Dies gelingt zu manchen Zeiten, und ein gutes Leben läßt einen durchaus auch unbeschwert umgehen mit dem, was eigentlich schwer wiegt - und zu machen Zeiten nicht.
Ratlos, rastlos, ruhelos möchte ich dann den Tag ausknipsen wie das Licht und manchmal mit ihm mein Leben, wenn sich schon niemand findet, mir den Schmerz meiner Seele aus dem Rücken zu peitschen.
Diese düsteren Gefühle stehen dann in mein Gesicht geschrieben, ihr zum Anlaß, in Verzweiflung ratlos zu sein, wo irgendein Hauch von Entgegenkommen, Mitgefühl, Trost schon reichen würde, um mich zu erlösen von meiner Qual.
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Trotz einer gewissen Gewissheit um die Aussichtslosigkeit mancher Hoffnungen waren die Tage in Frankreich leicht und heiter, die Nächte im Boot hingegen etwas klamm, die Buchten in freier Landschaft gespenstisch und der Fluß angesichts des nahenden Herbstes schon etwas verlassen. Zu allem Überfluß befand sich der erste Band von Harry Potter an Bord — die Lust hatte also ebenfalls Urlaub und ich ergab mich in mein Schicksal und genoß, was sich mir freiwillig hingab: eine wunderbare Natur, Stille, köstliches Essen — schließlich auch ein sinnlicher Genuß—, freundliche Einheimische und die Bedeutungslosigkeit der Zeit.
Dazu den Blick des absichtslosen Begehrens auf meine Liebste, hinreißend schön, doch unerreichbar.
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Was ich auch beginne, mündet zumindest phasenweise in einer kleinen bis mittleren Katastrophe, das stimmt immer bei meinen häuslichen Baumaßnahmen wie auch bei den Versuchen, mal selbst Vater zu werden, und leider noch oft genug bei unseren Urlaubsreisen. Mal abgesehen davon, dass ich einmal in jedem Urlaub meine Familie zielstrebig in die Irre führe, wurde bisher stets, wenn wir mal ein etwas Besonderes unternehmen wollen, Kindlein krank, und dann ging’s einen guten Teil des Urlaubs um Krisenmanagement und die Fragen Ausharren, Abbruch, Heimreise?
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