Brennende Begierde

7 13-20 Minuten 0 Kommentare
Brennende Begierde

Brennende Begierde

r.fellini

Er betrat meine Praxis an einem kalten Novembertag. Seine äußere Erscheinung wirkte sehr gepflegt. Seine Bewegungen waren ruhig und kontrolliert. Seine Gesichtsfarbe war mit dem gleichzusetzen, was sich mir offenbarte, wenn ich aus dem Fenster sah. Alles grau in grau. Aschfahle Haut, die mit den glanzlosen Augen, in die ich blickte, den richtigen Begleiter gefunden hatte.
Eine angeschlagene Seele, dessen Korsett, bestehend aus seinem perfekten Anzug, den hochglanzpolierten Schuhen, den gepflegten Händen, nichts anderes bewirken sollte, als zu verhindern, dass sie ihn dahinrafft. Ein Make up für eine erkrankte Seele, die nicht erkannt werden wollte.

„Bitte nehmen sie doch Platz“, sagte ich und deutete auf den Sessel, der mir gegenüber stand.
Er setzte sich hin, ergriff die mit Wasser gefüllte Karaffe, die ich immer auf den zwischen uns befindlichen Tisch bereit stelle, füllte ein Glas damit und fragte:
„Darf ich ihnen auch etwas einschenken?“
Er sah mich dabei an und seine soeben noch faden Augen blitzten für einen Moment auf und sein Blick traf mich genau ins Zentrum. Eine warme Welle von stromstoßartigen Schüben wurde direkt in meinen Schoß transportiert und erzeugte ein wohliges Gefühl in mir.
Meine Contenance fing auf unerklärliche Art und Weise an zu bröckeln und ich musste meine ganze Kraft mobilisieren um den Status eines Profis, einer Therapeutin, aufrecht erhalten zu können.

„Sie machten einen dringenden Eindruck, als sie um diesen Termin gebeten haben“, brachte ich schließlich mit leicht belegter Stimme hervor. „Was ist für sie dringend? Möchten sie mir davon erzählen?“
Die Ordnung war zunächst wieder hergestellt. Meine Stimme festigte sich wieder und mir gelang es, durch mein ruhiges Äußeres, Sicherheit und Souveränität zu vermitteln. Mein Inneres war allerdings noch nicht wieder im Gleichgewicht. Ich war noch immer irritiert über meine Reaktion.

„Ich stehe kurz davor, womöglich den größten Fehler oder die größte Dummheit meines Lebens zu begehen“, begann er zu erzählen und stierte dabei auf sein Glas.
„Wenn mir irgendjemand gesagt hätte, dass mir so etwas passieren könnte, dann hätte ich ihn ausgelacht. Ich betrachte mich als einen Menschen mit Prinzipien. Ich bin stets aufrecht und ehrlich durch mein bisheriges Leben gegangen. Ich bin glücklich verheiratet. Na ja, so glücklich, wie man es nach 20 Jahren sein kann, aber ich liebe meine Frau und ich möchte sie niemals verletzen.
Meine Freunde sind mir sehr wichtig. Sie sind ein großer Teil meines Lebens. Insbesondere ein Freund, um den es in dieser Angelegenheit, nein, in diesem Desaster geht. Oder auch geht.
Denn eigentlich geht es um seine Frau“.

Während seiner Ausführung betrachtete ich ihn. Seine Hände umklammerten das Wasserglas. Sein Blick war auf den Boden gerichtet.

„Oh, diese Hände! Diese starken und doch so zärtlichen Hände! Diese zarte, männliche Behaarung auf seinen Gliedmaßen! Was sie wohl mit mir anstellen könnten? schoss es mir durch den Kopf.
„Bist du verrückt?“, ermahnte ich mich selbst. „Was machst du? Mitten in der Sitzung frönst du erotischen Fantasien“, sprach ich zu mir.

Mein Gehirn war sexgeschwängert. Hitze flutete meinen Körper. In meinen Gedanken schob er seinen Zeigefinger in mein Lustzentrum, entzog ihn wieder, verstärkte ihn mit dem Mittelfinger und tauchte wieder in mich ein. Rein raus, rein raus. „Ohhh“. Dann teilte er die Finger auf. Den Mittelfinger setzte er an mein Poloch an und den Zeigefinger an meine glühende Vulva. Rein raus, rein raus. „Ahhh“.
Ich war nicht mehr Herr bzw. Frau meiner Sinne und ich betete zum Himmel:
„Lass ihn mich bitte nicht anschauen. Das halte ich nicht aus. Das treibt mich ins Verderben“.

Aber genau das tat er, während er weitersprach.
„Oh, diese Lippen! Diese so sinnlichen Lippen, die meine Brustkrönchen umschließen und liebkosen könnten!“
„Seine Augen! Die Melancholie in seinen Augen, die Sehnsucht in mir weckte!“

„Frau Willich! Frau Willich, geht es ihnen nicht gut? Sie sind ja schweißgebadet“, hörte ich es aus der Ferne. „Kann ich ihnen behilflich sein?“
Ich rutschte fast vom Stuhl. Er stand vor mir und ich dachte:
„Bitte nicht anfassen! Bitte, bitte nicht. Sonst spring ich dich an“.

„Es geht schon. Ein Schwächeanfall. Die letzten Wochen waren sehr anstrengend und ich bin nicht zur Ruhe gekommen. Würde es ihnen was ausmachen, wenn wir die Sitzung an dieser Stelle abbrechen und einen neuen Termin vereinbaren würden“, krächzte und log ich.
„Natürlich. Kann ich sie denn jetzt wirklich alleine lassen? Soll ich nicht besser einen Arzt rufen?“
„Nein, nein. Danke, es geht schon wieder“, sagte ich, während ich ihn zur Tür begleitete.

Als er draußen war, lief ich ins Badezimmer. Der Blick in den Spiegel erschreckte mich. Schweiß stand auf der Stirn. Ich lehnte meinen Kopf gegen das kühle Glas. Ich öffnete meine Hose und schob meine rechte Hand unter meinen Slip. Meine Klit war kurz vor dem Ertrinken. Meine Finger glitten durch die Spalte und fanden sofort meine hervorstehende Perle. Im Nu trieb mich mein Tun zum Orgasmus und Entspannung machte sich breit. Ich sank langsam zu Boden. Ich versteckte mein Gesicht in meinen Händen und fing an zu weinen. Ich schüttelte mich und schluchzte so sehr, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt hatte.

Fast sieben Jahre ist es her, als ich das letzte Mal mit ihm gesprochen habe. Er rief mich aus dem Auto an und bat mich einen guten Wein zu öffnen.
„Es gibt etwas zu feiern! In einer viertel Stunde bin ich zu Hause“, sagte er.
Ich öffnete einen guten Rotwein, legte verschiedene Sorten Käse auf ein rundes Brett, machte mich ein bisschen zurecht und freute mich auf einen schönen Abend.
Nach einer Stunde war er immer noch nicht da und ich versuchte vergeblich ihn über sein Handy zu erreichen. Unruhe stieg in mir auf. Sorge machte sich breit, obwohl das zunächst nichts Neues für mich war. Er hatte schon öfters gesagt, „ich bin gleich da“ und kam dann wesentlich später. Seine Erklärungen waren immer plausibel und ich war ihm auch nie böse. Doch dieses Mal war es anders. Ein Gefühl, dass ich nicht erklären kann.
Ich lief im Haus auf und ab, spähte immer wieder durchs Fenster auf die Straße, ob er nicht doch in diesem Moment vorfährt.
Dann, endlich Autolichter auf der Straße. Ich lief zum Fenster und sah zuerst einen Polizeiwagen. Aus dem Fahrzeug, das hinter der Polizei parkte stieg unser Gemeindepfarrer aus. Ich betete.
„Lass ihn bitte nicht zu mir kommen“.
Doch es half nichts. Noch bevor er die Klingel drücken konnte, öffnete ich die Tür.
„Was ist passiert? Ist meinem Mann etwas zugestoßen?“, brachte ich noch ziemlich gefasst hervor.
„Frau Willich, ehm, es tut mir sehr leid. Ehm, ein Überholmanöver, dann ein Frontalzusammenprall.
Er war sofort tot“.

Mein Leben geriet aus den Fugen. Blei legte sich um meine Seele. Nichts sollte mehr so sein, wie es einmal war.
Die Beerdigung, die behördlichen Belange, die Überprüfung der Lebensversichungsgesellschaft, ob ein Freitod wirklich ausgeschlossen werden kann, alles das hätte ich ohne die Mithilfe meiner engsten Freunde vermutlich nicht geschafft.
Doch das für mich unerträglichste sollte noch kommen.
Die Einsamkeit! Die Sehnsucht!
Sehnsucht nach einer zärtlichen Umarmung. Sehnsucht nach Trost . Sehnsucht nach meinem geliebten Mann.
Ich richtete mir ein provisorisches Schlafzimmer ein. Der Anblick seiner leeren Betthälfte war für mich unerträglich. Oftmals öffnete ich seinen Kleiderschrank, um seinen Geruch aufzunehmen und ihn mit in mein Bett zu nehmen. Während ich da lag starrte ich an die Decke und versuchte mich daran zu erinnern, wie wir das letzte Mal Sex miteinander hatten. Ich versuchte seine Zärtlichkeit zu verewigen. Ich schrieb sie mir in meine Seele und niemand sollte mir jemals diese letzte Erinnerung nehmen. Kein anderer Mensch, nebst meiner eigenen Person, sollte mir durch Zuwendung oder Zärtlichkeit dieses zuletzt erlebte Gefühl zerstören.
Die Selbstkasteiung nahm ihren Lauf. Ich vernagelte meine Emotionen. Nein, schlimmer. Ich sperrte sie in einen Raum, der mit einer schweren Eisentür versehen war. Ich verschloss diese Tür und warf den Schlüssel aus dem Fenster.
Was ich bis dahin nicht bedacht hatte oder einfach nur verdrängt hatte, war die Erkenntnis, dass sich Gefühle nicht einfach so wegschließen lassen. Sie sind das Gleichgewicht der Seele und ich hatte sie verbannt.

Die Jahre vergingen und die Erinnerung an meinen Mann verblasste zunehmend. Sein Geruch war weg und es fiel mir immer schwerer die letzten Erinnerungen an ihn zu imaginieren.
Dann diese Nacht, in der ich schweißgebadet durch einen heftigen Orgasmus aus dem Traum gerüttelt wurde. Ich hatte unbewusst onaniert und damit die Erinnerung in noch weitere Ferne gerückt. Ich hasste mich dafür.
Es war in etwa so, als hätten die verschlossenen Gefühle eine ätzende Säure produziert, die tröpfchenweise auf die schwere Eisentür niederging. Jeder Tropfen verursachte einen Lochfraß und somit kamen immer mehr Emotionen an die Oberfläche und nahmen wieder Besitz von mir.
Einen weiteren Streich spielten sie mir bei meinem letzten Kaufhausbesuch. Auf der Suche nach einer Bluse wurde ich von einem Mann gestreift. Er entschuldigte sich dafür und lief gradewegs weiter. Mein Blick blieb an ihm haften. Er trug eine enganliegende Jeans und ich starrte auf seinen knackigen Hintern.
„Was für ein Knackarsch! Oh, wie gerne würde ich jetzt meine Finger in einen so geilen Hintern krallen“, dachte ich. Ich schämte mich so sehr für diese Gedanken.
Nun ja. Und nicht zuletzt der Vorfall in meiner Praxis, bei dem ich fast die Kontrolle verloren hätte. Meine Gefühle fuhren Achterbahn mit mir.

Fünfzehn Minuten bis zur vollen Stunde. Die obligatorischen fünfzehn Minuten zwischen zwei Sitzungen. Gerade so viel Zeit um soeben Gehörtes oder Besprochenes zu notieren und andererseits so viel Zeit, um sich in einem fortgeschrittenen Vorgang auf den aktuellen Stand zu bringen.
Genau zu dieser Zeit läutete das Telefon. Mit einem kurzen Blick zur Uhr, entschied ich mich gegen den sonst üblichen Anrufbeantworter und nahm das Gespräch persönlich entgegen.
„Willich!“
„Guten Tag Frau Willich! Habich hier! Ich hoffe, sie erfreuen sich wieder bester Gesundheit.
„Oh diese Stimme“, schoss es mir durch den Kopf.
„Diese dunkle und doch so sanfte Stimme. Was sie mir wohl für süße, kleine Schweinereien in mein Ohr flüstern könnte?
„Reiß dich verdammt noch mal zusammen, schrie ich mich im Geiste an!“
„Danke der Nachfrage. Mir geht es wieder besser. Was kann ich …?“
„Wissen sie?“ unterbrach er mich.
„Sie haben mir einen großen Schrecken eingejagt und ich fühlte mich an eine Zeit erinnert, in der es mir ähnlich erging. Zu dieser Zeit habe ich alle Dinge des Lebens über meine eigene Person gestellt. Habe mich sozusagen außer Betracht gelassen. Doch irgendwann wird die Missachtung der eigenen Person durch einen sogenannten Warnschuss, wie es ihnen widerfahren ist, bestraft.
Ich habe darüber nachgedacht, was mir damals in dieser Situation gut getan hat und …“, stammelte er.
„Nun ja, ich möchte nicht lange um den heißen Brei herumreden. ..., also.
Frau Willich, ich möchte ihnen wirklich nicht zu nahe treten, aber würden sie es mir gestatten, ihnen einen netten Abend zu gestalten?“
Mir wurde warm ums Herz. Mir gefiel, was er sagte. Das Gefühl, dass sich jemand um mich sorgte, beglückte mich. Aber ich hatte meine Regeln.
„Herr Habich“, erwiderte ich. Es ist sehr nett von ihnen, dass sie sich Gedanken um meine Person machen. Danke, für ihre Anteilnahme. Ich fühle mich sogar ein wenig geschmeichelt, aber es gehört nicht zu meinen Gepflogenheiten zu meinen Klienten ein privates Verhältnis aufzubauen“.

„Mit dieser Antwort habe ich gerechnet, Frau Willich. Umso mehr ärgert es mich jetzt, dass ich es nicht schon eingehend erwähnt habe. Ich wünsche keine weitere Sitzung bei ihnen. Es wirkt jetzt etwas nachgeschoben, aber so ist es. Und wie ich es sehe, bin ich nicht ihr Klient. Wir haben uns gerade mal zehn Minuten unterhalten und somit aus meiner Sicht keine typische Klienten-Therapeuten Beziehung aufgebaut. Somit sehe ich auch kein weiteres Hindernis, das ein privates Zusammenkommen verhindern sollte“.

Wenn ich etwas schätze, dann ist es Hartnäckigkeit. Und die hatte er und charmant war er obendrein.
„Also, was halten sie davon, wenn ich sie heute um 17.00 Uhr in ihrer Praxis abhole?“
Mein Herz überschlug sich. Der einzige für mich mögliche Grund, dass Klopfen an meiner Tür überhört zu haben. Der nächste Klient trat ein und ich höre mich noch sagen:
„Ja, um 17.00 Uhr in meiner Praxis. Auf Wiederhören“.

Ich konnte nicht glauben, was ich getan habe. Meine Routine rettete mich über diese Sitzung. Ich dachte in erster Linie darüber nach, dass das Ganze einfach nicht möglich war.
Endlich. 15.45 Uhr. Etwas mehr als eine Stunde und viel zu wenig um dieser Situation gerecht zu werden.
Ich duschte und zog die gleiche Kleidung wieder über. Früher, als mein Mann noch lebte, hatte ich immer Wechselwäsche in der Praxis. Ich liebte seine spontanen Einfälle und hatte mich im Laufe der Zeit darauf eingestellt. Aber das ist lange her und es gab für mich keinen Anlass, das fortzuführen.
Zu meinem Erschrecken musste ich auch noch feststellen, dass ich keinen Fön in der Praxis hatte. Wie sollte ich in der kurzen Zeit meine Haare trocknen?
Im Spiegelschrank befand sich nichts, was Frauen vorenthalten blieb. Nichts von dem, was die weiblichen Attribute in Szene setzen konnte. Ich durchkramte meine Handtasche und zum Vorschein kam die weibliche Notapotheke. Ein Schminkset in Miniatur. Das Verfalldatum war sicherlich überschritten, aber das Set tat seinen Dienst.
Kurz vor fünf war ich fertig, im wahrsten Sinne des Wortes. Für mich war das alles geträumt, von fremder Hand gesteuert und in keiner Weise real.
Die Klingel! Ich nahm den Hörer der Sprechanlage ab und sagte nur:
„Ich komme runter!“

Meine Praxis liegt in der dritten Etage. Ich habe schon immer den technischen Fortschritt eines Aufzugs geschätzt. In den vielen Jahren bin ich nicht einmal gelaufen. Doch dieses Mal entschied ich mich genau dafür.
Mit jeder Stufe, die ich herab schritt, versuchte ich einzuordnen, was ich hier machte. Gleichzeitig durchfuhr ich mit meinen Fingern mein Haar, um die Restfeuchte zu vertreiben.
Unten angekommen, war ich kein bisschen schlauer. Meine Knie waren weich und ich wäre am liebsten bis in den Keller gelaufen, um über die Hintertür zu verschwinden.

„Lassen sie sich überraschen“, antwortete er auf meine Frage, wo es denn hingehen soll.
Wir fuhren in ein am Stadtrand gelegenes Hotel. Mir war es bekannt, aber ich hatte es bisher noch nicht besucht.
„Hier werden ausgezeichnete Cocktails serviert und ich dachte mir, dass das Ambiente sowie die Atmosphäre einen guten Einstieg für unseren gemeinsamen Abend bieten könnte“, sagte er, als uns die Tür zum Foyer geöffnet und wir mit einem freundlichen Lächeln eingelassen wurden.
Zielstrebig steuerte er die Bar an. Es war nicht schwer zu erkennen, dass dies hier nicht sein erster Besuch war.
Die Bar war sehr gut besucht. Die Theke war in L-Form angeordnet. An dem langen Schenkel saßen etwa zehn Leute, dem kurzen Schenkel waren vier Barhocker zugeteilt, wovon zwei besetzt waren. Die anderen beiden zur Wand hin befindlichen Hocker waren reserviert und uns vorbehalten.
Er hatte offenbar alles genau geplant. Der Barkeeper begrüßte ihn wie einen alten Bekannten und fragte wie nebenher: “Wie immer?“ „Ja, wie immer!“, antwortete er.
„Was darf ich der Dame anbieten?“, fragte der Barkeeper.
„Ich hätte auch gerne einen -wie immer-“, antwortete ich lächelnd.
Nach kurzer Zeit wurden uns zwei Gläser „Caipirinha“ gereicht. Die Limetten waren, wie in der europäischen Barszene üblich, in Achtel geschnitten und nicht wie in Brasilien üblich, in Scheiben. Der Cachaca war, was ich beim ersten Saugen an den zwei kurzen, dicken Strohhalmen feststellen konnte, reichlich bemessen. Es schmeckte vorzüglich.
Wir plauderten über die Einrichtung, über den Barkeeper, über verschiedene Gäste und über Cocktails. Unser belangloses Geplänkel wurde immer wieder von neu eintreffenden Gästen, die ihn, respektive uns begrüßten, unterbrochen. Er war offenbar ein Stammgast.
Die Zeit verging und wir orderten zwei weitere Getränke. Während er mit den Strohhalmen das gecrushte Eis in Bewegung brachte, wurde er zum ersten Mal persönlich.
„Was machen sie so im Leben, wenn sie nicht in ihrer Praxis tätig sind? Treiben sie Sport oder wandern sie gerne? Gehen sie gerne in die Oper oder ins Theater? Frönen sie gerne kulinarischen Genüssen? Apropos, kulinarische Genüsse! Ich habe uns einen Tisch bei einem befreundeten Italiener reserviert, der sich darauf freut, unsere Gaumen zu verwöhnen. Das würde bedeuten, dass wir uns bald auf den Weg machen müssten. Entschuldigung. Diesbezüglich bin ich etwas pedantisch. Wenn ich einen Termin vereinbare, dann halte ich ihn ein oder sage ihn rechtzeitig ab. Beides ist noch möglich.
Allerdings gebe ich mit Verlaub zu bedenken, dass hier ein leidenschaftlicher Hobbykoch vor ihnen sitzt, der selbstverständlich darauf eingestellt ist, ihnen ebenfalls einen großen Genuss zu bereiten.
Diese Alternative würde uns den zeitlichen Druck nehmen und den Abend etwas ungezwungener gestalten. Die Entscheidung dazu würde ich aber gerne ihnen überlassen“.

Ich betrachtete ihn während er sprach. Seine Gestik, seine überlegten Worte und insbesondere seine warmen und ausdrucksstarken Augen faszinierten mich. Er war sehr selbstbewusst und er wusste genau was er tat. Ich glaubte nicht mal, dass er mich überrumpeln wollte. Er war so natürlich galant und charmant, dass es mich unglaublich beindruckte.
Es war mir bewusst, dass er verheiratet war und ein Problem mit einem Freund, beziehungsweise mit dessen Frau hatte, aber ich wollte an diesem Abend nichts davon wissen und so antwortete ich:
„Ich hätte gerne noch einen Caipirinha“.

Damit war klar, was an diesem Abend passieren würde. Die Frage war nur, wie es passieren würde?
Wir fuhren mit dem Taxi - der Alkohol zeigte auch bei ihm seine Wirkung - zu seiner Wohnung.
Er öffnete die Wohnungstür und betätigte einen Schalter. Ein Zentralschalter, der das Ein-und Ausschalten einzelner Leuchten überflüssig macht. Die gesamte Wohnung war auf einmal in sanftes Licht getaucht. Zahlreiche Lichtquellen sorgten für eine angenehme Atmosphäre. Ich fühlte mich auf Anhieb sehr wohl und irgendwie vertraut. Unglaublich! Fast so wie in einem schönen Traum.
Der Esstisch war komplett eingedeckt. Selbst an Kerzen und einen herbstlichen Blumenstrauß hatte er gedacht. Ein Arrangement, das Frauenherzen höher schlagen lässt.
„Bitte nehmen Sie doch Platz“, sagte er und deutete auf einen Stuhl vor dem Esstisch.
Von dort aus hatte ich einen Rundumblick in die Küche. Einige Töpfe und Schalen deuteten darauf hin, dass er schon einiges an Essen vorbereitet hatte. Ich konnte zusehen, wie er eine Avocado halbierte, entkernte, das Fruchtfleisch auslöffelte, mit einer Gabel pürierte, um es dann mit frischem Limettensaft, etwas saurer Sahne, Pfeffer aus der Mühle und einem Spritzer Tabasco abzuschmecken.
Ich beobachtete seine flinken Bewegungen und hatte meine Freude dabei, seinen Hintern zu betrachten, der in der enganliegenden Hose jetzt schon als Knackarsch bezeichnet werden durfte.
„Haben sie Lust für ein bisschen Stimmung zu sorgen?“, fragte er mit einer viertel Umdrehung zu mir, lächelte mich dabei unverschämt verführerisch an und deutete auf die Musikanlage.
In dem CD Player befand sich schon eine CD und ich entschied, dass ich damit am wenigsten falsch machen konnte und drückte die Playtaste.
Eine Frauenstimme sang “I Ain`t Got Nothing But The Blues“ als er die Avocado Creme und dazu geröstetes Ciabatta auf den Tisch stellte, zwei Gläser mit Weißwein füllte und mir gegenüber Platz nahm.
„Ein kleines Amuse Gueule, damit sie mir während ich das Menü zubereite, nicht verhungern“, sagte er mit einem Augenaufschlag, der mir eine Gänsehaut verursachte. Ich war so hoch erotisiert, dass ich selbst das Krachen des gerösteten Brotes überhörte, als ich reingebissen hatte. Als sich unsere Blicke erneut trafen, war es fast um mich geschehen. Wärme duschströmte meinen Körper und ich fing innerlich an zu zittern.
Es war in etwa so, als würden die noch letzten eingesperrten Gefühle zum Sturm blasen um ihren angestammten Platz wieder einzunehmen. Sie hatten vor, die Eisentür oder das was von ihr übrig war, endgültig aus den Angeln zu heben.
Unruhe machte sich in mir breit, die auch ihm nicht entgangen war. Er erhob sich von seinem Stuhl, stellte sich vor mich hin und streckte mir beide Hände entgegen. Ich ergriff sie und sanft zog er mich an sich heran. Seine Hände strichen durch mein Haar als er seine Lippen sanft auf meine drückte und zärtlich seine Zunge auf die Suche nach meiner schickte. Er musste nicht lange suchen. Gierig erwiderte ich seine Zärtlichkeit.
Wir entkleideten uns gegenseitig, schoben die Stühle zur Seite um unser Liebesspiel auf dem Teppich fortzusetzen. Er lag auf dem Rücken und ich hockte über ihm. Ich senkte mein Gesäß und spürte seinen mittlerweile harten Schwanz. Ich platzierte mich so, dass sein Phallus genau in meiner Spalte lag. Langsam bewegte ich mich hin und her und hielt dabei seine ausgestreckten Arme auf dem Boden, indem ich mich mit meinen Händen auf seine Handgelenke stützte. Er war quasi unbeweglich. Das erregte mich ungemein. Ich erhöhte das Tempo und rutschte mit meiner klatschnassen Muschi an seinem Stab rauf und runter. Herrlich! Es dauerte nicht lange und ich zappelte wie ein Zitteraal, der seine Elektrizität einsetzt um einen Feind zu bekämpfen, auf seinem Körper.
In der anschließenden Ruhephase wurde mir bewusst, dass ich ihn bis hierhin nur benutzt hatte.
Ich löste meine Hände von seinen Gelenken, streichelte über seinen Bauch und seine behaarte Brust. Sein Atem ging schwer. Er liebkoste meine Brüste, indem er beide Nippel zwischen seine Finger nahm und sie zärtlich massierte.
Meine Geilheit bekam ein Revival und ich leckte seinen Hals, seine Brust und nachdem ich weiter nach unten gerutscht war, seinen Bauch. Seinen pulsierenden Schwanz grenzte ich zunächst noch aus. Ich strich lediglich mit der Zunge ganz knapp an seiner Lanze links und rechts vorbei und er bäumte sich dabei auf. Hockend auf seinen Oberschenkeln betrachtete ich ihn. Sein Phallus war so nass von meinem Saft, dass ich dachte, ich müsste sofort etwas trinken, um nicht zu dehydrieren.
Mit der rechten Hand umfasste ich seinen Penis und brachte ihn in die senkrechte Position, um ihn besser betrachten zu können. Er war schön. Kräftig geädert mit einer prallen Eichel. Meine Hand glitt auf und ab und sein Atem wurde unkontrollierter. Ein Stöhnen konnte er nicht mehr unterdrücken, als ich ihm gleichzeitig mit der anderen Hand seine Eier massierte. Es machte mir Spaß seine Erregung zu sehen und zu hören und gleichermaßen schwoll meine Geilheit unermesslich an.
Ich beugte mich etwas nach vorne, um seine Eichel mit meinen Lippen zu umschließen. Im sanften Rhythmus fickte ich ihn mit meinem Mund, bis er denselben aufnahm und sein Becken im gleichen Takt hob und senkte. Ich hielt inne und ließ ihn meine Mundhöhle ficken, bis ich der Meinung war, dass er gleich explodieren würde. Immer noch seinen Schwanz in der rechten Hand haltend, rutschte ich etwas höher, strich mir seine Lanze mit kreisenden Bewegungen durch meine Möse, bevor ich seinen Stab Stück für Stück in meinem Schoß versenkte.
Das war der Moment, wo ich keine Kontrolle mehr über mich hatte.
Die Eisentür riss aus den Angeln und die Gefühle schossen explosionsartig heraus. Meine Schläfen pochten und leichter Schwindel stellte sich bei mir ein. Mein Kopf drohte zu bersten und gleichzeitig war in meinem Schoß der Teufel los. Jede entladende Zuckung seinerseits flutete meinen Unterleib mit Hitze. Er stöhnte, ich schrie oder umgekehrt. Es war gigantisch.
Ich war neu justiert!

Wir ruhten eine ganze Weile, bis wir gemeinsam entschieden, das Menü am nächsten Tag zu vollenden. Nur das Dessert wollte er noch an diesem Abend.
Pfläumchenparfait mit Honig aus eigener Produktion.

Wunderbar!

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 3959

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben