Cindy H. lebte im Sandwich. Ihr Wohnblock war von Hochhäusern umgeben, und sie erachtete es als Privileg, in einem nur fünf Stöcke umfassenden Komplex zu wohnen. Sie lebte im zweiten Stock in einer Zweiraumwohnung. In den beiden Stockwerken über ihr wohnten zwei Männer, auf zwei Wohnungen verteilt, und in den beiden Stockwerken unter ihr wohnten zwei Männer, auf zwei Wohnungen verteilt. Cindy H. lebte also im Sandwich. Sie war eine gepflegte junge Dame und verbrachte mehr Zeit vor dem Spiegel, als sie im Grunde benötigte. Sie wirkte schon kurz nach dem Aufstehen, aber auch beim Zubettgehen, frisch und ausgeruht. Cindy H. trieb regelmässig Sport im Girls' Fitness um die Ecke und ernährte sich bewusst. Ressourcen wie Wasser, Frischgemüse und dunkles Brot waren deutlich knapper geworden in den letzten Jahren, und die Preise lagen dementsprechend hoch. Cindy H. konnte sich gesunde Nahrung kaum leisten und wich auf Reis aus, das es noch immer in grossen Mengen gab. Tomaten waren auch noch da – im Gegensatz zu früheren Jahren wurde die Ernte von den Menschen aber aufgegessen und nicht mehr in den Rhein gekippt.
Cindy H.'s Figur war so zierlich wie ihr Name. Mit einem Hüftumfang von 91 cm und einer Taille von 61 cm kam sie auf ein Taille-Hüft-Verhältnis (WHR-Quotient) von 0.67. Damit war sie nicht unglücklich. Sie hätte sich einen etwas grösseren Busen gewünscht, aber beim Sport hatten kleine, feste Brüste nur Vorteile. Cindy H. kaufte BHs in der Grösse Cup C.
Zu den Männern im Haus pflegte sie keinen Kontakt. Sie waren alle freundlich und grüssten sie im Treppenhaus. Cindy H. hatte sogar ab und an das Gefühl, dass ihr der eine oder andere nachblickte, wenn sie die Treppe hochging, aber darüber machte sie sich keine Gedanken. Männer waren nun einmal notgeile Wesen – zumindest ein Teil von ihnen.
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