30 Uhr saß ihr Babysitter wohl schon auf Kohlen, sie zog sich schnell an, bat mich, ein Taxi zu rufen und notierte auf einen Zettel, den sie auf dem Esstisch platzierte, sie bedanke sich für diesen wunderbaren Abend. Auch ich hatte mich angezogen, unterschrieb die Nachricht ebenfalls und verließ mit ihr leise die Wohnung.
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Rikki sah mich auf dem Parkplatz bedrückt an und sagte, sie wisse, dass ich in Erwägung ziehe, wieder bei ihr anzuklopfen nach dieser außergewöhnlichen Nacht, aber sie habe sich nicht wirklich verändert, ihre Erfahrungen hätten ihre Sehnsüchte nicht absterben lassen und sie werde weiter auf der Suche bleiben.
Sie legte den Arm um meinen Hals, drückte mir einen zarten Kuß auf die Lippen, stieg mit einem kurzen: Tut mir leid! ins Taxi und verließ mich.
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Rikki hatte mich vorab entmutigt, eine neue Geschichte sollte es zwischen uns nicht geben.
Zwar kam es später noch nach verabredet oder zufällig gemeinsam verbrachten Abenden wie Geburtstagen gemeinsamer Freunde oder Konzertbesuchen zu Aufforderungen der berichteten Art — „Na, Herr K….“ — und wir hatten entspannte One-Night-Stands, in denen wir uns ganz der Lust hingeben konnten, weil wir nichts mehr im Hinterkopf regeln, durchdenken, abwägen mussten. Ich versuchte daraus nicht mehr eine Beziehung anzubahnen, denn ich wusste, ich war nur ihr lieber Freund. Für mich war es mehr, denn ich konnte keine meiner vergangenen Lieben aus meinem Herzen verbannen, aber es macht einen Unterschied, ob das Herz drängt, gestalten will, Nähe zu schaffen sucht oder nur wohlwollend wahrnimmt und erinnert.
Sie war angenehm unkompliziert, an Abwechslung interessierter als in jungen Jahren, aber sie konnte Experimente immer noch dankend ablehnen ohne mir das Gefühl der Zurückweisung zu geben. So verwöhnten wir uns in klassischer Manier mit Lippen, Zungen, Händen, Fingern, liebten uns durch die Wohnung, umfingen uns stehend, liegend, sitzend von hinten oder von Angesicht zu Angesicht und da sie den langen Akt liebte, durfte ich sie endlos genießen, in ihrer feuchten Enge verweilen, jedes tiefe Vordringen in ihren Augen, in ihrem Atem wahrnehmen.
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