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Hier stand ich also, das Cafe war vermutlich der Hauptgeschäftssitz der arabischen Schönheit, und brachte meinen an sich einfachen Wunsch unsicherer vor, als dies nötig gewesen wäre. Ich suchte meine Faszination zwar zu verbergen, aber ich konnte meinen Blick nicht wirklich abwenden von ihr. Sie wies mir mit der Rechten einen Platz an der Bar zu und ich kam gar nicht auf die Idee, das Getränk auf die Terrasse zu bestellen, sondern setzte mich. Als sie um den Tresen hinter die Theke ging, kreuzte ihr ernster Blick den meinen, zu viel Gewissheit über meine Regungen las ich aus ihm und irritiert davon bereute ich irgendwie, hierher gekommen zu sein, obwohl sie doch höflich war und ich nur diesen Platz hätte ablehnen müssen. Aber gebannt war mein Blick an sie gefesselt, eine Frau wie sie hatte meinen Blick erfasst, erwidert und nicht abgewandt, dieser Blick, den meine Liebste ebenfalls kannte, aber nicht mehr oft erwiderte, verlängerte, intensivierte, verwandelte.
Die schwarzen Locken waren hochgebunden und der Pferdeschwanz in seiner wallenden Pracht thronte zwischen ihren spärlich bedeckten Schulterblättern, als sie den Kühlschrank an der Wand öffnete und mir den Aperitiv mixte.
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Auf dem Fluß war viel los, in der Gegend selbst mitnichten, wie wir auf unseren Fahrradausflügen stets feststellen konnten, und die radfahrenden Bootfahrer waren überall willkommen. Hierbei handelte es sich um Paare, jüngere oder ältere, und Familien, jüngere oder ältere. Abenteurer, Helden, harte Männer waren unter ihnen schwerlich auszumachen.
Wie viele von diesen braven, gebundenen und wohl meist auch treuen Ehemännern hatten diese Frau schon mit ihren Blicken begehrt? Mehr noch als ihre atemberaubende Schönheit schlug ihre Ausstrahlung ihre Souveränität, ihr natürlicher und absolut unblasierter Stolz in den Bann.
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