Brennende Leidenschaft

Das Etablissement II

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Brennende Leidenschaft

Brennende Leidenschaft

Joana Angelides

Ihre Augen waren weit aufgerissen vor Furcht und Entsetzen.
Als die Beiden gerannt kamen, öffnete sich das Tor und man ließ sie hinein. Lydia rannte, so rasch sie konnte zu ihren Räumen. Auch ihre Zofe Katharina stand im Alkoven und starrte zum brennenden Turm hinüber. Das Entsetzen war in ihrem Gesicht zu sehen. Inzwischen standen schon das ganze Kloster und auch der Glockenturm gegenüber in Vollbrand. Der Rauch versperrte weitgehend die Sicht. Dazwischen sah man jedoch lodernde Flammen. Der Himmel war blutrot gefärbt.

Die Fürstin war voller Ruß, ihre Haare waren angesengt und sie weinte noch immer. Sofort begann sich das Mädchen sich um sie zu kümmern, zog sie aus, holte eine Schüssel mit Wasser und begann zumindest ihr Gesicht zu reinigen. Die Maske hatte sie längst verloren, es war ihr egal.
Die Mutter Oberin bemühte sich, ihre Schwestern halbwegs zu beruhigen. Sie untersagte ihnen, hinüber zu laufen um zu helfen. Sie wusste, das war zum jetzigen Zeitpunkt völlig sinnlos. Sie konnten nichts tun. Vielleicht morgen, man könnte nach Verletzten Ausschau halten.
Graf Nikolai stand, nur mit einem Beinkleid bedeckt, mit nacktem Oberkörper in der Eingangshalle und versuchte wieder Luft zu bekommen. Auch er war voller Ruß und hatte einigen blutenden Wunden, die er von herumfliegenden glühenden Teilchen davongetragen hatte.

Die Mutter Oberin hatte die Situation natürlich sofort erfasst. Seine und die Rolle der Fürstin erkannt und wusste, dass sie sofort handeln musste.
„Kommen Sie mit in unsere Behandlungsräume!“
Er folgte ihr.
Dort waren zwei Schwestern dabei, für alle Eventualitäten Verbände und Mixturen vorzubereiten.
„Da, übernehmt diesen Sünder, verarzt ihn und gebt ihm dann was zum Überziehen, er ist ja fast nackt!“, befahl sie ihnen, „und Sie kommen dann zu mir in den Besucherraum!“

Als er sich nach einer Weile bei ihr meldete, sah sie ihn eine Weile stumm und verächtlich an.

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