Bolero: Zwei Eier im Glas

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Bolero: Zwei Eier im Glas

Bolero: Zwei Eier im Glas

Sophie Andrell

Tja, Leute. Leider ist die Ewigkeit seit siebenundzwanzig Jahren Geschichte. Vor siebenundzwanzig Jahren verließ die achtzehnjährige Vivien Westermann ihren Liebhaber und vögelte mit dem Dorfcasanova weiter. Dass ihre Wahl eine schlechte war, merkte sie in ihrer ersten und einzigen durchfickten Nacht. Heimlich sehnte sie sich nach Hennthos süßer Liebe zurück.
„Deine Liebe war so süß!“, sagt Thomas siebenundzwanzig Jahre später zu Sophie, die sich halbnackt vor ihm rekelt. Ein wehmütiger Blick des Bedauerns wechselt zwischen beiden Ex-Geliebten. Wie gern wäre sie ihm jetzt nah. Aber ihre Angst vor seiner Zurückweisung ist zu groß. Früher hätte er nicht gezögert. Heute ist er unsicher, ob er sie berühren darf. Dabei schreit ihr pralles Fleisch in einer Tour:
FASS MICH AN!!!

Christian schafft es kaum mehr, dem Blick in Sophies Ausschnitt zu wiederstehen. Aber er hält sich zurück. Noch. Sophie hat die Blicke gesehen und weiß, wie sehr er sie begehrt. Aber er überlässt ihr den ersten Schritt.
„Komm! Ich zeig dir was.“
„Das dauert jetzt etwas.“, murmelt er entschuldigend.
Sophie freut ´s. Dann ist der Rechner soweit.
„Gib mal www.sophie-andrell.de ein!“
Als ich meine eigene Homepage mit dem einladenden Bild meines Arsches und meiner leicht verfremdeten Möse vor mir sehe, muss ich lachen. Dann diese Texte! Flink scrollt sich Christian durchs Menü. Ob er noch lesen kann? Sollte nicht alles Blut in seiner Schwanzspitze kreisen?
Zurück im Wohnraum schmeißt sie ihn aufs Sofa. Sie öffnet sein Hemd und fasst ihm lüstern an die Brust, dreht seine Nippel.
NIPPEL. Ich liebe dieses Wort!!!
Hastig werfe ich mein Shirt über den Kopf und steige aus der Jeans. Christian zieht sich aus. Nur die Unterhose behält er an.
„Eigentlich wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt, dein Bett auszuprobieren.“
Vivi stürmt voran. Gegen diesen kategorischen Imperativ ist Christian machtlos. Artig tappt er hinterher. Ordentlich wie er ist, hängt er ihre Jeans und ihr Shirt über den stummen Diener.
Vivi hält sich nicht lange mit Spielchen auf. Hastig entledigt sie sich der berüchtigten Unterhose.
JA THOMAS! HÖR GUT ZU! Mal wieder ist Vivis „Tausend und eine Nacht“ – Ensemble im Einsatz. Wann traust du dich endlich ran??? Wie viele Einladungen brauchst du noch??? Küsse endlich meinen nackten Arsch!!! Knete endlich meine runden Brüste!!! Oder hast du Schiss, sie könnten explodieren? Ich sag dir was. ICH explodiere, wenn du dich weiter zierst. Aber SO WAS VON!

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