sie sieht mich verwirrt an. Ich fühle nichts. Ich drücke den Abzug des Revolvers. Die Kugel trifft Miranda in die Stirn. Blut und Hirn spritzen an die Wand hinter ihr. Miranda steht noch ein paar Sekunden wankend da. Mit dem blutenden Loch in der Stirn. Endlich fällt sie um. Ihr Rücken schlägt dabei gegen das Nachttischchen. Verdreht liegt Miranda`s nackter, schöner Körper schließlich zwischen Bett und Nachttisch. Die zweite Kugel ist für mich. Ich halte mir den Revolver unter`s Kinn. Ich drücke ab. Die Kugel tötet mich nicht. Ich sacke kraftlos gegen die Wand hinter mir. Jetzt sitze ich in einer Ecke des Raums und kann keinen einzigen Muskel bewegen. Die Kugel in meinem Kopf hat mich offenbar vollständig gelähmt. Ich kann spüren, dass das Geschoß in meinem Schädel steckt. Aber sterben ist einfach nicht drin. Stunden vergehen. Ich habe unerträgliche Kopfschmerzen. Aber es reicht nicht zum Sterben. Niemand wird mich hier finden. Dieses Hotelzimmer ist ein Grab. Die Krähe kommt aus dem Badezimmer zu mir geflattert und setzt sich auf meine Schulter. Ich kann die Krähe nicht verscheuchen. Ich kann mich noch immer nicht bewegen. Die Krähe pickt in meinem Gesicht herum und hackt nach meinen Augen...
Schwärzeste Nacht. Noch immer. Es wird einfach nicht mehr hell da draussen.
ENDE
Übrigens: wer`s heißer, schärfer, pornografischer mag, der sollte mal mein Drehbuch FEMME FATALE RE-VAMPED lesen.
Das dürfte, je nach Lust und Laune der jeweiligen Website-Administratoren, auf www.webstories.cc, www.textdiebe.de und/ oder www.drehbuch-fabrik.de, www.regie.de zu lesen sein.
Ich werde auch mal versuchen, das hier auf www.erozuna.de gepostet zu kriegen. Mal sehen...

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 3128

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben