Eine Lesbe war ich ja nicht. Beileibe nicht!
Da blickte sie mich unverwandt an. „Das erste Mal hier?“ „Äh – ja“, stammelte ich verlegen. Sie betrachtete mich prüfend; mich durchlief ein Schauer. Langsam öffnete ich meine Gürtelschnalle; die Frau wandte ihren Blick keinen Moment von mir ab. Sie hatte sich hingesetzt und strahlte übers ganze Gesicht. Das H&M Body, das Du da trägst, hat mir mein letzter Lover zum Geburtstag geschenkt. „Wie alt bist Du?“ Etwas anderes kam mir nicht in den Sinn. „Neunzeeehn“, antwortete sie gedehnt. Seltsam. Ich schämte mich vor ihr und beschloss, das Training in meinem Body aufzunehmen, um mich vor ihr nicht entblössen zu müssen. Nebeneinander gingen wir die Treppe hoch und sie entschwand hinter einer Kraftmaschine. Mein Trainer war an die vierzig Jahre alt und spulte sein Einführungsprogramm ab. Mir schien, er sei nicht ganz bei der Sache. Ständig starrte er auf meinen Bauch, meine Brüste (wären sie doch bloss etwas kleiner!) und meine Schamgegend. „So, jetzt biste aufgewärmt“, flüsterte er heiser, als ich mich mit den letzten Bauchmuskelübungen abquälte – „in fünf Minuten beginnt das eigentliche Training.“ Die Dehnungsübungen waren mir leicht gefallen, hatte doch das Geräteturnen auf mich schon eine Faszination ausgeübt, als ich noch ein kleines Mädchen war. Fünf Frauen (darunter ich) besammelten sich in einer kleinen Nebenhalle; der Trainer von soeben machte sich an der Musikanlage zu schaffen. Sofort dröhnte Techno-Sound aus den Lautsprechern, die in der Höhe montiert waren. „Haste seinen Knackarsch gesehen?“ flüsterte mir eine der Frauen vertraulich ins Ohr. Ich aber hatte keinen Blick für den „Body Acrobat“, wie er sich im Inserat grossspurig genannt hatte: Hinter mir stand das Mädchen, das ich in der Garderobe kennengelernt hatte. Sie trug einen hautengen Metallic-Anzug und ihre muskulösen Beine waren braungebrannt.
Body Pumping
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