Daran schloßen sich Pärchen wie Manuela und meine Wenigkeit an. Gefolgt von solch hoffnungslosen Fällen wie der Frau, die noch immer über meinem Revolver saß, oder den Rambo-Lesben. In der hintersten Ecken standen zusammengepfercht die wenigen allein erschienenen Männer.
"Alle Achtung" dachte ich "ganz schön clever dieser Schande. Dichter müßte man sein."
Und ich betrachtete in einem großen Spiegel der hinter dem Lyrik-Casanova an der Wand hing, die Damen in der ersten Reihe etwas genauer. Nach zwei Gedichten wußte ich Bescheid. Peter Schande und eine Blondine pflegten einen intensiven Blickkontakt. Ihr roter Minirock war das reinste Alibi um überhaupt bekleidet zu sein. Leider konnte ich keine Details erkennen, denn sie schlug gerade ihre Beine übereinander und ich hatte außerdem meine Gelegenheitsbrille vergessen. Ich kniff meine Augen zusammen, um besser sehen zu können und betete dafür, daß die langbeinige Schöne sich endlich etwas bequemer hinsetzte. Nebenbei bedauerte ich die Typen die zusammengedrängt in der Ecke stehen mußten, ich konnte im Spiegel genau sehen, wie sie vor Wut die Augen ebenfalls zusammenkniffen.
Peter Schande hatte mein Gebet erhört. Er kündigte ein Liebesgedicht an und schaute der Blondine dabei tief in die Augen. Sie bewegte ihre Beine und ich bemerkte, wie ich nervös wurde.
In diesem Moment krachte es laut und die hereinbrechende eisige Winterluft biß sich in meinem Nacken fest. Alle Köpfe flogen Richtung Tür und suchten nach dem Grund für die erneute Störung.
Fünf schwarzgekleidete Männer mit Maschinenpistolen stürmten in das Cafe hinein. Die Köpfe vermummt und die Hemden mit Goethe im Che-Guevara-Look bedruckt. Der Türsteher gab seine Tarnung auf, klopfte jedem auf die Schulter und sagte "Ich dachte schon ihr kommt gar nicht mehr."
"Alle sitzen bleiben!" brüllte der erste, vermutlich der Anführer. "Wenn ihr alle cool bleibt, geschieht euch nichts.
Cafe-Jazz
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