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Geschichten vom Anfang der Sehnsucht

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Im Ort gab es die nötigen Lebensmittelläden, ein Cafe und zwei Restaurants, so dass wir hier bleiben wollten. Es war zwar erst vor Mittag und wir hätten es sicher noch bis Abend durch die nächsten Schleusen geschafft, aber dann hätten wir auch wieder auf einsamer Flur übernachtet und danach war meinen beiden nicht mehr so sehr.

Nach kurzer Regelung der Formalitäten und einem Kaffee an der Bretterbar am Kai, sonnte sich meine Liebste auf dem Deck und versank in ihr Buch. Kindlein, in das die Lebensgeister zurückgekehrt waren, angelte mit dem Barmann Forellen, die er dann als spätes Mittagessen zubereiten wollte. Ich fotografierte meine hinreißende Gattin — etwas wehmütig — und Sohnemann mit neuem Kumpel, mit dem er sich ohne verbale Austauschmöglichkeiten dennoch erkennbar gut verstand.

Ich hingegen hasse es, in der Sonne zu liegen, und selten lese ich im Urlaub mehr als Reise- und Sprachführer, es drängt mich, das Land zu sehen, in mich aufzusaugen, und so begebe ich mich in diesen Ruhestunden meist auf Erkundung. Telefonkarten, Briefmarken, Getränke zu besorgen ist ohnehin meine Aufgabe. Dies nutze ich meist, um ausgedehnt durch abgelegene Gassen zu streifen, kleine Plätzchen, lauschige Ruheorte in Parks oder am Fluß zu entdecken, die ich dann später ohne die zuvor unvermeidbaren lrrwege mit meiner Liebsten ansteuern kann. Das hatte ich auch an diesem Tag vor.
*

Meine Einkäufe hatte ich alsbald erledigt und nach der kleinen Runde in der Mittagshitze durch den höher gelegenen Teil des Ortes kam ich auf meinem Weg zurück über den Stadtplatz am Cafe vorbei. Da mich sicher noch niemand vermisste, entschloß ich mich zu einem kurzen Aufenthalt für einen kühlen Aperitiv, um ein wenig meine Zeitung und das gemächliche Treiben auf dem Stadtplatz zu studieren.
Ich war bislang der einzige Gast und da ich nicht sicher war, ob überhaupt geöffnet wäre, setzte ich mich nicht sofort an einen Tisch auf dem Vorplatz, sondern betrat den Innenraum durch den Vorhang aus Holzperlen, die es dem Stechgetier schwerer machen sollten, ins Innere zu dringen.

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