Die Brücke

Geschichten vom Anfang der Sehnsucht

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Die Brücke

Die Brücke

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Studium und Beruf verschlugen ihn in ganz andere Gegenden und Kreise als die meisten von uns und in seiner ehrlichen, offenen Art gewann er stets neue Freunde, wo wir oft nur Bekannte und Kollegen fanden. Er reiste mit leichtem Gepäck und war schnell an neuen Orten zu Hause. In der Liebe war sein Wesen beständiger als ihm vom Leben vergönnt war, wovon ich aber nur in den frühen Jahren wirklich tiefere Kenntnis hatte. Und so nebenbei hatte er die Texte unserer beiden schönsten Lieder geschrieben.

Er war ein Freund, der niemals mit Vorwürfen auftrat, man habe lange nichts von sich hören lassen, tauchte unverhofft alle heiligen Zeiten auf oder man traf ihn tatsächlich zufällig auf einem wenige Stunden dauernden Abstecher in seine Heimatstadt, den er sofort dem spontanen Treffen widmete.

Seit einem halben Jahr arbeitete und wohnte er auch wieder hier, allerdings fast so unerreichbar wie davor, denn seine Arbeitszeiten unterlagen dem Diktat der unvorhersehbaren Umstände sowie seiner eigenen Initiative, eine Mischung, die Beständigkeit oder gar Langeweile zu theoretischen Begriffen aus dem Wörterbuch machten.

Dennoch war es ihm gelungen, gelegentlich Treffen mit dem alten Freundeskreis zu arrangieren und tatsächlich hatte er noch Kontakte zu Leuten, die ich Jahre nicht mehr gesehen hatte, obwohl ich viel näher an ihnen wohnte. Auf einer unserer Zusammenkünfte brachte er Julia mit, die mit ihrer warmen ruhigen Art sofort Sympathien weckte, dazu gehörte, als sei dies immer so gewesen und in der Folge oft vermisst wurde, da sie weiter entfernt ihrem Studium nachging und — leider — nicht ständig anwesend sein konnte. Ich fragte mich, wie diese äußeren Umstände eine dauerhafte Liebesbeziehung zuließen und bald stellte ich Freddy diese Frage.

Freddy hatte Julia, deutlich jünger als er und ich, während seines vorigen Jobs an ihrem Studienort kennen gelernt.

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