Der Spruch traf genau ins Schwarze, also mitten durch die nicht vorhandene Brust ins Herz und schluchzend brach sie auf ihrem Stuhl zusammen.
Der Anführer drehte sich zu mir um.
"Alles unter Kontrolle!" rief ich ihm zu "Ich bin auf Eurer Seite."
Mit dem Revolver in der Hand schritt ich auf meinen Platz zurück. Manuela starrte mich verblüfft an. Bevor sie mich zur Schnecke machen konnte, hielt ich ihr den Revolver in die Seite und sagte "Setz dich hin und halt den Mund oder ich drücke ab." Mir war sonnenklar, daß ich mein Todesurteil aussprach. Doch lieber so als andersherum. Um so überraschender setzte sich Manuela wortlos hin und lächelte mich an.
Peter Schande unterschrieb unterdessen zitternd seine literarische Abdankungsurkunde und verschwand. Der Guerillapoet schaute sich die erste Reihe an und baute sich vor der Blondine im Minirock auf. Mit rauher Stimme, die keinen Widerspruch duldete, sagte er.
"Du kommst mit mir mit und wirst mir heute nacht dienbar sein." Er ergriff ihre Hand und sie ließ sich ohne Gegenwehr entführen.
Der feministische Knecht zweier Damen auf dem Platz vor mir schüttelte fassungslos mit dem Kopf und sein Blick schielte auf meine Hand, die über Manuelas Oberschenkel strich.
"Wir hauen jetzt auch ab!" befahl ich und Manuela nickte. "Schließlich haben wir noch was vor Heute!" fügte ich hinzu und meinen Kniff in ihren Hintern quittierte Manuela mit einem Kuß, der späteres erahnen ließ. Im Aufstehen sah ich, wie sich die Hände des Anti-Phallus-Typen vorsichtig den Beinen seiner beiden Begleiterinnen näherte. Eng umschlungen schlenderte ich mit Manuela aus dem Cafe auf die Straße hinaus. Bevor sich die Tür hinter uns schloß, schallten zwei Ohrfeigen rhythmisch durch den Raum. Der simple Ausdruck einer geschlechtssolidarischen Abwehrstrategie gegenüber diesem plumpen Annäherungsversuches, unter gleichzeitiger Berücksichtigung weiblicher Befindlichkeiten.
Cafe-Jazz
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