Na ja. Dann ging’s eines Abends ab zu jener College Pijama Party. In der Regel schlafe ich in Unterwäsche oder zieh mir ein Nachthemd über - aber im Shopping Mall um die Ecke hab ich mir tatsächlich einen hellblauen Pijama gekauft - mit zwei gemalten Feuertulpen vorne drauf. Wenn die Brüste gross genug sind und das Oberteil gut füllen (bei mir geht das knapp), werden die Tulpen dreidimensional und sorgen so für den „Kick“ bei amerikanischen Männern (bei den wenigen, die im Moment nicht an der Grenze zum Irak stationiert sind).
Ich gehe also hin und husche barfuss über den warmen Novilon-Boden, so wie viele andere auch. Kaum zu glauben, wie sich diese Küken hier zurecht machen. Die Männer sind eher langweilig. Möchtegern-Elvisse halt. Aber die Girls… hauchzarte Pijamas gibt’s da zu sehen, geheimnisvoll durchschimmernde Brustwarzen, Baby-dolls in Pastellfarben und gar Selbstgenähtes aus Vorhangstoff. Jeder japanische pädophile Schulmädchenliebhaber hätte durchgedreht. Ich wirke eher bescheiden mit meinen knapp gefüllten Feuertulpen (if you know what I mean). Es beginnt mit einem Erfrischungs-Fruchtdrink auf Alkoholbasis, klar. Ich nippe, andere saufen bereits. Dann geht’s zum üppigsten Buffet, das ich je gesehen habe (und das will etwas heissen). Deko-Ananas, Designer-Lachs, Luxuxtrüffel, Mega-Rohschinken-Mengen, Sushi, Kaviarplättchen, Schweizer Käse, französischer Rotwein, Anchoves von der Costa Brava, Smorebrod aus Dänemark. Der Gastgeber ist übrigens Sohnemann eines General Motors Chefs mit klar definierter Zukunft. Ja, die Menge der Studentinnen und Studenten walkt sich durch, am Buffet vorbei, hin zu bunten Knautschsäcken, weichen Fellen und andern obskuren Sitzgelegenheiten. Kaum setzt eine der Studentinnen sich hin, wird ihr unverhohlen zwischen die Beine geschaut - die Jungs versuchen bereits jetzt, sich an allem aufzuheizen, was irgendwie dunkel, geheimnisvoll und weiblich wirkt.
C.C.C.
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C.C.C.
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