Cafe-Jazz

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Charles Haiku

Auf dem grauen Gummi stand in deutlich lesbaren Buchstaben "Woman´s Domina World". Die größere von beiden, eine Art Brunhilde packte sich den Kerl, während die zweite auf der Straße einen Gullydeckel öffnete und unter frenetischem Applaus wurde die Gestallt entsorgt. Die zwei lesbischen Gladiatoren kehrten ins Cafe zurück und der wiedererwachte Türsteher flocht ihnen augenblicklich die Siegerkränze.
Peter Schande wartete bis sich die Aufgeregtheit gelegt hatte.
"Phantome" begann er erneut und diesmal blieb es ruhig. Zufrieden und erleichtert atmete der Saal durch.
"Phantome verkehren quer Ihr Sein
und ist vibrieren nur
ist nur wie..."
"Ficken" dröhnte es unter dem Cafe. Bestürzt richteten alle ihre Blicke auf den Fußboden. Vermutlich war die besoffene Gestalt in der Kanalisation wieder zu sich gekommen und lief nun unter dem Haus herum. Der Barkeeper schoß hinter seinem Thresen hervor und eilte Richtung Toilette.
"Ficken wollt Ihr." meldete sich der Besoffene zurück. "Ficken bis der Amboß glüht. Mit solchen Vorschlaghämmern. Ficken bis zum Umfallen." Es folgte eine kurze Pause und dann ein ärgerliches "Scheiß Ratte, wirst du aufhören mich zu beißen!"
Ein lautes Rauschen auf dem WC übertönte die unterirdischen Flüche, denn der Barkeeper hatte alle Toilettenspülungen gezogen und ein riesige Wasserflut spülte den Unhold hinweg. Hinweg bis ins nächste Klärwerk, wo ihm die ferkligen Phantasien aus dem Kopf gefiltert wurden.
Um völlig sicherzugehen übersprang Peter Schande die "Phantome" und rezitierte passenderweise das "Trigometrische Tal der Teufel".
Außerstande zu folgen, konzentrierte ich mich lieber auf das Publikum und entdeckte so das Prinzip nach dem wir platziert worden waren. In der ersten Reihen saßen ausschließlich Frauen. Gutaussehend und vor allen Dingen unbemannt. Die nachfolgenden Reihen waren in absteigender Schönheitsfolge besetzt.

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Gedichte auf den Leib geschrieben