Die Bümplizerin

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Die Bümplizerin

Die Bümplizerin

Anita Isiris

Frisch geduscht und dezent geschminkt klingelte sie am besagten Mittwochabend bei Emir. Lächelnd überreichte sie ihm eine kleine Tüte mit Pralinen. “Hast Du was dagegen, wenn unsere Nachbarn mitessen?”. Cindy H., die mittlerweile Bernd, Stefan und Holger ganz gut kannte und leiden mochte, hatte nichts dagegen. Der Tisch war schön gedeckt; die Kristallgläser blinkten, rote Servietten bildeten einen angenehmen Kontrast zum Schnee, der vor dem Fenster in abendlichem Bläulichschimmer zu sehen war. Nur das Kaminfeuer fehlte. Die zwei Matratzen am Boden im Wohnzimmer störten Cindy H. nicht – Männer waren nun mal eigenartige Wesen, die ihre Nächte auf verschlungenen Wegen verbrachten. Die Gesellschaft amüsierte sich; man kam sich näher, der Weissweinrisotto und die später gereichte Cassata mundeten vorzüglich. Je später es wurde, desto länger ruhten die Blicke der vier Männer auf Cindy H.'s Modeschmuck. “Du bist eine sehr schöne Frau”, sagte Holger und rückte ein wenig näher zu Cindy H. “Findest Du?”, räusperte sich diese verlegen und zupfte ihre Aermel zurecht. “Komm, trink noch ein Glas mit mir.” Drei Flaschen Oeil de Perdrix waren bereits leer, die Glieder waren schwer, die Herzen pochten sehr. Eine eigentümliche Spannung lag in der Luft. Da entnahm Emir einer grossen Reisetasche seine Digitalkamera. “Darf ich?”, fragte er.

“Ich bin Pressefotograf”, wandte er sich erklärend an Cindy H., und ich fotografiere meine Gäste immer. “Nur zu”, sagten seine Kollegen. “Wenn Du meinst...”, sagte Cindy H. Emir lichtete Cindy's Modeschmuck ab, ihren Ausschnitt, ihre runden Arme. “Setz Dich doch auf eine der Matratzen, Cindy”, forderte er sie auf. Cindy zögerte, wurde aber von den andern drei Männern ermuntert. Cindy H. stand auf und musste sich am Tisch festhalten. Vom Wein war ihr schwindlig. Sie spürte aber eine wohlige Wärme im Bauch. Sie kniete sich auf die vordere der beiden Matratzen, und Emir gab den Porträtfotografen. Dann setzte er die leer gegessenen Teller ins Bild, halbvolle Weingläser, die Kerzen, seine drei männlichen Nachbarn, Cindys Füsse. Ihr XL Rock stand ihr prima. “Zieh jetzt bitte den Rock aus, Cindy”, liess Bernd sich vernehmen. “Spielst Du jetzt Regisseur oder was?” entgegnete Emir. “Aber, klar, die Idee ist nicht schlecht, Cindy. Zieh Deinen Rock aus. Nur so zum Spass.” “Nur so zum Spass?”, echote sie und ergriff zitternd den Rocksaum. Was war bloss mit ihr los? Die Atmosphäre war vertraut, sie war von Freunden umgeben, Männern, die sie monatelang liebevoll gefüttert hatten. Cindy H. zog sich kurzerhand den Rock über den Kopf – ihre Nachbarn hielten den Atem an. “Donnerwetter”, flüsterte Holger und fixierte Cindys Höschen. “Verdammt...”, stöhnte Emir und zoomte Cindys BH heran.

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