War es eine Machtprobe, wollte sie mir beweisen, dass ich es nicht wagen würde, sie als Frau anzusprechen, meine Gefühle zu offenbaren, die ich gar nicht wollte und doch nicht unterdrücken konnte, weidete sie sich daran, dass ich mich ihrer Aura nicht entziehen konnte?
Das empfand ich, als sie mich ansprach. Anders als in der Bar am Hafen sprach sie nun sehr langsam und sehr deutlich, wohl um sicherzustellen, dass ich alles auch wirklich verstehe, und ihre Hände wiesen, wo irgend es ging, auf das, wovon sie sprach.
Deine Augen, sagte sie, sprechen von Begehren. Ich kenne Dich, seit ich zur Frau erwacht bin. Du bis der Mann, dessen Blick meinen Körper liebt und meine Seele sucht. Du dringst tiefer in mich ein als mancher, der mich wirklich lieben durfte. Und ich bin die Frau, die Dir gleich, meine Augen sehen Dein ungestilltes Verlangen, Deine Liebe, Deine Not. Dein Blick berührt mich und seelenverwandt kann ich ihn erwidern und weiß ohne Worte, was Dein Herz mir sagt.
Deine Augen liebkosen mein Haar, meine Wangen, meinen Nacken und verweilen mit Achtung auf meinen Brüsten, meinen Schenkeln, meinen Hüften, meinem Schoß. Doch spüre ich Deine Sehnsucht, die schon begann, bevor Du mich trafst, die Du lerntest zu verbergen und unverhofft mir zu offenbaren wagst.
Es sind nur drei Knöpfe und ein kleines Stückchen Stoff, um mein Geheimnis zu offenbaren, und Dein — und ich gebe zu, auch mein — Verlangen zumindest für den ersten Moment zu stillen. Doch wenn wir diese Grenze überschreiten, muß uns klar sein, welchen Preis wir dafür zahlen werden und ob wir dies wollen.
Ich habe einen Mann, der mich liebt, der mich begehrt und der mich achtet. Nach ihm sehne ich mich, auch wenn ich weiß, dass so viele Männer mich wollen. Ich frage mich, ob ich wirklich jede Möglichkeit nutzen wollte, die sich mir bietet.
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